24. September 2009

50 Wahrheiten

1. Ich trage immer Marienkäferohrringe.
2. Marienkäferohrringe hatte ich schon als Kind.
3. Ich schlafe unschön.
4. Ich lülle (manchmal!), lache und rede.
5. Am besten schlafe ich neben Looka.
6. Ich habe mehr als 35kg abgenommen.
7. Ich fühle mich immer noch nicht dünn.
8. Ich würde noch gern ein wenig abnehmen.
9. Meine Lippen sind ein wenig schief.
10. Meine Haare werden immer kürzer und ich liebe es.
11. Ich bin ein wenig verliebt in Robbie Williams und Max Herre und Jamie Oliver und Ewan McGregor.
12. Ich liebe Looka.
13. Ich bin älter als er.
14. Ich denke nie darüber nach.
15. Wenn ich mal ein Kind bekomme- werde ich es Mia nennen.
16. oder Elisabeth.
17. Bei einem Jungen habe ich noch keine Idee.
18. Ich habe 6Kissen im Bett.
19. 5 davon schmeiße ich jeden Abend aus dem Bett.
20. Mein Kater will nicht mehr bei mir wohnen.
21. Aus Protest kotzt er dann die halbe Nacht.
22. Mein Laptop fällt fast aus einander.
23. Nur eine Schraube hält den Monitor fest.
24. Mein Schreibtisch ist ein Chaos.
25. Morgens verspäte ich mich oft- da ich mich dreimal umziehe.
26. Ich habe immer farblich passende Unterwäsche an.
27. Rot mag ich nicht. Nie.
28. Ich liebe Twitter.
29. Ich plauder zu viel aus.
30. Ich habe aber nicht getwittert, dass ich unterm Bett eine Kondomverpackung gefunden habe.
31. Meine Kolleginnen sind ekelhaft zu mir.
32. Ein Freund meinte, ich müsste mehr trainieren um meinen Bauch zu reduzieren.
33. Manchmal weine ich.
34. Weinen steht mir nicht.
35. Wasserfeste Wimperntusche benutze ich auch nie.
36. Fast alle meine Geschichten sind echt.
37. Namen sind niemals echt.
38. Ich heiße auch nicht Mia.
39. Mir geht vieles zu Herzen.
40. Ein alleinerziehender Vater hat mich mal in den Urlaub eingeladen.
41. Ich weiß nicht wann ich wieder Urlaub habe.
42. Nächstes Jahr möchte ich gern verreisen.
43. Egal wohin.
44. Ich benutze eine leichte Antifaltencreme.
45. Ich wollte es nicht schreiben.
46. Ich würde gern mal ein Kinderhörspiel einsprechen.
47. Mia Blocksberg. Oder so.
48. Ich möchte mich nochmal tätowieren lassen.
49. Sterne. Sehr viele.
50. Meistens bin ich glücklich.


23. September 2009

Los, spring!

Sie ist in der ganzen Straße bekannt. Lilly. Jeder hier kennt Lilly. Lilly ist 5Jahre alt. Sie ist nicht besonders groß, nicht besonders flink und auch nicht besonders hübsch. Lilly ist ein normales Mädchen. Kastanienbraune Haare, grüne Augen, Sommersprossen und mir einer Vorliebe für Ringelshirts. Herzchenshirts findet sie "Igitt". Unverständlich- aber es ist so.
Lilly besucht mich ab und zu. Dann sitzt sie auf meinem Ledersofa und isst Schokoladenkekse. Sie schmatzt immer recht laut. Ich versuche meinen Beruf zu vergessen und weise sie daher nicht daraufhin. Sie sitzt also so da- sieht immer etwas verträumt aus und erzählt mir Geschichten. Sie erzählt gern vom doofen Max, von der zu strengen Kindergärtnerin und von ihrem Vater. "Manchmal weint er." flüstert sie leise und nimmt sich einen zweiten Keks. Einen mit Himbeermarmelade. Sie erzählt von fliegen Pferden und von Hannah Montana. Dann spielt sie Dsi, lacht, flucht, schnaubt ein wenig und dann geht sie wieder. Einfach so.
Lilly geht manchmal mit mir spazieren. Dann gehen wir die Straße entlang und sie zieht einen kleinen Holzdackel hinter sich her. "Frau Gärtner hat gesagt, dass nur Babys einen Dackel ziehen. Das hat sie gesagt, Mieze. Das war doch nicht nett, oder? Ich gehe nie, nie mehr in den doofen Kindergarten." Ich schaue sie kurz an. Wütend sieht sie aus. Und entschlossen. Entschlossener als ich es jemals war. " Frau Gärtner hat wahrscheinlich keine Ahnung. Wie sollen Babys einen Dackel ziehen können? Das geht ja gar nicht. Ich glaube, Frau Gärtner hat keine Ahnung. Null Ahnung, wenn du mich fragst." Lilly nickte zustimmend. " Frau Gärtner ist eine Pupsrakete." Ich ließ es mal unkommentiert stehen.
Wir gingen die lange Straße entlang und sahen ein Feuerwehrauto. Rot. Leuchtend. Irgendein Probealarm. Leute standen, beeindruckt, unter der Feuerwehrleiter und Feuerwehrmänner rollten, schwitzend irgendwelche Schläuche auf. Wir standen unter der Leiter. Lilly und ich. Schauten nach oben. Hoch. Hoch in den himmelblauen Himmel hinauf. Ich weiß nicht, wie lang so eine Feuerwehrleiter ist, aber sie wirkte unendlich.
Lilly zupfte an meiner Hose. "Mieze, du Mieze..." flüsterte sie leise. So leise, dass ich sie kaum verstehen konnte. Ich hockte mich hin. " Mieze...die Leiter..die Leiter geht ja bis in den Himmel." Ich nickte stumm. " Mieze..da muss meine Mama nur einen kleinen Schritt wagen, nur einen einzigen winzigkleinen Schritt und schon kann sie zu uns runter klettern. Mieze, glaubst du Mama traut sich das? Sie fehlt mir. Sehr. Los Mama, trau dich...spring!!"

