22. Oktober 2009

Für Lisa

Jetzt mache ich es offiziell:
Verliebt. (!)

Gönn dir etwas Zeit zum Entspannen, dann wirst du feststellen, dass du die Liebe lebst.
Gib ihr einfach einen hübschen Raum, damit sie ihren Platz finden kann.Vielleicht bekommt sie bald schon eine eigene kleine Wohnung, oder ein ganzes Herzhaus.
Du gibst Liebe. Dann lass dir Zeit, damit sie lange hält.
Für die Zukunft, nicht die Vergangenheit.

Ich kann es leider nicht ändern(auch wenn ich es gern würde), es ist wie es ist, manchmal ist es schmerzhaft. Sehr. Manchmal ist man einsam. Verdammt allein. Manchmal stirbt man etwas an der elendigen Sehnsucht. Dann würde man ihr am liebsten in den Magen boxen, mit voller Wucht. Man will nicht mehr vermissen.es soll endlich aufhören.
Aber du gibst Liebe und du bekommst sie zurück. Du musst für die Liebe kämpfen. Jeden Tag. Nicht mit Tränen sondern mit einem Lächeln. Du kannst stolz auf dich sein. Du kannst stolz auf ihn sein. Besonders auf euch. Ja, verdammt stolz. Ihr habt etwas ganz besonderes und das kann euch niemand nehmen. Lass dir einfach Zeit, du machst alles richtig. Zusammen könnt ihr alles schaffen. Ja, wirklich alles. Ich müsst nur aneinander glauben. Immer. Jeden Tag. Jeden Moment. Jeden Herzschlag. Du wirst sehen, Glaube ist alles. Wirklich. Eines schönen Tages werdet ihr eine Lösung finden, dann werdet ihr euer Ziel erreichen und alle Tränen sind dann längst getrocknet und vergessen. Der Tag wird kommen. Hab nur Geduld.

Ich würde dir gern die schönsten Zeilen schreiben. In zuckersüßen Worten versinken und sie dir hübsch verpackt überreichen aber leider gelingt mir das nicht- alles was ich für dich tun kann ist dieser einfache, kleine Post.
Mach weiter... ihr schafft das. Ich glaube an euch. Ganz ganz fest.

Alles Liebe
Deine Mia

P.S: Nach drei Tagen wird alles wieder besser. Das ist so. Im größten Notfall hilft ein Shirt, eine hübsche Erinnerung und ein Schokostückchen.

21. Oktober 2009

Keine Panik

Ich habe heute (aus Versehen) "mein Mann" gesagt. "Also mein Mann kennt sich auch gut mit Computerkram aus." Alle Anwesenden im Raum, 20Kinder und 2 Kolleginnen, hielten kurz den Atem an, stellten ihre Teetassen ab, hörten mit den Gesprächen auf, waren mucksmäuschenstill und starrten mich irgendwie fassungslos an. Die Stille unterbrach dann Leon. Er schluchzte. Laut. " Buääääh. Miezeee. Ich wollte dich heiraten. Das ist nicht fair. Ich stecke dir jeden Tag ein gemaltes Bild in deine Tasche, räume den Tisch mit dir ab und die Spülmaschine ein, ich helfe den kleinen Kindern und ich mag pink und rot. Ich esse auch am liebsten die grünen und weißen Gummibären und Laugenbrötchen -so wie du. Ich lasse mir Herzchen von dir auf die Hand malen und ich wasche mir immer die Hände. Ich popel auch nicht mehr. Also hier nicht mehr. Ich lasse dich bei HalliGalli gewinnen und schreie nicht mehr- also kaum herum. Ich setze mich aufs Klo und ich höre mir die komischen Geschichten an, die du mittags vorliest. Ich kann sogar deinen Namen auswendig schreiben M-I-A. ZickZackZickZack-Strich-ZickZackStrich.Ich gebe dir Käsebrötchen von mir ab und ich habe dir schon einen Gänseblümchenring geschenkt. Boah Mieze, ich habe sogar dem doofen Noel die Hand gegeben und mich mit ihm vertragen. Alles nur weil ich dich heeeiiiraten woollteeeeee !"
Nun starrten ihn alle irgendwie fassungslos an.
"Aber..aber..Leon du bist doch erst 5Jahre alt- ich bin doch viel zu alt für dich..." " Trotzdem Mia, troooootzdem. Was hat dein Mann- was ich nicht habe?????"

19. Oktober 2009

Ene mene Munsch....

