29. August 2009

An die Damen und die Herren

Manchmal denke ich ein wenig nach. Ja. Das tue ich wirklich. Heute morgen stand ich im Badezimmer. Vor dem Badezimmerspiegel. Meine Haare waren wild. Meine Augenringe unübersehbar und auf der linken Wange waren einige Knitterkopfkissenfalten. Ich trug ein dunkelblaues Shirt von meinem Freund und eine zerknitterte himmelblaue Herzchenboxershorts. An meine Füße kuschelten sich lila Stricksocken. Dick. Warm. Weich. Unsexy. Ich stand so da, putzte mir, mit zu viel Schaum, meine Zähne und kratze mich am Oberschenkel. Ich stand so da und dachte nach. Über die Frauen. Über Traumfrauen. Mein Traumfrauenstatus würde sofort 120Level zurückfallen- würde man mich jetzt so sehen. ( Wird man nicht- sowas weiß ich zu verhindern- aber wenn...oha)
Aber was macht eine Traumfrau aus?Und wie ist eure Traumfrau? Wie sollte sie sein? Oder wie ist sie? Ich will Geschichten. Kleine Sachen, Sätze, Fotos oder Erzählungen. Bitte.
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27. August 2009

Morgens 8.30Uhr

Eigentlich wollte ich nur schnell die Blumen gießen. Ein paar verwelkte Rosen rauszupfen und ein paar Blätter vom Grab suchen- als ich eine Frau entdeckte. Eine kleine ältere Dame. Sie trug ein dunkelblaues Kleid, am Hals eine kleine Brosche und ihre Haare waren locker hochgesteckt. Die schwarzen Schuhe an ihren kleinen Füßen wirkten etwas klobig und gehen fiel ihr sichtlich schwer. Eine grau/weiße Haarsträhne fiel ihr immer wieder ins Gesicht. Irgendwie war sie niedlich. Eine niedliche ältere Dame. So eine Dame, die bestimmt auch den weltbesten Pflaumenkuchen backen - und auf zwei Fingern pfeifen kann. Fragt nicht- aber ich stelle mir ältere Damen gerne pfeifend vor- die Vorstellung mag ich. Sehr. Echt wahr.
Aber zurück zu der Realität. Sie stand also so da. Die Dame und suchte mühsam ein paar Blätter auf. Kratzte etwas mit einer kleinen Harke über den trockenen Boden und setzte sich auf die gegenüberliegende Bank. Kramte aus ihrer Tasche eine leicht zerknüllte Brötchentüte heraus und mit einem schnellen Griff hielt sie ein dickes Rosinenbrötchen in der Hand. Selig lächelte sie. Und biss- hinein. Mjam.
Das macht sie jeden Morgen. Seit 6Jahren. Denn so lange ist ihr Manfred schon tot. Und nun frühstücken sie jeden Tag zusammen. Rosinenbrötchen.

