28. Mai 2010

Halt mich

Manchmal bin ich neidisch, auf all die Paare da draußen. All die glücklich, grinsenden Paare da draußen.
Die sich morgens, mittags und am Abend haben. Ok, zwischendurch Uni, Arbeit oder sonstiges. Aber die meiste Zeit haben sie sich.
Ich bin neidisch drauf. Ich will das auch. Jetzt. Sofort. Will ihn um mich haben. Immer.
So wie alle anderen Paare da draußen sein. Irgendwie normal. Sein.
So ein wenig zumindest. Manchmal bleibt mein Herz etwas stehen. Und ich frage mich, was er gerade jetzt macht. Wie es ihm geht. Was er denkt und fühlt. Er fehlt mir. Ja. Verdammt. Ich vermisse ihn. Tag für Tag.
Achthundertirgendwas Kilometer liegen zwischen uns.
Es ist anstrengend, wenn man am Abend im Bett liegt, das Headset auf dem Kopf und vor Müdigkeit fast einschläft. Wenn man nicht reden, sondern nur umarmen und schweigen will. Wenn man nach Hause kommt und etwas unbedingt erzählen will. Aber niemand. Niemand ist da.
Manchmal. Manchmal bin ich neidisch. Sehr neidisch. Auf all die Paare da draußen.
Ich denke ans umziehen, in eine Stadt die mir vielleicht Angst macht. Ich fürchte mich vor großen Städten. Tanze lieber durch kleine, bekannte Gassen. Aber ich würde es eintauschen. Weil er meine Heimat ist.
Ja.

Manchmal bin ich neidisch, auf all die Paare da draußen. All die glücklich, grinsenden Paare da draußen.
Dann denke ich dran, dass wir uns in 8Wochen wiedersehen. Uns umarmen. Halten. Küssen. Uns wiederhaben. 
Dann tue ich einfach so, als wäre es für immer. Für immer. Und immer.

24. Mai 2010

Liebe in den Morgenstunden

Es gibt so Momente, im Leben eines Mädchens, die sind extrem hübsch.
Wenn man sich verliebt beispielsweise. Oder wenn man endlich das langersehnte Traumkleid findet. Wenn man warmen Schokoladenkuchen isst oder wenn man 3Std mit der liebsten Freundin am Telefon verbringt. 
Es gibt da so Momente, da schlägt das Herz etwas schneller. Oder langsamer? Ich bin mir gerade selbst unsicher. Jedenfalls schlägt es anders. Irgendwie.
Es bleibt kurz stehen, wenn man zum ersten Mal gesagt bekommt, dass man geliebt wird. Wenn man Kinderriegeleis isst und in der Sonne sitzt. Wenn man mit vollen Einkauftüten nach Hause kommt und sich über die großartigen Sachen freut.
Es gibt da also so Situationen die einfach bezaubernd sind. Wenn man alte Briefe liest und sich alte Fotos anschaut. Wenn der nette Nachbar endlich mal lächelt und kurz winkt oder wenn man in den Arm genommen wird. 
Ich hatte gestern einen hübschen Moment. Einfach so. Leise. Klein. Nebenbei.
" Ich finde dich total hübsch wenn du ungeschminkt bist. Morgens finde ich dich wunderschön." 
Ich werde jetzt noch etwas rot. Finde, dass ist ein zuckersüßes Kompliment. Ein ehrliches und wahnsinnig romantisches. Ja, ich glaube, dass ist Liebe. In echt und so. 


( Foto: 9.30Uhr , Nachthemd, Morgenmantel, Bettdecken, ungestylte Haare, kein Makeup, müde Mieze, sonst nichts)

14. Mai 2010

Pssssst...

...it´s a secret. Ein echtes...Jajaaaaa.