Lillys Mutter ist vor einem Jahr plötzlich verstorben. Lillys Mama hat sich nicht getraut auf die Leiter zu steigen. Ich konnte Lilly nur in den Arm nehmen. Lange. Und ein Honigbonbon anbieten.

18. September 2009

Erste Hilfe

" Oh Süße, du hast dir ja das Knie aufgeschlagen. Komm, ich suche dir ein hübsches Pflaster aus. Eins mit Blumen. Oder kleinen Löwen? Eins mit Krokodilen oder eins mit kleinen Fröschen. Mieze, meine Mieze- magst du kleine Frösche?" Ich schüttelte langsam schluchzend den Kopf. "Frösche...Frösche quaken immer und haben dicke Backen..uhuuund Frösche..Frösche sind unschön grün.Ich mag kein Froschpflaster haben. Oma. " Verständnisvoll bewegte meine Oma den Kopf hin und her. "In Ordnung Mieze, kleine Mieze. Nun hör erstmal auf zu weinen." Blut tropfte langsam auf meinen Fuß. Der Anblick trieb mir neue Tränen in die Augen. " Wir nehmen ein Blumenpflaster. Mädchen lieben Blumenpflaster, weißt du das kleine Mia?" Tränen unterdrückend nickte ich. Echte Mädchen wissen, dass Mädchen Blumenpflaster lieben- logisch. Meine Oma klebte mir ein großes Blumenpflaster auf mein Knie. Es war orange/rot. Ich musterte es und fand es ganz passabel. Verbesserbar- aber immer noch besser als komische Froschpflaster. "Mieze, kleine Mieze- ich schaue mal was ich noch für dich habe." Meine Oma ging zu dem kleinen Schränkchen aus Wurzelholz. In der oberen, quietschenden Schranktür befand sich ein großes Glas. Voll mit Schokokaffeebohnen, Geleebananen, Orangenscheibchen, Pfefferminztaler, Schwarz/Weißgebäck, Afrikawaffeln und Nougatseepferchen. Die mochte ich am liebsten. Die zuckersüßen Nougatseepferdchen. Damit fühlte ich mich immer sehr königlich. Wie die kleine Meerjungfrau höchstpersönlich. Und während Oma eine heiße Milch kochte, betrachtete ich glücklich mein kleines Schokonougatseepferdchen und biss ihm wesentlich vergnügter den Kopf ab. Schmerz vergessen. Alles gut.

Heute habe ich keine Oma mehr. Ich habe auch keine Pflaster mehr. Auch keine mit dämlich grinsenden Fröschen. Kein Mädchenblumenpflaster und nix vergleichbares. Heute habe ich keine Schokonougatseepferdchen mehr und mir kocht auch niemand mehr eine heiße Milch.
Nein. Heute muss ich allein gegen alle Schmerzen, Wunden und Verletzungen ankämpfen. Und manchmal- also so manchmal fällt es mir sehr schwer. Schmerz anwesend. Nichts gut.

15. September 2009

I ♥ you. Sehr.

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Alles, alles Gute zum Geburtstag!
Ohne weitere Worte. (Tja, das kann ich eben auch. Also so manchmal. Einfach mal still sein. Und an den Liebsten denken. Hihi.Ihm einen grandiosen Zuckertag wünschen, mit Glitzerraketen und vielen kleinen Überraschungen, mit Marzipantorte und Nougattörtchen, mit lieben Freunden und ohne Stress, ja- sehr wichtig (!), mit Lieblingsmusik und kleinen Glücksmomenten, mit lieben Worten und herzerwärmenden Sachen...ja..hachz..mit Sternschnuppen und Zimtzuckerschnecken und Nussschokolade uuund Wunderkerzen und Singsang. Mit funktionierenden Laptop und grandiosen Internetseiten..Hachz..Das alles und noch viel mehr und vorallem- ein Tag so wie er ihn sich wünscht. Ja. So. Ab nun aber wirklich pssssst....)
Ohne weitere Worte. Echt jetzt.