Liebes Christkind,

gestern, als ich spazieren ging, traf ich Frau Heine. Eigentlich wird sie Fräulein Heine genannt. Immer. Überall. Sie war ja nie verheiratet und ist daher noch ein echtes Fräulein.
Fräulein Heine stand am Gartenzaun und sammelte mühselig Laub auf. Fräulein Heine trug eine dunkelblaue Schürze und ein buntes Blümchenkleid darunter. Ihre braune Strumpfhose war an einer Stelle gestopft und am Bein konnte man einen Verband vermuten. Fräulein Heine hatte ihre halblangen, leicht welligen, grau/braunen Haare mit zwei Haarklammern aus dem Gesicht frisiert. Sie stand also so da und sammelte die nassen Blätter auf. Leise ächzte sie und hielt sich den Rücken. Liebes Christkind, ich will nichts falsches behaupten, aber ich glaube, dass FräuleinHeine 84Jahre alt ist.
Ich spazierte am Zaun entlang und grüßte sie leise. Ich wollte sie nicht erschrecken. Leider vergaß ich, dass ihr Gehör nicht mehr so gut funktioniert. Also sprach ich etwas lauter. Sie lächelte. Nickte. Sammelte weiter. Ich blieb kurz stehen. "Man hat immer was zu tun. So mit dem Haus", murmelte sie und wischte sich leicht über die Stirn." Ja, das kann ich mir vorstellen. Sagen sie, haben sie niemanden der ihnen helfen kann?" Sie schüttelte den Kopf. Langsam. Sehr langsam. " Mein Schwager ist nun auch gestorben. Jetzt bin ich ganz allein. Allein in dem großen Haus. Wissen sie, ich hatte noch nie Angst, aber manchmal sorge ich mich schon. Meine Nichte kommt manchmal vorbei, fährt mit mir einkaufen oder putzt für mich die Fenster. Aber sie hat auch nicht immer Zeit. Sie ist ein junges Ding. Mal hier mal da. Ich muss mich um alles kümmern. Noch geht es. Aber wer weiß, wie lange meine Knochen noch so wollen.Diese Blätter. Die sind schrecklich. Ich habe immer Angst, dass mal jemand auf ihnen ausrutscht. Es sind so viele. Hach. Ein Elend. 13Säcke hatte ich im letzten Jahr. 13Säcke voll mit Blättern..können sie sich das vorstellen? Ich glaube, dieses Jahr werden es noch mehr." Ich sah in ihre Augen. "Ich habe nie jemanden der mir zuhört oder mal was erzählt. Allein traue ich mich nicht mehr auf die Straße. Wissen sie, ich gehe so unsicher, höre schlecht..und meine Augen...naja..das Alter halt."
Fräulein Heine stand noch eine Weile da. Redete, lächelte. Und während sie so da stand fielen wieder neue Blätter auf den Boden. Ganz leise. Bedeckten sie den Boden. Die Straße. Den Weg.

Liebes Christkind, ich weiß, dass es noch etwas früh ist- aber kannst du mir vielleicht jetzt schon einen kleinen Wunsch erfüllen? Kannst du Fräulein Heine etwas glücklicher machen?Kannst du ihr heute Nacht alle Blätter vom Baum pusten?Weit-weit weg, damit sie sich deswegen keine Sorgen mehr machen muss? Das wäre sehr nett von dir. Echt jetzt mal.

Alles Liebe
Deine Mieze

Mittwoch besuche ich Fräulein Heine. Ich glaube, sie hat noch viele spannende Geschichten in sich. Ja. Ich bin mir sicher. Ihr werdet davon erfahren.

