28. Juli 2009

Herzklopfen

Dann ziehe ich mich an. Jeans, weißes Shirt, weiße Weste. Rote Schwalbe.Eine Anstecknadel, vom Flohmarkt. Haare offen- mehr Möglichkeiten habe ich da auch nicht mehr. Zu kurz sind sie.
Ich stehe da. Leise. Beschwingt. Lächelnd. Voller Glück. Bis zum Hals und zurück in den kleinen Zeh.Pulsierend. Mein Herz kommt wieder zu mir. Ich hole es ab. Behutsam. Passe gut drauf auf. Packe es in Seidenpapier und lasse es nicht mehr los.
Lass uns so tun als wäre es diesmal für immer.
Drei Wochen sind fast für immer. So ein wenig. Ich freue mich. Wahnsinnig.
Dann ziehe ich Schuhe an und hänge meine Tasche um. Braun, mit kleinem Verschluss. Klick.
Ich gehe los.
Mia Niemand muss die Liebe nicht mehr suchen- nein, ich werde sie einfach abholen. Vom Bahnhof.

26. Juli 2009

Ich bin satt

Ich habe es satt.
Ich habe es satt über mein Gewicht zu sprechen.
Ich habe es satt die Blicke zu spüren.
Ich habe es satt zu wissen, was ihr denkt.
Ich habe es verdammt noch einmal satt.
Pappsatt.
Ich will nicht jemanden grüßen und die mitleidigen Blicke spüren. "Die Arme hat bestimmt auch die Magersucht oder Bulimie. Oder gleich beides. Armes Kind."
Ich will nicht, dass meine Mutter gefragt wird was mit mir los ist.
Nein, ich habe nicht für meinen Freund abgenommen. Würde es auch nie.
Ich will nicht hören, dass ich früher hübscher oder netter war.
Ich habe es satt. Ein für alle mal. Ich will niemanden erklären was ich den ganzen Tag esse. Wie ich abgenommen habe und warum ich jetzt dünn bin.
Ich habe es satt und ich bin verletzlich. Worte und Blicke schmerzen länger.
Ich bin Mia Niemand, ich bin 179m wiege 68kg. Ich wohne in Paderborn und ich bin glücklich. Meistens. Wenn ich satt bin.

25. Juli 2009

Bloggertreffen

So. Es wurde entschieden. Am Mittwoch, den 29.07.2009 werden wir uns entspannt treffen. Libori startet heute und das Wetter soll auch sehr viel besser werden. Optimale Vorraussetzungen für ein kleines Blogger, Leser, Twitter,Interessiertentreffen.
Ich würde vorschlagen, dass wir uns gegen 20Uhr vorm Eifelturm treffen. Gegenüber hätten wir gleich Tische und entspannte Sitzmöglichkeiten.
Ich freue mich einige zu treffen und bin gespannt.
Falls noch jemand Fragen hat, Hilfe benötigt oder ähnliches... wendet euch einfach an mich
MiaNiemand@web.de


17. Juli 2009

Katzentot. Mäuse leben länger.

Und da lag sie, die alte Dame. In der kleinen Seitenstraße, schräg gegenüber der Krähenallee. Alle Straßen haben hier Vogelnamen. Krähenallee, Elsternweg, Meisengasse, Schwalbenstraße. Schwalbenstraße Nummer 3-27. Rechte Seite. Hübsche alte Häuser. Hübsche Vorgärten. Nette Gegend. Aber zurück zu der Dame in der Krähenallee.Also fast Krähenallee. Sie lag da. Das Gesicht auf dem Boden. Ihr Einkaufsnetz verstreut auf der Straße. Ein Päckchen Zucker schlängelte sich über den Asphalt. Eine aufgeplatzte Milchtüte zog still ihre Spur. Vermischt mit einer hellroten Spur. Blut? Keine Ahnung. Ihr Gesicht lag auf dem Asphalt. Ist sie tot? Ob sie wohl tot ist? Mein Herz schlug etwas schneller, so schnell mein Herzchen schlagen kann, und ich eilte zu ihr. Kniete mich auf den Boden und meine Jeans berührte leicht die Milchspur. " Hallo?! Hallo?..Sind sie tot? Hallo? Leben sie noch?" Ich rüttelte leicht an der Dame und ein schwaches Stöhnen kam zurück. Ich drehte die Dame vorsichtig zur Seite. Ihr dunkelgrünes Kleid war ganz zerknittert und staubig. Auf ihrer Stirn blutete eine mittelgroße Platzwunde. Ihre Augen hielt sie fest geschlossen. "Bin ich tot? Bin ich tot?" murmelte sie zerknirscht....Ich schüttelte den Kopf, konnte sie aber nicht sehen, die Dame- hatte ja die Augen verschlossen. " Nein, sie sind nicht tot. Nein, nein. Ich bin bei ihnen. Und ich lebe. Also leben sie auch. Mia, heiße ich. Mia Niemand. Hören sie mich?" Die Dame schüttelte den Kopf. Milch klebte an ihrer Schläfe. "Ich bin bestimmt tot..ohweh..ohweh..ohweh... dabei muss ich doch meine Katze füttern. Peterle wartet bestimmt schon auf mich." Ich biss mir leicht auf die Unterlippe. Wie sollte ich denn nun die Frau davon überzeugen ,dass sie nicht tot ist. Herje. "Hören sie, sie liegen auf der Straße, reden mit mir, ihr Herz schlägt- sie leben. Echt. Warten sie- ich nehme ihre Hand. Spüren sie meine Hand?" Zaghaft zwinkerte sie mir zu. So, als ob man in die pralle Mittagssonne schaut. ""Ich muss aber einen Krankenwagen rufen- sie bluten an der Stirn." Wieder ein leises Stöhnen. "Ich bin doch bei ihnen- sie kommen kurz ins Krankenhaus und heute Abend sind sie wieder bei Peterle." " Können sie mir das versprechen?" Ich nickte munter. "Ja, versprochen." Ich will aber auch nicht ins Altenheim. Da will ich überhaupt nicht hin. Ich will später wieder nach Hause. Das müssen sie mir versprechen." Ich nickte. "Sie kommen in kein Altenheim- wer soll sich denn um ihren Peterle kümmern?"Ich hielt ihre Hand noch ein wenig- bis der Rettungswagen kam.