9. September 2009

Danke du Vollidiot.

Aufgewachsen in einem kleinen Ort, wurde mir schon früh beigebracht immer nett und freundlich zu sein. So grüßte ich jeden Morgen Herrn Pflaumenbaum mit seinem bissigen Pudel"Cherry" und lächelte jeden Abend dem dicken Dirk zu. Manchmal, wenn ich doppelt nett sein wollte, habe ich sogar gewunken. Ich ging zu Kathrins 9 Geburtstag und streichelte ich schlecht riechendes Kaninchen "Mucki". Ich mochte Mucki nicht. Ich mochte auch Kathrin nicht. Ich mochte ihren Geburtstag nicht und "Topf schlagen" fand ich peinlich. Übrigens, die anschließenden Heißmacherwürstchen mochte ich auch nicht. Aber ich war freundlich. Und verdammt gut erzogen. Ich lächelte, nickte, sagte lustige Dinge und bedankte mich immer recht artig.
Aufgewachsen in einer mittelgroßen Familie, wurde mir schon früh beigebracht, dass man andere Menschen achtet und aufmerksam ist. Sie saß ich jahrelang bei Nicole und ihrem alkoholkranken Vater und versteckte seinen Schnaps in ihrem Kinderzimmer. Meistens unter der Heizung. Neben ihren Puppen. Ich gab Florian mein Pausenbrot, weil der nie ein Brot dabei hatte und gab dem schrecklichen Martin meine Aufsätze, weil er nicht schreiben konnte. Nur schreien und verkloppen, das konnte er. Ich fand Nicoles Vater schrecklich. Und die Sache mit dem Schnaps habe ich auch nie verstanden. Florian war mir relativ egal eigentlich fand ich nur meine Leberwurstbrote ekelhaft und meine Mutter fand es nicht lustig, wenn ich sie wieder mit nach Hause brachte. Und vor Martin hatte ich Angst. Ja. Lieber hatte ich selbst keine Hausaufgaben als verkloppt zu werden. Und ja- er hat auch die Mädchen verprügelt.
Aufgewachsen in meiner kleinen Niemandswelt, wurde mir schon früh beigebracht nicht zu fluchen oder zornig zu schauen. So hielt ich nur die Luft an als mir die giftige Julia eine Ohrfeige gab, weil ich nicht in ihr Poesiealbum schreiben wollte. So sagte ich nichts als ich mir das erste Mal mit dem Hammer auf den Daumen schlug und ich schwieg auch als mir die schreckliche Anita mit ihrer Bande meine Lieblingsmütze klaute und in den nächsten Mülleimer warf.
Kurzum- ich war ein nettes Kind. Meistens.

Heute bin ich groß. Ich bin Mia Niemand. Habe immer noch tausend Sachen verinnerlicht. Ich fluche nur selten. Bin immer noch gern freundlich. Ich bin aufmerksam und ich helfe gern.
Aber- heute lasse ich mir nicht mehr alles gefallen und bin nicht nur nett, weil irgendjemand das gerne so hätte. ( Tut mir Leid, Mama)
Und wenn nun irgendein Idiot meint, er müsse mir meine Leidenschaften rauben, dann hat er sich geschnitten. Ich bin kein kleines Mädchen mehr. Und heutzutage haben Deppen und Pissnelken in meiner Welt keinen Platz mehr. Punkt. Ne. Ausrufezeichen!

2. September 2009

1. September 2009

Ohne Jacke. Und Gewähr.

Liebe Herren,
warum ziehen wir uns immer etwas zu dünn an? Warum frieren wir abends und zittern leise mit den Zähnen? Warum bekommen wir eine Gänsehaut und im schlimmsten Fall am nächsten Tag eine schwere Lungenentzündung?( Oder noch schlimmeres..von einer Blasenentzündung will ich jetzt gar nicht erst anfangen...) Warum lassen wir unsere Jäckchen bewusst zu Hause und erfrieren dann schon nach den ersten 2Minuten? Warum?
Denn meine Damen, wenn wir mal ehrlich sind- haben wir das alle schon einmal ganz bewusst gemacht. Wir hatten entweder gar kein Jäckchen zum Kleid- Möglichkeit A, oder wir wollten gar kein Jäckchen zum Kleid-Möglichkeit B. Aber warum nicht? Warum lieber elendig sterben? Ich befürchte, der Kältetod ist sehr unschön. Und qualvoll. Jawohl.
Also warum das Ganze....werden sich nun mittlerweile auch die Herren fragen.
Tja. Eigentlich ist es nur für den kleinen Moment. Den einen Augenblick. Die Sekunde voller Nähe und Wärme. Die Sekunde in der man sich sofort (wieder)verliebt.









Die Sekunde wenn ihr uns eure Jacke anbietet und uns liebevoll über die erfrorenen Schultern
legt.Wenn ihr uns dann leicht über den Rücken streicht und uns so liebvoll anseht. Nur dafür frieren wir. Und ja- wir lieben den Moment. Sehr.