11. Mai 2010

Waschpulver

Ich sitze im Zug. Gegenüber von mir sind noch zwei Plätze frei, als ein Mann, mit großer Anstrengung, ein unförmiges Gepäckstück auf mich zu schiebt. Er spricht leise mit sich selbst und wischt sich in einem kurzen Moment erste Schweißperlen von der Stirn. Er hat einen Hut auf, der in dem Gedränge vom Kopf rutscht und eine mittelgroße Glatze präsentiert. Einige Haarsträhnen stehen kreuz und quer in der Luft. Er ächzt und hievt seinen Koffer auf das Ablagegitter. Dann zieht er sich die Jacke aus, hängt sie an den Hacken und hängt seinen Hut gleich dazu. "Der Platz hier ist doch noch frei?" Er atmet schwer versucht irgendwie zu lächeln. Ich nicke stumm und schaue wieder in meine Zeitschrift.
Er riecht nach Waschpulver und Altherrenrasierschaum.
Seine Schuhe sind mittelbraun und langweilig wie so die meisten Herrenschuhe. Keine Besonderheiten. Einfach nur mittelbraun. Er faltet seine Hände über dem Geschlecht und schaut zufrieden aus dem Fenster. Leicht summend. Ich schaue kurz auf seine dunkelblauen Socken und dann wieder in meine Zeitschrift. Auf Unterhaltungen habe ich keine Lust. Überhaupt nicht. Wahrscheinlich hält er mich für arrogant. Heimlich schaue ich ihn in der Fensterscheibe an. Er kramt in seiner Hosentasche und holt einen kleinen Gegenstand heraus. Einen Kamm. Schnell und gezielt kämmt er seine wirren langen Haarsträhnen auf die linke Seite. Drückt es alles noch leicht fest und steckt zufrieden seinen Kamm wieder ein. Waschpulvergeruch strömt auf mich ein. Ich murre- aber nur innerlich. Er soll seinen Fuß zur Seite stellen. Vorsichtig strecke ich neben seinen Füßen, meinen Fuß aus.
Er streicht sich noch einmal über die Haarsträhnen und lächelt voller Zufriedenheit. Ich muss zurück lächeln, weil er so eitel ist.
Er faltet wieder seine Hände über dem Geschlecht und sieht erneut zufrieden aus dem Fenster.
Ich muss mir zwangsmäßig auch durch meine Haare streichen und widme mich erneut meiner Zeitung. " Wo geht die Reise denn hin?" Erwartungsvoll schaut er mich an. Ich habe keine Lust auf eine Unterhaltung. "Nach Wien, " sage ich knapp und schaue nicht auf. "MhmMhm." Er nickt verständnisvoll, dreht die Daumen umeinander und beißt sich etwas auf die Unterlippe. Seine Hose ist schwarz mit kleinen Fusseln. Wir schweigen. Er und ich. Danke.
"Und... was gibt es sonst so neues in der Welt?" Er lässt nicht locker. Ich atme schwer und schaue kurz auf. " Och. Immer dasselbe." "MhmMhm." Er beugt sich etwas vor, als wollte er in meine Zeitung schauen. "Da steht wohl auch nichts neues drin?" Ich ziehe meine Zeitung etwas weg. Er zieht die Augenbraue hoch. Schiebt seine kleine Brille zurecht. Die habe ich bislang noch gar nicht erwähnt. Er trägt eine Brille. Auf der Nasenspitze. Ich versuche den Waschpulvergeruch zu ignorieren. Schwierig. Ich muss an riesige Schaumberge denken und an Waschbretter. Wahrscheinlich muss seine arme Frau zu Hause bleiben und stundenlang seine Wäsche schrubben. Per Hand.
Er steht auf und wurschtelt an seinem Koffer herum. Heimlich folgt ihm mein Blick. Er zieht ein kleines Päckchen heraus. Es knistert. Butterbrotspapier. Zufrieden setzt er sich hin. Klappt vorsichtig das Papier auf und zum Vorschein kommen zwei akkurat geschmierte Brote. Belag? Ungewiss. " Hach." macht er mittellaut. Greift die erste Scheibe mit spitzen Fingern und beißt herzhaft hinein. Belag? Leberwurst. Sofort breitet sich der Geruch aus. Leberwurst trifft Waschpulver. Mir wird etwas schlecht.
"Möchten sie auch ein Brot? Sie sehen es so hungrig an?" Der Mann lacht und sein Bauch wackelt. Ertappt schaue ich zu Boden. " Nein. Danke." " Ich habe noch Brote in der Tasche. Sie können es ruhig haben." "Nein. Danke. Wirklich nicht." Er hält es mir fast unter die Nase. " Wirklich. Nicht. Danke. Ich habe keinen Hunger." "Nein?" "Nein." "Also das kenne ich nicht. Ich habe immer einen gesunden Appetit. Besonders auf Reisen. Da bekomme ich sofort Hunger: Kann man die Uhr nachstellen." Er lacht. Ich lache mit. Aber nicht so laut. Er schaut auf seine Uhr. "Oh." macht er." Oh."
Steht auf, wischt seine Hände an seiner Hose ab. Er greift nach seinem Hut und nach der Jacke. Zieht alles an, zieht den Koffer von der Ablage. " War nett mit ihnen. Ich wünsche ihnen noch eine angenehme Reise." Bevor ich antworten konnte zog er ächzend seinen Koffer hinter sich her.
"Ausstieg in Fahrtrichtung links"
Er hob noch einmal kurz den Hut und verschwand. So wie er gekommen war.
Alles was blieb war der Waschpulvergeruch und ein Leberwurstbrot. Für mich.
Danke. Und auf Wiedersehen. Wollte ich damals noch sagen.

