26. August 2008

Rote Haare ungezähmt. Irgendwie.

Josie sitzt bei mir im Wohnzimmer.

"Findest du dein neues Wohnzimmer gut?" Sie dreht ihre langen roten Haare um ihren Zeigefinger und kaut dabei Melonenkaugummi. Ich nicke nur und mag den Geruch nicht. Also den Kaugummigeruch. "Findest du es echt gut? Warum hast du ein Bild von einem rosa Kaninchen? Was findest du daran schön? Hast du jetzt eigentlich einen Freund? Findet der dein Wohnzimmer auch schön? Findet der dich überhaupt schön? Der Marcel aus meiner Klasse hat gesagt, dass ich hässlich bin. Dabei hat Kai gesagt, dass ich süß bin. Was stimmt denn nun? Mia? Was stimmt denn nun? Mia? Mihaaaa! Du hörst mir gar nicht zu." Ich schaue sie kurz an und binde mir meine Haare zusammen. "Josie, ich habe dir vorhin schon gesagt, dass ich keine Zeit habe. Ich habe einen neuen Auftrag und muss noch 10Wichtel malen..." "Na toll, also hast du mir nicht zugehört. Na, dann erzähle ich es dir nochmal..." "Josie..ich habe dir zugehört..ich konnte gar nicht anders..aber ich muss das heute noch fertig bekommen. Komm doch morgen wieder. Oder übermorgen." "Aber aber..ich habe doch Wochenende und mir ist soooo langweilig." "Dann besuch doch eine Freundin. Oder so." Josie saß da. Wickelte ihre Haare um ihren Zeigefinger und dachte sichtlich nach. "Du willst mich nur los werden. Stimmts?!" "Blödsinn. Ich will nur die Ringelsocken malen. Besuch doch den Marcel...""Marcel? Spinnst du? Der findet mich doch doof." "Ähm..na dann den anderen..besuch den doch mal...." Josie hüpfte auf. " Mialein. Das ist die Idee. Juheee. Kannst du mir ein schönes Haarband leihen? Oder eine Shirt?" "Ein Shirt? Da passt du doch gar nicht rein..ein Haarband liegt im Schlafzimmer..ich glaube,auf dem Schreibtisch..so ein buntes..schau doch mal..irgend so eins ins in Regenbogenfarben..."nuschelte ich, aber Josie hüpfte schon über den Flur. "Ich habe eins..ein sehr, sehr schönes Band. Ganz schwarz. Danke Mia, bringe ich dir morgen wieder. Tschühüüüüss." Sie schaute nochmal schnell durch die Tür und war verschwunden. "Tschö, Josie."

Als sie fort war dachte ich kurz darüber nach welches Haarband sie meinte...so ganz in schwarz...ich wusste gar nicht, dass ich schwarze Haarbänder besitze.

Eben klingelte es. Josie stand mit gesenkten Kopf vor meiner Tür, daneben ihre Mutter mit strengem Gesicht."Hier Mia..soll ich dir zurück geben." Josie hielt mir ein schwarzes Band hin. Die roten Locken ihrer Mutter wippten bei jedem Wort energisch mit." Ich, ich finde es nicht gut, dass sie Josie ein Strumpfband um den Kopf binden und sie so auf die Straße lassen. Echt nicht.Sie ist doch noch ein Kind. Zum Gespött macht sie sich..tztztz Schämen sie sich..." Dann stieß sie ein mittellautes "Püh" aus und verschwand. Besser gesagt, sie verschwanden.

17. August 2008

Abnehmen 2.0

Abnehmen 2.0. Sprich: Es ist wieder Sonntag.
Die letzte Woche habe ich mich oft mit meinem Gewicht beschäftigt. 3Wochen Urlaub hatte ich, so begann letzte Woche wieder der erste Arbeitstag. Die erste Kollegin ,die mich sah, meinte nur: "Herje..du hast ja noch mehr abgenommen. Du musst jetzt echt mal aufhören." Die zweite meinte: "Boah Mieze, du siehst klasse aus. Das steht dir total gut." Die dritte sah mich besorgt an: "Oh. Schlecht siehst du aus. Du musst aber mal was essen. Du hast ja Augenringe. Wie willst du so den Tag überstehen? Du musst was essen." Auch auf mein beteuern, dass ich ja esse..blickte sie mich den ganzen Tag komisch an. Meine Mutter meint, an mir sei nichts mehr dran. Wo denn mein Busen wäre, wollte sie wissen.
Wenn ich selbst vor dem Spiegel stehe, bin ich zu kritisch. Viel zu kritisch. Wenn ich etwas esse, habe ich ein schlechtes Gewissen. Ich bin da irgendwo rein geraten und habe ein wenig die Realität verloren. 5kg. Möchte ich noch abnehmen. Aber irgendwie habe ich Angst, dass ich nach den 5kg nochmal 5 abnehmen will. Ein Kreis dem ich nicht mehr entkommen kann.
"Du musst dich selbst wohlfühlen, " sagte mal jemand zu mir. Da muss ich wieder hinkommen. Ich weiß nur noch nicht wie.


