1. November 2010

Honigbonbons

Meine Oma.
Meine Oma war immer eine ganz besondere Frau.
Sie war so eine feine Dame, die niemals Hosen trug. So eine feine Dame mit Hut. Man hat sich nach ihr umgedreht. Sie war immer freundlich, liebenswert aber auch direkt und sie sagte immer ihre Meinung.
Ich wollte immer so werden wie sie. So feine Hände haben, so weiche Gesichtszüge, die filigranen Perlenohrringe und die schönen Kleider. Lila, braun, blau, grün oder geblümt.Sie benutzte immer ein und denselben Duft. Man erkannte sie sofort daran. Frisch, sauber, leicht- wie frisch gewaschene Wäsche.
Ich wollte so lachen wie sie und so schöne Geschichten erzählen.
Ich wollte so vieles.
"Mieze, meine Mieze. Du bist ein feines Mädchen" Das hat sie immer zu mir gesagt. Und wenn ich mal traurig war hat sie mich in den Arm genommen, mir ein Honigbonbon gegeben oder eine heiße Schokolade gekocht. Im Sommer machte mich auch eine Fanta glücklich. Die gab es bei meinen Eltern nämlich nie.
Ich habe es nie geschafft so zu werden wie Oma. Ich werde niemals so elegant sein. Ich trage auch keine Hüte, nur Mützen. Ich besitze keine Perlenohrringe und Kleider trage ich nur im Sommer. Mein Parfüm wechsele ich täglich und so lachen wie sie kann ich auch nicht.
Mieze, deine Mieze. Ich will nur dein Mädchen sein.
Eins habe ich mir von ihr angewöhnt. Ich habe ständig ein Bonbon in der Hosentasche. Wenn ich mal traurig bin, stolpere, mir schwindelig wird oder wenn ich jemanden damit glücklich machen kann.
Honigbonbons können Leben retten. Auch Herzen. Und Seelen.
Manchmal können sie auch vermissen lindern und Erinnerungen wecken.
Glaubt ihr nicht?
Ist aber so.
Wer es ausprobieren möchte: Ein/zwei Bonbons in die Hosen/Manteltasche stecken und nach Bedarf langsam lutschen. Danach sieht die Welt etwas hübscher aus.Ehrenwort.

Kommentare:

  1. Kannste mal was anderes schreiben?

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  2. Ich mag keine Honigbonbons. Lass Dich bitte trotzdem nicht von so unkonstruktiven Kommentatoren verunsichern oder beeinflussen. Versuch nicht, Dich für Deine Leser zu verbiegen, schreib was Du denkst. Es wird genug geben, denen das gefälllt.

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  3. Liebe Mia,
    genau diese Art von Beiträgen meinte ich *hach* Da hast Du heute jemanden glücklich gemacht :-) Die Geschichten mit Deiner Oma mochte ich immer mit am liebsten...
    Ka hat aber Recht - verbieg Dich nicht. Wenns nicht das ist, worüber Du gerade nicht schreiben magst, dann schreib nicht darüber. Ich hab nur gesagt, was mir fehlt - ganz ehrlich und direkt ;-)
    Liebe Grüße,
    ich nehm mir dann mal ein Bonbon (Salbei ist auch ok, oder?),
    Christine

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  4. Mir ist vorhin aufgefallen, daß ich die Geschichten mit und über Deine Oma wahrscheinlich auch deshalb so gerne mag, weil ich selbst nie eine Oma hatte und Deine Oma ist genauso, wie man sie sich vorstellen und wünschen würde :-)

    Dabei ist mir aufgefallen, daß ich Dein Blog inzwischen echt eeeewig lange lese! :-) Soviele schöne Erinnerungen...

    Ich mußte eben in die Apotheke und da ich seit 2 Wochen immer wieder Halsschmerzen hab, hab ich mir Bonbons zum Lutschen mitgebracht. Als ich Honigbonbons von Em-eukal sah, huschte ein Lächeln über mein Gesicht und ich hab sie gekauft - und Du hattest Recht, daß die Welt danach wieder etwas hübscher aussieht :-)

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  5. KA: Ich glaube, man muss keine Honigbonbons mögen- wahrscheinlich funktioniert das mit allen Bonbons auf der Welt.
    Weißt du, ich schreibe schon relativ lange und ich schreibe für mich und für euch. Ich meine Tete leben mit euch und euren Kommentaren ich bin irgendwie süchtig danach. Jeder kann seine Meinung äußern, das ist mir wichtig- aber sie muss passend sein und darf nicht verletzen. Auf einzelne kleine Dinge gehen ich daher nicht ein.

    Aber ich freue mich, wenn Texte berühren und/oder gefallen. :)

    @christine: Das freut mich, dass du glücklich bist. :) Ich schreibe gern über meine Oma und meinen Opa- sie waren so wundervoll. Allerdings waren sie nie so Bilderbuchgroßeltern. Also nicht im klassischen Sinn. Meine Oma war immer sehr rührend, liebevoll aber auch sehr dizipliniert und teilweise streng. Wenn wir bei Tante Finchen eingeladen waren, musste ich immer am Tisch sitzen bleiben. Ich durfte mir ab und zu ein Buch ansehen. Aber mehr war nicht gern gesehen. Fand ich als Kind wahnsinnig langweilig. Das einzige was ich dadurch lernte war: Geschichten zu lauschen. Vielleicht erzähle ich auch deshalb gern von anderen Menschen. :)

    Ich habe dein Kommentar nicht als negativ angesehen. Ich habe verstanden was du damit meinst. Das ist vollkommen ok. Ich schreibe die Geschichten die mir am Herzen liegen.