Link vs. Shirt

Beim letzten Mal habe ich die Aktion ja schon verpasst- jetzt versuche ich mein Glück noch einmal.
Suche dir ein Shirt aus und setze einen Link. Ok. Das kann ich. Fast. Suche dir ein Shirt aus... Ich bin doch ein Mädchen. Wie soll ich mich da entscheiden? Hin und her und wieder her und hin geklickt und letztendlich für das "Nice to tweet you Shirt" entschieden. In weiß. Das passt immer...obwohl pink ist auch....argh. Ich nehme weiß. Das sieht bestimmt sehr niedlich zu meinen neuen Shorts aus. Und zum Jeansrock. Und zu den Jeansshorts. Und überhaupt. Ich finde weiß passt immer und ist wunderbar sommerlich. Ja. Ich liebe weiß und Twitter- von daher...jetzt brauche ich nur noch etwas Glück.
Drückt mir die Daumen.

P.S. Wer eine eigene Seite hat, kann sein Glück ebenfalls probieren. 200Leute bekommen ein Gratisshirt.

Ach übrigens- weitere Shirts nehme ich immer gern. Auch Schuhe, und Kleidchen und Glitzerflitzerschnickschnack...jaja....

10. Mai 2010

♥-ensangelegenheit

Wisst ihr was ich so richtig hübsch finde?
Das ich in letzter Zeit so viele neue Leser/innen bekommen habe. Ja. Wollte ich nur mal so anmerken.
Indem Sinn, könnt ihr schon weiter klicken. Tschüß, bis zum nächsten Mal.
Eure Mia Niemand

9. Mai 2010

Kurz und gut

Ich hatte immer lange Haare. Ok, längere.Ich hatte immer längere Haare. Und ich mochte es. Sie mal etwas glätten, oder einen lässigen Zopf, lockig oder hochgesteckt. Ok, eigentlich sahen sie immer gleich aus. Wilde Frisuren habe ich nie hinbekommen. Dennoch mochte ich sie. Punkt.
Länger und blond. Etwas durchgestuft und mit Pony. Frauen mochten meine Frisur. Männer auch.
"Männer mögen keine kurzen Haare." sagten meine Freundinnen. Und ich nickte.
Irgendwann wurden meine Haare kürzer. Ein Bob wurde es. Ich fand es toll. Meine Freundinnen auch. Die Männer eher weniger. Mein Freund mochte es, dennoch glaube ich, vermisste er die längeren Haare etwas. Also ein kleinwenig.
Aber ich hatte noch nicht genug. "Dein armer Freund,"meinte meine Freundin. Aber daran dachte ich nicht, als ich wieder beim Frisör saß. "Kürzer:"murmelte ich halbwegs entschlossen.
Das war vor einem Jahr. Seitdem werden meine Haare immer kürzer. Frauen finden es mutig. Männer ganz ok- aber lange Haare sind ihnen doch lieber. Weiblicher halt.
Letzte Woche war ich wieder beim Frisör. "Kurz," sagte ich entschlossen. "Sicher?" murmelte meine Frisörin unentschlossen. "Ja, sehr sicher." Schnipp, schnapp. Jetzt sind meine Haare kurz. Die Nachbarsmädchen waren entsetzt :" Boah, Mieeeze, willste jetzt ein Junge werden???" Mein Vater machte nur kurz "Hmm." Meine Freundinnen finden es wahnsinnig mutig und würden es sich nicht trauen.Männer finden es ganz ok aber irgendwie nicht feminin genug. Mein Freund findet es gut, kann sich aber auch gar nicht mehr an meine längeren Haare erinnern.
Und ich? Ich liebe meine kurzen Haare. Ich freue mich auf den Sommer und auf die kurzen Kleidchen. Sehr. Ich fühle mich sehr weiblich und kann morgens sogar15min länger im Bett bleiben.Großartig,oder?
Meine Sommerfrisur2010
Und nächstes Jahr? Da lasse ich sie wieder wachsen...oder so.