Sport: 2mal Schneckenjoggen. 5mal Arbeiten. ;)
Motivation:Immer noch gut.
Gewichtsverlust: -0,5kg

16. August 2008

Wunschzettel

Ich wünsche mir gerade nichts mehr als einen Dominostein.

12. August 2008

Redeverbot.

Es gibt Menschen die erzählen gern. Immer. Alles. Überall.
Heute habe ich diese Frau getroffen. Hochschwanger. Ende August kommt ihr Kind. Ihr zweites. Die Frau sah schlecht aus. Graue Gesichtsfarbe, Graublonde Haarfarbe, Graubeige Haarreifenfarbe, Graue Shirtfarbe. Unscheinbar. Habe ich schon erzählt, dass ich diese Frau heute zum ersten Mal getroffen habe? Sie saß so da. Schnaubend. Schließlich ist sie schwanger, dann darf man das. Anstrengend ist es. Wenn man so schwanger ist. Lust hat sie da auch nicht mehr drauf. Die letzte Geburt war ein Desaster. Ob ich schon ein Kind habe. Nein? Oha. Also die Geburt, die Geburt ist grausam. Ganz schlimm. 12Stunden habe sie da gelegen. 12 verdammte Stunden. Sie erzählte von diversen Werkzeugen, von Ärzten und Schnitten, von Blut und anderen Sachen. Am Ende kam ein Notkaiserschnitt. Dramatisch war es. Und schlimm. Dann schnaubte sie wieder und ich schaute verlegen zur Seite. Ihre Finger seien angeschwollen, den Ehering kann sie nicht mehr tragen. Eigentlich kann sie auch kaum gehen, atmen fällt ihr auch schwer. Ob ich schon ein Kind habe. Nein? Oha. Also die Schwangerschaft, die sei echt schlimm. Sie erzählte von angeschwollenen Körperteilen, von Hitzewallungen, Gelüsten und mehr. Schuhe kann sie auch nicht mehr tragen. Nur noch Schlappen. Naja, ihr Mann findet sie dennoch hübsch. Ich stellte mir ihren Mann vor. Eine graue Maus. Klein, ordentlich und eher still. Ordentliche Krawatte und gestreifte Hemden.
Erzählte ich, dass ich die Frau zuvor noch nie gesehen habe?
Denn dann erzählte sie mir wann, wie und wo das Kind gezeugt wurde. Es war die Silvesternacht. Ihre Eltern sollten auf ihren Sohn aufpassen kamen aber nicht. Kamen einfach nicht. Gegen zwei ist sie dann über ihren Mann hergefallen. Auf der Treppe. Sie hatte einen Sekt zu viel und ihren Eisprung.(...) Das musste man nutzen.
Es gibt halt Menschen die erzählen gern. Immer. Alles. Überall.

11. August 2008

Meine liebe Heidi, Vroni oder die Unbekannte!

So wie die Tapete an der Wand klebt und so wie die Meeresküste am Meer hängt, so werden sie niemals ihren Schatten los, so werden sie mich niemals los! Lassen wir all die anderen kämpfen und sich aufregen. Was immer passiert, wir haben uns!Wir sind uns näher als Seiten, die in einem Buch kleben und wir sind uns näher, als das Rauschen, das in einem Fluss fließt. Wo immer sie ihn finden, sie werden mich finden, schauen sie nur! Näher als ein Geizhals oder Bluthund dem Geld.
Wir sind uns näher als der Smog LA und wir sind uns näher als die Gänse den Blümchen. Keine Seele kann dieses Team entzweien, denn wir kleben zusammen wie Klebstoff.Und nun ist zu wiederholen, was ich am Anfang sagte: Sie brauchen ein großes Stemmeisen um uns auseinander zu bringen. Wir sind alleine aber weit weg von der Traurigkeit.Bevor wir zum Ende kommen, tosen wir durch die Stadt. Wir werden ein paar späte Schauplätze besuchen… und dann noch einige mehr. Wir beginnen bei Stringy’s und vielleicht zeigen wir, dass das Leben we-wow-weeeh sein kann! Für mich und meinen Schatten!!!


