26. Juni 2011

Allein

Seitdem ich 17Jahre alt bin wohne ich allein.
Mal mit Hamster, jetzt mit Kater.
Zuerst hatte ich eine kleine Wohnung. Klitzeklein. Aber es war meine Wohnung. Yeah.
Dann wurde die Wohnung größer und jetzt wohne ich recht großzügig.
Ich kaufte neue Möbel, die Wände wurden Pink, Lila, Rosa, Weiß und ich war im schönsten Mädchenhimmel.
Freundinnen liebten meine Wohnung, Freunde kamen damit zurecht, irgendwie.
Männer kamen selten in mein Reich und wenn, dann nur für kurze Zeit. Da war der recht seltsame Aljoscha. Fußball, Bier und mein Essen liebte er mehr als mich. Er schlief bis 14Uhr und ich war froh, wenn ich, nach ihm, die Zimmer lüften konnte.
Nach 4Wochen trennte ich mich.
Ich lernte Mitch kennen. In den war ich ziemlich verknallt. Er auch in mich. Ein wenig. Irgendwie. Naja, vielleicht nicht so sehr. Als ich aus einem Kurzurlaub kam, war er weg. Ohne Ein Wort. Ich war am Ende und musste erneut, ernüchternd feststellen, dass ich allein doch am Besten zurecht komme.
Ach... dann war da noch Hendrik. Hendrik war durch und durch positiv. Er stellte mich nach 2Tagen seiner kompletten Familie, Freunden, Kollegen, Verwandten und Bekannten vor. Er brachte mir ständig Geschenke mit und bastelte mir kleine Dinge. Er war verdammt gefühlsbetont und wahnsinnig romantisch. Leider teilten wir weder Ansichten noch Gefühle und so blieb ich allein.
Allein in meiner Wohnung.
Das soll jetzt gar nicht so sentimental klingen, denn ich mag es allein zu sein. Wirklich.
Das Ende, dieser Geschichte, kennt ihr ja schon.
Ich lernte mein Herz kennen. Luca. 800km entfernt, 4Jahre Beziehung. Nicht immer einfach aber einfach zuviel Herz involviert. Trennung unmöglich.
Jetzt zieht er zu mir. Ich bin dann nicht mehr allein. Ich freue mich drauf. Sehr.
Trotzdem mache ich mir ab und zu Gedanken. Wird es gut gehen? Wird er nach 2Wochen wieder fahren? Hält er es mit mir aus?
Wie nennt man diese kleine Panik, kurz vor einem neuen großen Schritt? Ich weiß es nicht genau, aber sie ist in mir drin- ab und zu.
Im Juli wohne ich dann nicht mehr allein.
Dann mit Luca und Kater.

Neues Kapitel.

24. Juni 2011

In eigener Sache

Ich stand an der Kasse.
In meiner Hand ein paar Teile. Ein Duschgel, Wattepads, eine Zeitung und eine kleine Kerze. Die Schlange der Menschen schlängelte sich um die einzige Kassiererin und ich stand so da. Schritt für Schritt ging ich weiter. Dachte über dieses und jenes nach und irgendwann erreichte ich sogar mein Kassenziel. Yeah. Auf meinem linken Arm balancierte ich meine Waren und mit der rechten Hand fischte ich nach Geld. Bis ich merkte, dass ich meine Hand bzw. Arm nicht mehr richtig steuern konnte. Schwerfällig suchte ich nach Geld, konnte aber kaum noch meinen Arm bewegen. Ich ließ den Mann, der hinter mir stand, gequält lächelnd vor gehen. Meine rechte Körperseite war wie betäubt. Ich zitterte, meine Schulter verkrampfte sich, Bewegungen schienen unmöglich. Ich zog mein Bein nach und legte irgendwo die Produkte hin. ( Entschuldigung, ich weiß, dass man das nicht macht)
Ich brauchte für meinen Heimweg 45min. Normalerweise benötige ich 5min.
Zitternd, schwitzend, verkrampft und nahezu bewegungsunfähig kam ich zu Hause an. Kaum in der Lage zu reden.
10min später saß ich beim Arzt, 1Stunde später lag ich im Krankenhaus.
Meine gepackte Tasche neben mir. Angst in mir. Unwissen in allen Augen.
"Sie haben Schmerzen?" "Ja, ich glaube schon." "Hm."
Blutabnahme, EKG, diverse Tests, Untersuchungen. Röntgenaufnahmen.
Dann lag ich da.
Allein.
Irgendwo in einem Krankenhaus in Paderborn. Irgendwo in einem Zimmer. Hin und wieder piepste etwas. Ich weiß nicht wie lange ich dort so lag. Vielleicht 1Std, wahrscheinlich länger.
Irgendwann kam mal wieder eine Ärztin.
"Ich weiß nicht, was sie haben." "Oh."
Nach etlichen Gesprächen durfte ich wieder nach Hause.
Dann lag ich im Bett.
Allein.
Angst in mir. Unsicherheit.
Einige Ärzte warteten noch auf mich. Niemand konnte mir sagen, was ich genau habe.
Meine rechte Körperhälfte krampfte weiter und gehen wurde mit jedem Schritt schwerer.

