25. Oktober 2007

Meine lieben Leser...

Mein lieber Tagesretter,

Heute morgen stand ich in der Kälte und wartete auf den Bus.Meine Handy summte leise und ich bekam eine gemeine,frostige und fiese Sms. Sie war kälter als die gefühlten 2Grad. Viel kälter.Ich zog meine Jacke näher an mich heran,steckte die Hände tief in die Jackentasche und sah auf den Boden.
Wenn ich an deine Sms denke, dann wird mir ganz warm. Wärmer als die gefühlten 20Grad im Sommer. Viel wärmer. Dann lächel ich, streiche mir die Haare aus dem Gesicht und fange an zu träumen.
Im Bus redete Susi auf mich ein. Sie gähnte und meckerte, schimpfte und fluchte.Sie soll endlich aufhören. Sofort.Ich sah aus dem Fenster und wünschte mich an einen anderen Ort. Weg.. weit weg.
Wenn ich mit dir rede, dann möchte ich möglichst viel von dir hören. Dann kann ich von deinen Worten kaum genug bekommen. Manchmal seufze ich leise und schließe die Augen..dann bin ich nah..ganz nah bei dir.
Eine Kollegin ärgerte mich. Sie sagte Sachen, die gemein waren. Meine Augen wurden ganz zornig und meine Lippe ganz schmal.Ich holte tief Luft und wenn ich jetzt dran denke, dann bin ich immer noch ärgerlich.Blöde Kuh. Das bekommt sie noch zurück.
Wenn du mich ärgerst, dann ist es nie gemein und ich muss immer leise lachen. Ich verschränke die Arme und sage: "Tzze..oder..Pffffff..oder.. ich höre dich gar nicht mehr." Aber böse bin ich dir nie.Ich schaffe es nicht einmal zwei Minuten zu schmollen, denn dann bringst du mich schon wieder zum lachen und ich sage Sachen wie: "Mhmmm..oder Hascheaaeaha."
Ich musste zum Chef. Persönliches Gespräch. "So geht es nicht, Frau Niemand. Sie müssen ihr Verhalten ändern. Sie äh..sie wissen (als er das sagte, starrte er mir auf den Hintern)ich mag sie und ihre Arbeit..aber ich kann das nicht tolerieren (...)" Er redete und redete und ich war klein ganz klein.
Ich musste an dich denken. Ich musste an deine warmen Worte denken. Ich werde es überleben, denn du bist in Gedanken bei mir. Ich lächelte und starrte auf die große Wanduhr. Immer wenn ich an dich denke, dann ist alles halb so schlimm.
Auf meine Jeans tropfte Kleber. Meine Finger waren voll mit Farbe. Die Wimperntusche saß längst nicht mehr perfekt. Meine Haaren waren wirr und meine Turnschuhe hatten schon bessere Zeiten erlebt. Der Mann der den Strom ablesen sollte fand mich ziemlich unattraktiv. Das sah ich ihm sofort an.
Du magst mich auch wenn ich nicht perfekt bin. Selbst ungeschminkt ,mit komischen Haarfarben, alten Turnschuhen oder Farbe auf der Wange.Ja, selbst dann.

Du bist wunderbar. Und du rettest mich jeden Tag ein klitzekleinwenig.
Ich bin froh, dass es dich gibt. Wirklich. Unendlich froh.

Indem Sinn wünsche ich dir noch einen zuckerschönen Tag.


Deine Mia*

Kommentare:

  1. es gibt scheiß tage, so ist das, muss man mal beim namen nennen, scheiß tage, in denen der wurm drin ist...es ist schön, dass du etwas oder jemanden hast, der dir, zumindest gedanklich, darüber hinweg hilft!

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  2. jemand von nebenan26. Oktober 2007 um 10:24

    das erinnert mich an tolle Zeiten mit Ihnen Fräulein Niemand... :o)

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