25. August 2009

Nuss und gut

Sie lag auf dem Bett. Ihre Hände zitterten. Mit der linken Hand versuchte sie ihre rechte Hand zu beruhigen. Ihre Augen waren geschlossen. Ihr Mund leicht geöffnet. Mit jedem Atemzug sah man wie schwer er ihr fiel. Lautes einatmen und zögerliches ausatmen durchbrachen die Stille des Raumes. Ihr Herz schlug schnell. Zu schnell. Ein junger Mann saß hinter ihr, zog sie zu sich. " Liebling, du musst atmen...ruhig atmen.." Ihr Körper zitterte und eine innerliche Panik schüttelte sie. Sie konnte nicht reden. Zu anstrengend.Viel zu anstrengend wäre jedes Worte gewesen. So lag sie nur da. Rang nach Luft. Zitternd. Panisch. Erschöpft. Müde. So Müde.Ihre Gedanken rasten. Ersticken ist sicherlich kein schöner Tod. Und ihre Mutter- was würde ihre Mutter dazu sagen? Ihr Freund- würde ihr Freund es aushalten und wer würde ihre Balkonblumen gießen? Wer backt denn nun den Mürbteigboden und wer bekommt ihre ganzen Shirts? Und erst die Turnschuhe? Wird es noch lange dauern? Und was ist wenn sie einfach tapfer weiter atmet?Wer atmet kann nicht sterben. Logisch. Das fand sie selbst in ihrer misslichen Lage und holte tief Luft.
" Ich bin bei dir. Du bist nicht allein. Halte durch." Er hielt ihre Hand. Tränen liefen über ihre Wangen. Sie wollte nicht weinen. Wirklich nicht. Eigentlich wollte sie atmen und stark sein. Ein wenig Heldin sein. So wie die im Fernsehen. Sailor Moon oder die rote Zora. Die hätten nach Luft geschnappt und Powerstrahlen losgeschickt. Aber sie hatte wohl keine Kontrolle mehr. Eigentlich wollte sie den jungen Mann beruhigen. Etwas liebes sagen, irgendwas, dass ihm die Angst und die Sorge nahm. Aber sie konnte nicht reden. Nur den Mund etwas öffnen. Wie ein Babykarpfen. Und ihn,nachdem sie rasselnd Luft schnappte, wieder schließen. Der junge Mann strich ihr die Haarsträhnen aus dem Gesicht und streichelte ihren Arm. Erzählte ihr leise Geschichten und liebevolle Sätze. Sie hörte jedes Wort. Jedes. Sie war nicht allein.
Auch als ihre Atmung aussetzte. Kurz. Für eine Sekunde. Zog er sie wieder hoch und näher an sich heran. Er hielt ihren Kopf. Beruhigte sie. Minute für Minute. "Mia, meine Mia. Du musst atmen. Ruhig atmen und durchhalten. Hörst du?"
Ja. Ich habe es gehört und tief Luft geholt- für uns zwei.


(Situation nach einer allergischen Reaktion. Danke, Nusskuchen.)

19. August 2009

Dritte Etage

Da wohnt er. Oben im Dachgeschoss. Dritte Etage. Gelbe Milchglastür. Wenn man sie öffnet kommt man in eine andere Welt. Ein wenig Puppenstube, ein wenig Antiquariat. Viel Geschmack für einen jungen Mann. Zu viel Geschmack würde man fast vermuten.
Da wohnt er also. Allein.Mit Klavier.Das spielt er auch. Mit geschlossenen Augen. Auswendig. Nächste Woche bekommt er einen Flügel. Der lässt sich noch besser spielen. Am Wochenende singt er auch im Chor. Er hat viel Taktgefühl. Immer. Fast zu viel Taktgefühl würde man behaupten.
Da wohnt er nun. Kochen kann er recht gut. Essen gehen auch. Und eine Krawatte binden. Das kann er auch. Er trägt gerne Anzüge. Kaum Jeans. Eigentlich nie. Immer Lederschuhe. Niemals Turnschuhe. Niemals Tshirts. Immer Hemden. Er ist sehr elegant. Fast zu elegant würde man meinen.
Da wohnt er. Oben im Dachgeschoss. Manchmal ist er etwas konfus. Aber immer höflich. Freundlich. Manchmal etwas schüchtern und verschlossen. Nachdenklich. Fast zu nachdenklich würde ein Fremder tippen.

Dabei wurde er einfach nur enttäuscht. Zu oft. "Mia, mein Herz- es wurde wieder gebrochen. Ich werde niemals ein Mädchen kennenlernen. Niemals." " Doch- wirst du- ganz bestimmt. Eine ist da draußen. Nur für dich. Und die wartet nur auf dich." Er schluchzte etwas. Leise. Ganz leise. Und es tat mir weh. Ein kleinwenig weh.
Er hatte noch nie eine Freundin. Aber wo- wo nur findet man seine Frau?

16. August 2009

Istanbul und so.



Achtung: Überlänge. Aber dennoch nett anzuhören. Echt jetzt mal. Also.... 25min Zeit nehmen und entspannt zu hören. Viel Spaß wünschen die Mieze und ihr großartiger Looka. Hachz.