Ein paar kurze Zeilen für dich, meine liebste Vroni. Ich weiß genau, du wirst sie verstehen. Ich vermisse dich jetzt schon. Schrecklich. Ich wünsche dir aber auch eine wundervolle Zeit in Kapstadt. Pass auf dich und und denk ab und an mal an mich.

Kuss und alles Liebe
Deine Mia

P.S: Ohne Mia keine Vroni und ohne Vroni keine Mia.

10. August 2008

Abnehmen 2.0

Ach. Abnehmen 2.0 gibt es ja auch noch. Die letzten Wochen habe ich mir Urlaub genommen. Naja, nicht vom Abnehmen. Ich muss gleich zu Beginn zugeben...Sport kam etwas zu kurz(Es sei denn man zählt Spaziergänge dazu).Aber dafür habe ich mich echt gesund ernährt. Jaha.
Morgens: Cornflakes mit Obst. Einen Kaffee
Zwischendurch: Obst, viel Wasser, eine Scheibe Vollkornbrot, Quark,Joghurt oder ähnliches..
Abends: Unterschiedlich..Nudeln, Pizza, Salat, Wraps (mein neues liebstes Lieblingsessen), Suppe etc.
Motivation: Weiterhin großartig. 5kg sollen noch weg..dann bin ich sehr zufrieden.
Angst: Ich weiß noch nicht wie ich später weiter essen soll ohne ab- oder zuzunehmen. Hm.

Größe: 1,79m
Abgenommen: 4kg (in den letzten 3Wochen allerdings)
BMI: 26.528

Herzenswohnung

Ich habe es oft versucht. Also die Sache mit der Liebe. Und es tut mir leid. Verstanden habe ich sie nie. Nein. Nie. Zu kompliziert, zu aufdringlich. Zu anhänglich, zu romantisch. Zu süß. Ja, sie war mir zu süß. Die Liebe ist aber auch echt kompliziert. Ich wollte sie. Ehrlich. Dennoch bin ich weggelaufen. Atemlos stehen geblieben, in irgendeinem schmutzigen Hausflur, mehrfach umgesehen... nicht, dass sie mich doch noch verfolgt und einholt. Alles nur das nicht.
"Eines Tages findet dich die Liebe," meinte zumindest immer meine Tante Gabi. Und Tante Gabi muss so was wissen. Schließlich sitzt mein Onkel schon seit 34Jahren neben ihr. Ob die Liebe noch in den Beiden wohnt ist eine andere Geschichte. Tante Gabi weiß alles. Punkt. Das ist einfach so.
Ich bin gern allein. So kann ich alles rosa streichen. Heiraten finde ich auch bescheuert und unromantisch. Ich bin nicht anhänglich. Also nicht so sehr. Ich brauche meine Freiheiten. Ja, die brauche ich unbedingt. Ich brauche zu lange im Bad und sehe ungeschminkt schrecklich aus. Ich schlafe unruhig und bin schrecklich kitschig. Ach..morgens kann ich nicht reden.Ich mache mir zu viele Gedanken. Über alles. Und verletzte Tiere schleppe ich immer durch die Gegend. Alte Damen tun mir leid und Nonnen finde ich so herzallerliebst, dass ich sie am liebsten umarmen würde. Auf der Stelle. Ich bin ungeschickt und laufe gern irgendwo gegen. Wie soll da noch die Liebe einen Platz finden? Unmöglich.Die Liebe wird es nicht bei mir aushalten. Niemals. Wahrscheinlich bin ich schon zu lange allein.
Ich denke ständig an Süßigkeiten, esse sie aber nicht. Ich lache zu viel. Wenn ich mit Freundinnen zusammen bin, dann kann man mich kaum aushalten.Ich ziehe mich altmodisch an. Liebe Blümchen und kleine Blusen. An Turnschuhen komme ich selten vorbei. Ach...ich gebe zu viel Geld aus. Ich kenne mich nicht mit Computern aus. So gar nicht und sie interessieren mich auch nicht. Dafür kann ich tagelang Zelda spielen. Filme kenne ich nie und vor Straßen habe ich Angst. Wenn ich beschwipst bin, bin ich schrecklich. Wie soll mich da die Liebe lieben? Unmöglich.
Und während ich so in einem kalten Hausflur saß,klein, mit angezogenen Beinen und darüber nachdachte, wie ich mich am besten vor der Liebe verstecken kann..da war sie schon längst da. Eingezogen. Über Nacht. Einfach so. Ohne mich zu fragen. Nur Tante Gabi,die wusste es schon. Aber die weiß eh immer alles.

P.S: Es muss sich niemand Gedanken machen, ich passe gut auf die Liebe auf und habe ihr einen wunderschönen Platz zum wohnen angeboten. Linke Herzseite mitKeller und Dachterrasse.

8. August 2008

Suche Insektengift.

