27. April 2010

Mia trifft Mia

Mia heißt auch Mia. In echt jetzt.
Mia ist genauso alt wie ich. Ich glaube, sie ist ein halbes Jahr älter.
Mia wohnt zwei Straßen unter mir. Sie hat kurze braune Haare und braune Augen. Ihre Haare sind etwas gelockt. War ich immer etwas neidisch drauf. Ok, bin ich auch heute noch.
Mia hat einen Hund.Ein Mischling, etwas dick und etwas faul.Mia hatte immer einen Hund. Als ich klein war, hatten wir auch noch einen Hund. Einen Dackel. Manchmal sind Mia und ich dann zusammen spazieren gegangen.
Letzten Sommer hatte Mia einen Freund. Daniel. Hat aber nicht lange gehalten. Sie wollte ihn nicht mehr. Im Herbst war sie dann wieder allein.
Wenn Mia Feierabend hat, hetzt sie den kleinen Berg rauf. Manchmal flucht sie dabei leise.
Als Mia noch kleiner war, also als Mia noch im Kindergarten war, bekam ich oft ihre Kleidung. Ein Apfel-Tshirt habe ich noch in guter Erinnerung. Das habe ich sehr geliebt. Sie nicht. Daher hat sie es mir geschenkt.
Manchmal höre ich Mia singen. Wenn sie auf der kleinen Bank, schräg gegenüber, sitzt. Und wenn sie glücklich ist. Ich muss dann immer leise lächeln und bin auch etwas glücklicher.
Früher hatte ich mehr Kontakt zu Mia. Heute treffe ich sie nur selten. Eigentlich weiß ich gar nichts mehr von ihr. Ich sehe sie nur ab und zu wenn sie von der Arbeit kommt oder wenn sie morgens beim Bäcker steht. Sie winkt dann immer fröhlich. Finde ich sehr sympathisch. Und so winke ich fröhlich zurück.
Gestern sprachen wir mal wieder kurz miteinander. Sie erzählte etwas von ihrer neuen Arbeit. Von den nervigen Kolleginnen und anstrengenden Aufgaben. Dann erzählte ich ein wenig von meiner Arbeit. Von den nervigen Kolleginnen und den anstrengenden Aufgaben.
Eigentlich sind Mia und ich uns ziemlich ähnlich. Ja.
Wir kicherten etwas und sie zeigte mir stolz ein kleines Heft.
Mia lernt nun schreiben. " Ich heise Mia. Ich wonne in Paderborn. Ich bin 30 Jare ald. Ich libe meinen Hund Teddy und meine Mama. Meine Mama heist Sybille." Sie strahlte. Übers ganze Gesicht. Ich mit.

Eine Kleinigkeit unterschiedet uns etwas voneinander.Mia hat bei ihrer Geburt zu wenig Sauerstoff bekommen. Es gab viele Komplikationen. Zu viele. Mia kam mit einer Behinderung auf die Welt.
Ich kenne Mia nur so. Und ich mag Mia, so wie sie ist. Da sie noch nicht so gut schreiben kann, schreibe ich ihre Geschichte auf. Denn Mias müssen zusammenhalten. Immer.

P.S.: Wenn sie besser schreiben kann, wird sie selbst kleine Texte schreiben. Da bin ich mir sicher.

24. April 2010

21. April 2010

Da ist ein Mann...

....und der lebt in der Stadt.
Ich, ich lebe in einem kleinen Ort.
Er sieht jeden Tag graue Häuser.
Ich sehe jeden Tag grüne Wiesen.
Er lebt in Österreich.
Ich in Deutschland.
Er kennt alle Namen von diversen Nerds.
Ich kenne alle Namen von diversen Bäumen.
Er kann blitzschnell meinen Laptop reparieren.
Ich kann seinen Laptop blitzschnell durcheinander bringen.
Da ist ein Mann und der mag keinen Fisch.
Ich, ich liebe Fisch. In allen Variationen.
Er hat einen wunderbaren Dialekt.
Ich verstehe manchmal kein Wort.
Er bleibt gerne lange wach.
Ich schlafe schon auf dem Sofa ein.
Er schaut mich morgens erwartungsvoll an.
Ich ziehe mir die Decke über den Kopf.
Er sagt zu Quark: Topfen.
Ich nenne Topfen: Quark.
Da ist ein Mann und der ist allergisch gegen Bienen.
Ich, ich springe über jede Sommerwiese. Auch barfuß.
Er mag Frauen mit langen Haaren.
Ich schneide meine Haare immer kürzer.
Er liebt die Berge.
Ich liebe das Meer.
Er ist sehr rational. Meistens.
Ich bin sehr emotional.Immer.
Er bewahrt einen kühlen Kopf und denkt über Lösungen nach.
Ich heule, schreie oder kichere wild.
Er mag klare Formen und Linien.
Ich liebe SchnickSchnack.
Er notiert sich Zahlen.
Ich male Herzen.
Er lebt in seiner Socialmediawelt.
Ich lebe in meiner kleinen pinken Glitzerwelt

Wir sind unterschiedlich. Der Mann und ich.
Dennoch leben wir zusammen in unserer eigenen kleinen Welt. Die ist alles und noch viel mehr. Voller Häuser, Bäume und Wiesen, Nerds und Glitzer. Voll mit Worten und Nächten.Voller Herzchen und erwartungsvollen Momenten. Voll mit Bergen und Meer. Mit SchnickSchnack und MultiMedia.
Aber vor allem ist sie voller Liebe. Ja. Vollgepackt bis oben hin.