12. Oktober 2009

Nackt

Und da sitze ich nun. Mein weißes Nachthemdchen ist nicht so gemütlich wie es aussieht. Am liebsten würde ich es wieder ausziehen und zu Boden werfen. Was ich auch nach drei weiteren Sätzen tun werden. Es ist eh zu kalt für Nachthemdchen. Tschüß.
Und nun sitze ich da. Habe nichts mehr zu verlieren. Am liebsten würde ich mir etwas anziehen. Mich bedecken. Schützen. Beschützen. Ich lege meine Arme etwas um meinen zitternden Körper. Gänsehaut. Mein Kopf liegt auf meinem Knie und zögernd schließe ich die Augen.
Ich hülle mich in Gedanken. Warm. Weiß. Entspannend.
"Mia? Kleine Mia?" Müde öffne ich meine Augen. "Mia? Mia, kleine Mia? Bist du glücklich?" Eine kleine Fliege sitzt auf meiner Hand. Surrt mit den Flügeln und trippelt hin und her. Ich lächele leicht. " So glücklich wie man so sein kann. Ohne wärmende Socken. Ohne wärmende Hose, ohne wärmendes Shirt und wärmende Jacke. So glücklich wie man halt so ist, wenn man langsam einfriert. So glücklich wie man sich so fühlt ohne wärmende Mütze, ohne wärmende Handschuhe und ohne wärmenden Schal. So glücklich wie man halt so ist, wenn man langsam nichts mehr fühlt."
"Mia. Kleine Mia? Du bist reichlich dumm. Weißt du das?" Verächtlich schnaufe ich und schüttele die Fliege von der Hand.
"Was weißt du denn schon? Eine Fliege. Eine dämliche Stubenfliege. Du weißt überhaupt nichts. Hörst du. Nichts. Wenn hier einer dumm ist- dann ja wohl du. Pff." Ich schloss energisch die Augen.
"Mia. Kleine Mia. Du musst noch viel lernen. Dummes Kind. Ich bin eine kleine unbedeutende Stubenfliege. Ich habe weder Socken, noch Hose, habe kein Shirt und auch keine Jacke. Ich habe keine Mütze und keine Handschuhe und ich werde niemals einen Schal besitzen und ich bin so glücklich wie eine Fliege glücklich sein kann. Und nun zieh dir was an und hör auf zu erfrieren. Dummes Ding."
Damit surrte sie davon. So schnell wie eine Fliege surren konnte.

10. Oktober 2009

Warten sie auf den nächsten Post.

Bitte weitergehen- es gibt nichts zu sehen. Wirklich nicht.

Psssssst....Lieber Looka,
damit es einmal irgendwo festgehalten wird.(Tipp:Die nächsten Zeilen kannst du dir auch ausdrucken und an die Pinnwand heften: Tippende)
Ich würde dich nie, niemals eintauschen. Gegen nichts und niemanden.(!) Nicht gegen Herrn Robbie Williams, nicht gegen Jamie Oliver, nicht gegen Ewan Mcgregor oder sonstige Herren.Nicht gegen das zuckersüße Jeanskleid, nicht gegen die tollen Turnschuhe, nicht gegen die wilden Lederstiefel und auch nicht gegen die neue Hunkemöllerkollektion. Nicht gegen Zitroneneis, nicht gegen Pflaumenkuchen, nicht gegen Apfelkuchen mit Streuseln und ZuckerZimt, nicht gegen Dominosteine und nicht gegen Käsesahnetorte. Nein. Niemals. Dafür bist du mir viel zu wichtig und zu wertvoll. Ich behalte dich. Ja. Damit musst du nun leben.

Mein lieber Looka, ich liebe dich mehr als Kinderriegel. Ja. Das ist so. Du bist einfach großartig und das Beste was mir jemals passiert ist. Punkt.
Deine Mia Niemand.


7. Oktober 2009

Ich folge dir- wenn du sagst wohin.

Der erste Blick. Schüchtern. Wieder schnell zu Boden schauen. Weglaufen. Nein. Zu spät. Lächeln. Leise.Kurz in deine Augen schauen. Braun- nein Blau- nein Grün. Erröten. Worte, die nicht gesprochen werden, die aber auch niemand vermisst. Eine erste Umarmung. Warm. Fest. Haltend. Schützend.Vertraut. Nie mehr loslassen.Um uns herum Menschen. Sie eilen an uns vorbei. Hektisch. Schnell. Laut. Wir sehen sie nicht. Sehen nur unsere Augen. Können wir so tun als ob es für immer wäre?
Der erste Kuss.Schüchtern. Ein leichter Kuss auf die Wange. Das Herz schlägt bis zum Hals. Lippen die sich leicht berühren. Zögernd. Vorsichtig. Leicht- ganz leicht. Draußen knallt die Sommersonne. Heiß. Brennend. Seit Tagen. Man kann es kaum aushalten. Die Luft flackert. Wir spüren es nicht. Fühlen nur unsere weichen Lippen. Können wir die Zeit anhalten?
Die erste Berührung. Eine Hand berührt die andere Hand.Finger streichen über den Handrücken. Zittern. Luft anhalten. Gänsehaut. Lächeln. In der Nähe ist eine Baustelle. Laut, staubig, schrecklich schmutzig. Steine überall. Staubwolken die durch die heiße Luft wirbeln. Krach und schreiende Arbeiter. Wir bemerken es nicht. Bemerken nur unsere Hände. Können wir uns für immer festhalten?

Fortsetzung folgt. Bereits.

4. Oktober 2009