Bis, ja bis mir eine Ärztin weiter helfen konnte.
"Ihnen fehlt Magnesium."
Hoch dosiert nehme ich nun drei mal täglich Magnesiumtabletten. Nach einem Tag entspannte meine Muskulatur.
Erleichterung.
Aufgrund meiner jahrelanger Diät waren sämtliche Magnesium-Vorräte aufgebraucht. 
Mittlerweile geht es mir sehr viel besser.

Dennoch bleibt ein Gefühl in mir drin. Ein Traum, den ich jede Nacht träume.
Ich liege allein im Krankenhaus, niemand kann zu mir. Ich liege da und die Zeit tickt vor und zurück.
So etwas möchte ich nicht. Nicht mehr.
Kann man ein Schreiben aufsetzen, wer im Notfall zu einem darf? Wie kann man so etwas regeln?
Wie sieht es mit dem Partner aus? Bekommt er Auskunft ?
Wisst ihr da mehr?

20. Juni 2011

Tante Mia

Heute erreichte mich eine Mail.

"Liebe Frau MiaNiemand,

ich bin in ihren Augen noch ein junges Mädchen. Ich bin 13 1/2, also fast 14Jahre alt. Ich darf jeden Tag eine Stunde an unseren Computer. Einmal um meine Hausaufgaben zu machen, um mit Freundinnen zu chatten und so Kram halt. Ein wenig Zeit nutze ich aber auch um ihre Seite zu lesen. Sie haben mich sogar zu einem Aufsatz inspiriert, morgen bekomme ich ihn zurück, mal sehen, ob er gut ausfällt. (Bitte drücken sie mir die Daumen, ich benötige noch eine gute Zensur). Meine Mutter schaut immer, welche Internetseiten ich besuche und anklicke. Ihre Seite findet sie auch gut. Keine Jugendgefährdung oder so. Liegt meiner Mutter immer auf dem Herzen. Ich glaube, mittlerweile liest sie Sie auch.
Ich möchte mich für ihre Geschichten bedanken, sie gefallen mir richtig gut. So macht mir lesen Spaß. Auch wenn sie schon sehr viel älter sind als ich, kann ich einiges verstehen. (So ungefähr zumindest)
Ich finde sie sehr nett und ein wenig sind Sie wie eine Tante oder große Schwester für mich geworden. Ich habe keine Geschwister, nur einen Hamster.
Naja, ich schreibe zu viel. Ich wollte ihnen nur einmal "Hallo" sagen und ich freue mich auf neue Geschichten von ihnen.

Ihre Leserin

Tamara"

Liebe Tamara,
DANKE! (...)
P.S.: Zu großen Schwestern oder Tanten darf man immer "DU" sagen.