Ich schreibe gern. Das ist so. Ich erzähle liebend gern kleine Funkelgeschichten. Geschichten von Frau Maus oder den Kindern aus der Eichmannstraße. Ich erzähle von Männern, Freundinnen, Träumen, Ängsten, Elfen und rosaroten Schokoladenmuffins. Herzensgeschichten. Sie würden mir fehlen, würde ich sie nicht schreiben. Sehr sogar.
In letzter Zeit schreibe ich weniger. Viel weniger. Warum? Naja, seitdem ich schreibe gibt es immer wieder komische Leute. Leute, die wie blutrünstige Mücken auf einen Angriff warten. Mücken die mich ermahnen, beschimpfen, verbessern, bedauern, belächeln, angreifen und aussaugen. Ich habe sie immer ignoriert. Versucht zu verdrängen. In letzter Zeit nehmen solche Mückenangriffe wieder zu. Die Flasche mit dem Insektengift ist weg. Weit weg. Ich bin müde geworden. Und während ich das hier schreibe fliegen 10rosarote Geschichten einfach so weg. Puff. Zerplatzt. Tschüß, ihr ungeschriebenen Geschichten. Schade drum. Manchmal mache ich mir zuviele Gedanken. Hm. Eigentlich mache ich mir immer zu viele Gedanken. Ich weiß, ich sollte es mir nicht zu Herzen nehmen. Ja, das weiß ich. Ich sollte die Mails gleich löschen. Sollte Nachrichten ignorieren und einfach nur schreiben. Zuckersüß, Traurigschön und Rosarot. Aber ich kann es nicht. Zu häufig sind die Mückenangriffe und zu viel Blut wurde schon ausgesaugt. Ich hoffe nur, dass ich es überlebe. Irgendwie.

6. August 2008

Christstollen im August

Wenn ich so aus meinem Küchenfenster sehe, dann schaue ich auf das Haus von Gisela. Denn schräg gegenüber wohnt Gisela mit ihrem Mann. Verheiratet sind sie nicht. Dennoch ist es ihr Mann.Ist einfach so und niemand würde es in Frage stellen.
Wenn ich so aus dem Küchenfenster sehe, dann sehe ich Gisela hinter der Gardine stehen. Sie steht dort immer. Aus Angst. Angst irgendetwas zu verpassen. Sie weiß wann ich nach Hause komme. Sie weiß auch was ich letzte Woche getragen habe. Sie weiß wenn ich morgens zu spät zur Arbeit gehe. Sie weiß wann ich betrunken nach Hause wanke. Letzteres passiert aber eher selten. Fast nie. Aber zurück zu ihr. Zu meiner Nachbarin von schräg gegenüber. Gisela hat schwarze,kurze Haare. Diese lässt sie sich nur vom Frisör machen, daher schläft sie generell und immer nur im sitzen. Aus Angst. Angst ihre Frisur zu zerstören. Naja, eigentlich schläft sie eh nicht. Da sie ja immer hinter dem Fenster steht. Sie ist stark übergewichtig und trägt daher immer schwarz. Macht schlank, meint sie. Macht allerdings auch sichtbar, hinter der weißen Gardine, denke ich. Kochen und backen kann Gisela nicht. Das macht ihr Mann. Oder sie gehen in ein Restaurant.Manchmal backe ich ihr einen Kuchen. Am liebsten hat sie Christstollen.Mit vielen Rosinen. Und viel Marzipan. Das liebt sie. Den backe ich ihr immer pünktlich zum ersten Advent. Und zu Weihnachten. Manchmal dann auch zwei, weil ja ihre Familie kommt. Eigentlich sind es die Söhne ihres Mannes. Aber irgendwie auch ihre. Das ist einfach so und es würde niemand in Frage stellen.
Letzte Woche ist Gisela ins Krankenhaus gekommen. Niemand steht mehr hinter der Gardine. "Ein Segen. Endlich mal keine Bewachung. Vielleicht nimmt sie auch endlich mal ab, sonst platzt sie irgendwann und zwar nicht vor Neugier..diese schreckliche geschwätzige Person.."meinte ein Nachbar. "Sie hat Krebs", meinte ich. "Sie hat noch ein Jahr. Höchstens.Man kann nichts mehr für sie machen." "Oh,"meinte ein Nachbar und ging eilig weiter.
Nun backe ich einen Christstollen. Im Sommer. Für Gisela. Mit vielen Rosinen. Und Marzipan. Das liebt sie doch so.

5. August 2008

Sommerpause fast beendet.

Ich sollte mal wieder was schreiben. Ja. Sollte ich. Vielleicht heute Abend. Oder morgen. Es ist viel passiert.