    Ich reiche dir noch ein Honigbonbon. Habe einen hübschen Abend!

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  6. Ich hab nur gemerkt, daß es eine kleine Pause gab und dann schreibst Du wieder und gleich kommen Leute und äußern Wünsche, und dann bekommt man das Gefühl, Du versuchst Dir was aus den Fingern zu saugen. Und das funktioniert wohl nicht. Klar gefällt einem als Leser mal dies nicht und mal jenes, aber wenn einem ein Blog nicht passt, soll man halt was anderes lesen. Mir ist Deine Offenherzigkeit, was Dein Innenleben, Deine Fotos und Deine Liebeserklärungen angeht, auch manchmal etwas viel (Wenn man öffentlich schreibt, muss man wohl auch Kritik vertragen ;) ), trotzdem muss ich einfach sagen, dass ich Dein Blog gern lese, und ich lese es schließlich gern, weil Du so schreibst, wie Du schreibst. :-)

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  7. "gleich kommen Leute und äußern Wünsche"

    Meines Wissens hab nur ich etwas dazu geschrieben (oder hab ich etwas übersehen?) und meines Wissens hab ich nur gesagt, was ich von früher vermisse. Nicht, daß Mia wieder mehr dazu schreiben soll. Oder ich ihren Blog doof finde, wenns so weitergeht. Oder ich dann hier nicht mehr lese (denn Dein Beitrag liest sich so, als hätte ich all das getan und "angedroht").
    Ich hab schon bei dem ersten Kommentar deutlich dazu geschrieben, daß es Mias Blog ist. Und sie hat mich ganz offen gefragt, ob ich denn etwas bestimmtes von früher vermisse und sie für Anregungen dankbar ist. Nicht, daß sie sich dafür dann verbiegen wird oder nichts anderes mehr schreiben wird. Was ja auch völliger Quatsch wäre.

    Übrigens gabs schon früher Schreibpausen - vielleicht liest Du noch nicht lange genug mit, um das zu wissen.

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  8. Liebe Mia,
    vielen Dank für den Honigbonbon :-) *lecker*

    Ich finds gar nicht schlimm, wenn Omas auch etwas streng sind - sie sind eben in anderen Zeiten aufgewachsen :-) Aber das generelle Gefühl, so eine Oma zu haben und zu ihr kommen zu können, wenn man Sorgen hat, das ist sicher schön gewesen, oder? Ich freu mich für Dich, das Du das erleben konntest :-)
    Wobei das mit dem Tisch wirklich langweilig klingt. Aber wie Du schreibst, hatte ja auch das seine guten Seiten ;-)

    Ganz liebe Grüße!

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  9. @christine: Neinnein, so war das gar nicht gemeint, Dein Kommentar war ja nett, ich meinte eher den hier oben und dies "Drei Posts angefangen und gelöscht", das auf die Situation schließen ließ.
    Jeder mag halt andere Geschichten lieber. Und Mias Situation hat sich über die Jahre zu ihrem großen Glück sehr geändert :)

    Ich lese schon länger mit, sag aber nie was ;)

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  10. Ehrlich

    Ihr bringt es auf den Punkt, die meisten Texte nerven. Probleme die gewälzt werden, Liebesblabla, Abnehmepisoden und ständiges Einerlei.
    Früher lebten die Texte, heute sind sie nur noch Herzschmerzweltuntergang.
    Man darf sich nicht zum bloggen zwingen. Bloggen ist ein Lebensgefühl, das ich hier leider nicht mehr finde.
    Vielleicht hast du im Abnehmwahn dein Lebensgefühl mit abgegeben, ich weiß es nicht.
    Früher hast du mir besser gefallen.

    S.

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  11. Frage

    Isst man Bonbons wenn Magersüchtig ist?

    S.

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  12. Lieber S., das, was Du meinst, bringen wir garantiert nicht auf den Punkt. Geh woanders nölen.

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  13. Heyho S.,

    Ich habe eine ganz umwerfende Idee für dich: Lies die alten Texte und nicht die neuen. Menschen ändern sich. Manchmal. Ich finde Mia so wunderbar, wie am ersten Tag, an dem ich sie gelesen habe. Wenn nicht noch wunderbarer. Schreiben ist nicht immer einfach. Bloggen ist kein Lebensgefühl. Lifestyle vielleicht. Aber darüber lässt sich streiten.

    Wenn mir die Texte eines Bloggers nicht mehr gefallen, dann sage ich es freundlich. Vielleicht wird man gehört, vielleicht nicht. Auf jeden Fall hat niemand ein Recht auf einen bestimmten Stil. Man sollte nicht immer irgendwelche Schlüsse ziehen, wenn man gar nicht weiß, was los ist.

    Ich habe jahrelang täglich mehrere Texte geschrieben, manche gute, manche weniger gut. Dann habe ich irgendwann immer weniger geschrieben und jetzt fast gar nichts mehr. Das Leben verändert sich. Ich bin auf anderen Plattformen aktiver, mache andere Dinge in meinem Leben.

    Wir mögen Mia. Du anscheinend nicht so. Keiner muss lesen. Ich bin dankbar, dass ich es darf. Und freue mich auf alles kommende.

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