Deine Mia

4. Juni 2011

Dankbar

Ich könnte gerade etwas weinen. Vor Freude.
Ja, auch so etwas kommt vor.
Ich sitze auf dem Balkon, die Sonne scheint mir auf die Füße, neben mir eine Schale mit Erdbeeren, einer Banane, einigen Heidelbeeren und Naturjoghurt. Bei der Hitze gibt es kaum besseres.
Auf der anderen Seite steht ein Glaskrug mit Mango/Limetten Tee. Frisch gekocht und eisgekühlt.
Daneben, kaum bemerkt liegen einige Lakritzkatzen. Ich liebe Lakritze.
Viel zu lange habe ich darauf verzichtet.
Ich habe auf so viele Dinge verzichtet. Ich war sehr streng. Mit mir. Kein Eis, keine Kekse, keine Schokolade, keine Nudeln, keine Soßen, kein Brot es wurde immer mehr und mehr.
Strenger und strenger wurde ich und mein Gesicht.
Ich habe Youtube-Videos gesehen, in denen mehr oder weniger schlanke Frauen Diätdrinks befürworteten. Habe mir Sportmagazine und Diätheftchen gekauft. Ich habe Tweets gelesen, in denen Mädels nur ein Brezel, einen Apfel und einen kleinen Joghurt essen. Den ganzen Tag lang. Jeder erschien mir schlanker, dünner, fitter, hübscher.
Ich fühlte mich schlecht und schlechter. In meinen Kleidern steht nie 36. Vielleicht 40. "Schneiden sie das Schild einfach raus," riet mir eine Verkäuferin. "Niemand möchte so eine Größe haben, ich verstehe das."
In mir pochte kein Glück mehr. Manchmal stand ich völlig ratlos und überfordert im Supermarkt. Irrte durch die Gänge und ging mit einer Tütensuppe wieder hinaus.
Keine Freude mehr.
Nicht mehr die Freude in mir zu haben- etwas zu essen. Das hat mich ganz krank gemacht. Zum Frühstück nur Obst, am Mittag Obst. Am Abend etwas Gemüse oder Salat. Vielleicht eine Suppe.
Nicht nur mein Magen war leer, auch mein Kopf, meine Seele und mein Herz. Ja.
Ich habe immer noch keine Modelfigur und ich werde auch nie eine haben.
Dies ist ein Text an alle Mädchen da draußen. Alle Mädchen die mit Magenschmerzen irgendwo sitzen, dünner und dünner werden möchten.
Hört auf damit und seit einfach liebenswert.
Ich bin/war nicht immer ein gutes Vorbild. Ich kann auch nicht garantieren, dass ich es immer alles gut schaffen werde, aber ich verstehe euch. Ich weiß, wie ihr euch fühlt. Ihr da draußen. Unglücklich, weil ihr keine 36, 38, 40 oder was auch immer habt. Ich weiß, wie einen Gedanken um den Verstand bringen können, Kalorien zu Feinden werden und jedes Stück Kuchen einem die Kehle zu schnürt.
Ich weiß es. Zu genau. Leider.
Ich saß letztens an der Bushaltestelle. Mir war schwindelig, mein Magen schmerzte. Ich saß da und betrachtete die Menschen. Neben mir eine ältere Dame. Sie lächelte mich an und ich lächelte schief zurück. "Darf ich sie ansprechen?" Mein Herz seufzte leise. Viel zu lange hat mich niemand mehr angesprochen. " Ja." sagte ich fast zögernd. " Sie haben so ein liebenswertes Gesicht. Ich möchte mich einfach etwas mit ihnen unterhalten. Ich lerne so gern neue Menschen kennen. Ich glaube, sie sind sehr liebenswert. Ich bin Oma Elli." "Mieze, ich bin Mieze." Fast hätte ich Oma Elli umarmt.
Jeden zweiten Tag sehe ich nun Oma Elli. Jeden zweiten Tag erzählt mir Oma Elli neue Geschichten, über ihren Mann, ihrer Kriegsgefangenschaft, ihren Enkeln, Nachbarn und Bekannten.
Sie winkt mir, sie drückt immer leicht meine Hand und haucht mir neue Geschichten in den Kopf.
" Mieze, sie sind so ein liebenswerter, hübscher Mensch. Ich rede so gern mit ihnen." Ich sauge jedes Wort von ihr auf. Freue mich. Sie ist interessiert an meinen Worten, Lachen, Gesten. Meine Figur ist ihr so egal. Sie redet mit mir weil, sie mich liebenswert findet. Einfach so.
Ich werde wieder offener. Lächele mehr. Esse, weil ich Lust darauf habe.
Ich blühe auf. Freue mich mehr. Werde liebenswerter jeden Tag.
Ich habe so viele Pläne. Früher habe ich jede Woche Brot gebacken, Kuchen, Tartes und Törtchen. Ich habe Kochbücher, als Nachtlektüre gelesen und wilde Rezepte im Kopf gekocht.
Ich habe es mit Liebe getan. Mit voller Liebe und Hingabe.
Und ja, diese Liebe habe ich wieder gefunden, irgendwo auf einem Pflasterstein. Ja, da lag sie. Meine Waage habe ich längst entsorgt. Ich möchte weiterhin gesund essen- aber ich möchte nie wieder verzichten und hungern.
Ja, ich bin zur Zeit sehr glücklich. Seid es auch. Jeden Tag mehr. Es geht. Wirklich.
Versucht es und seid einzigartig. Ich möchte einfach Mia sein.Keine Zahl oder Nummer.Meine Mia. Eure Mia. Deine Mia.

Lasst euer Herz schlagen. Spürt es. <3

Denn manchmal- hat nicht der Kopf Recht. Manchmal weiß es euer kleines Herz besser. Es ist manchmal nur nicht laut genug. Pssssst. Hört hin und gebt ihm eine Chance.

Ich weiß, ich kann keine Welt verändern. Dennoch liegt mir dieser Text am Herzen. Ich bin alles andere als perfekt. Ich möchte auch kein Vorbild sein. Ich möchte nur, dass Frauen und Mädchen ein klein wenig glücklicher sind. Im Herzen und in ihrer Seele. Zufriedener. Gelassener. Entspannter. 
Ich glaube, zusammen schafft man es manchmal besser.



1. Juni 2011

Bald


Bald... es dauert nun nicht mehr so lange, dann ziehe ich mit meinen Freund zusammen. Nach fast vier Jahren Fernbeziehung und knapp 800km zwischen uns teilen wir uns endlich eine gemeinsame Wohnung. 

Dafür möchten wir bald, auch virtuell, unser Leben ein Stück weit mit euch teilen. Luca und ich zeigen euch dann unseren Umzug, unsere Einrichtung, Dekoideen, Nerdkram, Kochexperimenten und natürlich unserem Leben. Es treffen Blogmädchen-Fashion-SchnickSchnack und Kosmetik-Begeisterung auf Nerd. Texte treffen Fotos, Videos treffen auf Livestreams. Kurzum: Es wird spannend und ihr dürft exklusiv den Blick durch Schlüsselloch wagen.
Begleitet uns.. wer weiß was in nächster Zukunft noch alles passiert. 

Liebste Grüße
Eure Mieze. 
Noch allein. 

P.S. Wir werden dafür eine neue Seite erstellen. Bislang haben wir noch keinen Namen. Ideen?