Ich liebe (m)einen Mann.
Weil er großartig ist. Immer. 

16. April 2010

FSK 16

Manchmal. Also so manchmal, da benötige ich schlimme Wörter. Wenn ich mich aufrege- zum Beispiel. Dann denke ich nach und denke nach und mir fallen nur so mittelschlimme Dinge ein. "Pissnelke" beispielsweise. "Qualle", "Ziege", " doofe, doofe Kuh" " Dummbratze". Dann muss ich lange nachdenken. Echt wahr. Ich habe nicht so richtig schlimme Sachen im Kopf. Dabei brauche ich die manchmal. Dann denke ich mir schlimme Sachen aus und muss darüber kichern. Weil die Worte nicht wirklich schlimm, sondern albern sind. Und wenn ich lache- dann vergesse ich meinen Ärger. Blöd. Sehr blöd. Verdammt doof und bescheuert. Ja.
Manchmal. Also so manchmal, da benötige ich einfach mehr Wörter.

5. April 2010

365 + 365 = Liebe

Wenn dein Freund nicht in deiner Straße wohnt, dann ist es nicht immer einfach.
Wenn dein Freund nicht in deiner Stadt wohnt, dann ist es schwierig.
Wenn dein Freund nicht in deinem Bundesland wohnt, dann ist es kompliziert.
Wenn dein Freund nicht in deinem Land lebt, dann, ja dann, ist es unmöglich.
Meinen zumindest die Leute. Frau Maier und der Fred. Sybille und auch die eine Nachbarin. Die Eltern und die Freunde. Tom und Herr Reinlich. Manchmal auch eine gute Bekannte.

"Such dir doch jemanden in deiner Nähe."
Raten mir die Leute. Jannik und Daniela. Die alte Dame aus dem Schwimmbad und mein Busfahrer. Die Kolleginnen und Martina. Die Tante und der Verehrer.

"Und wenn ich mir jemanden suche, der in meiner Straße, meiner Stadt, meinem Bundesland und in meinem Land lebt und wir uns ganz fern sind? Was dann?"
Dann zucken die Leute mit den Schultern. Ratlos.
Und wenn ich mir jemanden in meiner Nähe suche, wir und aber nie nah sind? Was dann?
Dann zucken die Leute mit den Schultern.

Nach zwei Jahren kann ich sagen, dass mir niemand näher sein könnte. Selbst wenn jemand Tag und Nacht in meiner Nähe wäre.
Wir sind meistens hunderte Kilometer entfernt. Tag und Nacht. Dennoch ist er mir so nah wie niemand jemals zuvor. Heute sind wir zwei Jahre zusammen. Und ich möchte ihn nicht eintauschen. Nein. Definitiv nicht.

Ich liebe dich. Und danke dir für die Zeit. Für jede Minute. Ja.
Das wissen nun auch,  Frau Maier und der Fred. Sybille und auch die eine Nachbarin. Die Eltern und die Freunde. Tom und Herr Reinlich.Auch eine gute Bekannte. Jannik und Daniela. Die alte Dame aus dem Schwimmbad und der Busfahrer. Die Kolleginnen und Martina. Die Tante und der Verehrer.
Alle können, dürfen, sollen und müssen es wissen.

2. April 2010

Los gehts

So. Mein Köfferchen, ja es ist wirklich ein Köfferchen, ist gepackt. Meine Dsi lädt noch und meine Zahnbürste packe ich morgen früh ein. Morgen geht es los. Auf nach Wien. Hin zum Liebsten. Ein paar Tage entspannen, erleben, genießen und einfach glücklich sein. Hachz. Twittern darf ich ab Sonntag auch wieder und vielleicht finde ich sogar ein kleines Osterei. Oder zwei. Hasen bekomme ich nicht mehr, seit ich 6Jahre alt bin. Ich konnte sie nie essen. Sie taten mir leid. Und so verbrachten sie ihr Leben auf irgendwelchen Schränken oder in Schubladen. Unschön für Hasen.Sehe ich ja auch ein. Aber vielleicht bekommt ihr einen geschenkt. Ich wünsche euch hübsche Ostertage und viel Sonnenschein. Bis ganz bald.
Eure Mia.