(Heute sah ich Maria Müller. Sie heißt die Dame nämlich. Frau Müller im Rollstuhl vor der Seniorenresidenz. Sie schaute nicht sehr glücklich, ansprechen konnte ich sie nicht.Ein wenig tot war sie. Ja. Wirklich. Tot.
Tut mir Leid, Frau Müller- ich wollte sie nicht anlügen. Kein bisschen. Ehrlich nicht.Ich hoffe nur, dass es ihrem Peterle gut geht- ehrlich.)

16. Juli 2009

Bitte testen

Kurzum- ich liebe sie. Sehr. Sogar. Sommerkleidchen. Ich finde, es gibt nichts was auch nur annähernd so großartig ist. Luftig, lässig, mädchenmäßig, niedlich, etwas wild und praktisch. Ja, meine Damen- praktisch. Keine Diskussionen mehr mit mir selbst was ich morgens anziehe. Keine Überlegungen mehr, ob Rock und Shirt zusammen passt, oder ob Hose mit Blüschen hübscher ist. Ob Hose mit Shirt oder vielleicht dann doch Rock mit Bluse. Aus. Vorbei.
Unterwäsche + Kleid =Fertig. 10min gespart. (Vielleicht auch 20min) Ich habe sie in lila geblümt, himmelblau gestreift, dunkelblau- einfach nur blau, bunt geringelt, rot geblümt und so weiter. Ja, sie sind einfach nur toll. Und- man fühlt sich damit so verdammt feminin.Echt wahr.
Meine Damen, ich wünsche mir mehr Mut zum Kleid. Dann starren mich vielleicht auch nicht mehr alle so an, wenn ich im Kleidchen über die braunen Pflastersteine hüpfe. (Auf die weißen Steine darf man ja nicht treten. Verboten.)

5. Juli 2009

Mia lernt die Liebe kennen

"Hey kleine Mieze, was stehst du da denn so? Woran denkst du und was fühlst du gerade?" "Liebes Herz, ich denke an meinen Liebsten und an den letzten Sommer." "Kleine Mieze, ein neuer Sommer steht vor der Tür...wer denkt da an die Vergangenheit?" "Kleines Herz, der letzte Sommer- der war so wunderschön, da muss ich manchmal kurz stehen bleiben, einatmen, in Gedanken versinken, leise lächeln- denn manchmal kann ich mein Glück kaum fassen." "Ach Mieze, dann schlage ich etwas lauter- das unterstreicht dann die schönen Gedanken." (Poch, Poch, Poch) "Kleines Herz?" "Ja?" "Manchmal, bin ich traurig, schrecklich traurig, dann fühle ich mich klein, einsam und schutzlos- ich vermisse den Liebsten so sehr, dass es weh tut. Ich kann dann kaum atmen. Kleines Herz- kann ich da nicht irgend etwas gegen tun? Eine neue Atemtechnik einüben, ablenken, Tabletten- irgendwas..Du kennst dich da doch bestimmt aus...oder ?!" Mein kleines Herz hat leise aufgelacht. (Stellt euch das einmal vor! )
"Du dumme kleine Mieze, dagegen gibt es kein Mittel. Weißt du denn nicht warum ich manchmal so weh tue?" Ich schüttelte leise den Kopf. "Dumme Mieze. Aus Liebe. Aus reiner Lieb....e.Poch. Poch. Poch. Mieze?" "Ja?" "Lässt du mich jetzt weiter schlagen und stellst nicht mehr so dumme Fragen?" Ich nickte stumm- schließlich wollte ich mein kleines Herz nicht verärgern. " Dann schlug es weiter. Etwas lauter und schneller. Und ich konnte sie spüren. Die Liebe. Bis in den kleinen Zeh und wieder zurück.

Kommen sie näher..Kommen sie ran...

Twitterer/Blogger/Sensationen.
Vielleicht hat ja jemand Lust auf ein kleines Treffen. Da Libori quasi vor der Tür steht- bietet es sich ja nahezu an. Sonnenschein, nette Leute und kühle Getränke. Ganz entspannt. Wer mag- einfach melden. Ich würde mich freuen.

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