31. Mai 2009

Liebeserklärung. 1/2 Versuch

In Liebeserklärungen bin ich eher schlecht. Nein. Halt. In Liebeserklärungen bin ich eher sehr schlecht. Von mir aus könnt ihr auch noch ein "sehr" dazwischen setzen. Ich kann es einfach nicht.Punkt. Ich stottere, winde mich, versuche hübsche Worte zu finden, werde knallrot (und rot steht mir so gar nicht), ich werde verlegen und fühle mich wie 14 1/2. Ich stammel etwas von.. "großer Liebe, Glück.. ungeahnte Gefühle..und so" und doch kann ich nicht einmal halbwegs das sagen, was ich sagen müsste bzw möchte. Vor Stunden noch, die Worte hübsch im Kopf zurecht gelegt, hörten sie sich gar nicht so übel an- ausgesprochen allerdings eine Katastrophe. Voll Katastrophe, wenn man so will. Ich habe da einfach keine Übung drin. War immer eher zurück haltend- leise lächelnd. Heute ist es mir ein Bedürfnis manche Sachen auszusprechen. Ich muss es einfach tun- bevor ich platze. Denn- mal ehrlich- wer will schon platzen? Eben. 
Atemübungen. Bringen nichts.
Worte aufschreiben. Noch schlimmer.
Drauf losreden. Ein schreckliches Gestotter.
Konzentration. Nicht vorhanden.
Kurzum. Ich kann einfach keine schönen Liebeserklärungen machen. Wie gerne würde ich ihm sagen was er mir bedeutet. In sämtlichen Sprachen, suchen ich nach Worten die ausdrücken was ich empfinde. Die sagen, was ich nicht zu sagen wage. In sämtlichen Sprachen gibt es kein perfektes Wort. In allen Sprachen würde ich es singen, wenn es dann besser klingen würde. (Würde es aber wohl eher nicht)
Du bist mein Herzblut.Mein Atem, meine Wärme, meine Hoffnung und mein ganzes Glück.Nie, niemals zuvor habe ich ähnliches erlebt, gespürt. Die Hoffnung auf Liebe- hatte ich schon lange aufgegeben. Und plötzlich warst da- ohne anzuklopfen. Da waren keine Fragen oder Zweifel mehr. Kein Falsch oder Richtig. Keine Angst. Deine Hand berührte meine. Ich wusste einfach, dass das Liebe ist.Deine Wange berührte meine. Ich fühlte mich gleich sicher.Deine Lippen berührten meine.  Gestärkt und beschützt.Voller L(i)eben
Wir sind unsichtbar verbunden. Herzklopfen. Immer. Trost wenn ich traurig bin, ein Lächeln wenn ich glücklich bin, Wärme wenn mir kalt ist, ein Kuss wenn ich nervig bin,Halt wenn ich in die Tiefe stürze, Knieschoner wenn ich ins Leben rase,  drei Worte wenn ich voller Sehnsucht bin. Du und ich. Wir zwei. Ein "i" verbindet unser Leben.Wir zwei gehören zusammen. Du bist meine Heimat. Angekommen.Alle Türen und Fenster stehen weit auf. Ich finde stets zu dir. Und du zu mir.Ohne Straßenkarte. Dafür liebe ich dich. Sehr.

Und irgendwann werde ich ihm das auch nochmal sagen. Ohne stottern. Ganz leise.Mit geschlossenen Augen, lächelnd.Und ganz schön.

18. Mai 2009

Niemand ist echt.

Meine lieben Damen, 

es gab hier Zeiten... also, da fandet ihr mich bescheuert. Bescheuert! Naiv. Doof. Lächerlich. Ja. Sehr lächerlich sogar. Manchmal kamen Mails von Euch. Etwa so: "Liebe Mia Niemand, sie erfüllen jedes Klischee, verstehen sie mich nicht falsch- ich finde es ganz wunderbar, dass Frauen im Internet auftauchen und ihre Gedanken und Träume erzählen- aber sie können das alles doch nicht ernst meinen. Meinen sie doch nicht, oder?"
Doch. Meine ich. Meine Gedanken, Träume, Gefühle. So wie sie sind. Einfach gestrickt- ohne das ich überhaupt stricken kann. Mia Niemand. Punkt. Aus.
Es gab Zeiten.. also da verfolgten mich vorwiegend Männer. Ich glaube, es müsste überwiegend heißen. Eigentlich war es mir egal. Dennoch verstand ich es oft nicht. Ich meine, ich bin eine Frau- und irgendwie habe ich immer ein klitzekleinwenig (heimlich) für euch geschrieben. Auf euer Mitgefühl, Verständnis, Zustimmung gehofft. War aber nie so. Ne- im Gegenteil. Wie schon gesagt, ihr fandet mich voll bescheuert.Irgendwann war es mir egal. Und die Herren erwiesen sich als treues, mitfühlendes Publikum. 
Bis plötzlich, seit ein paar Wochen, mehr Damen auf meine Seite klicken- und ihr mich plötzlich gar nicht mehr so bescheuert findet. Keine Ahnung warum. Ich bin da jedenfalls nicht nachtragend und zickig schon dreimal nicht und daher finde ich es großartig! Ja, echt wahr. Danke Mädels und herzlich Willkommen. Zieht die Schühchen aus, lehnt euch entspannt zurück, schnappt euch ein Mädchenbier und erzählt mir mehr von euch.
Ich freue mich.
Eure Mieze

16. Mai 2009

Leicht wie ein Wattebausch

Ich stand vor den Einwegrasieren. Rasiergel brauchte ich. Schwierige Wahl. Explosive Aprikose.Radikale Zitrone. Beruhigende Aloe Vera. Sinnliche Kokosnuss. Eigentlich sollte es nur ein ganz normales Rasiergel sein. Ich seufzte leise und sah etwas hilflos den langen Gang mit Duschgel entlang. Da kam sie. Eine fast gläserne Frau. In Zeitungen hatte ich sie schon oft gesehen.Frauen wie sie. Auch im Fernsehen. In diversen Magazinen und auf irgendwelchen Bildern. Nun kam sie auf mich zu. Langsam, fast andächtig. Jeder Schritt fiel ihr sichtlich schwer. Ich wollte sie nicht anstarren. Musste es aber. Peinlich berührt. Ihre dünnen Haare waren zu einem flüchtigen Zopf gebunden. Ihre Wangen waren stark eingefallen. Ihre Nase nur ein schmaler Strich. Eigentlich bestand sie nur noch aus Knochen. Ich konnte durch ihre Hände sehen. Blasses Blut pulsierte leise in ihren Fingern. Sie steuerte schwankend auf die Wattepads zu. Griff nach einem Beutel und sah kurz auf die Packung. Ich schätzte ihr Gewicht. 40kg. Wahrscheinlich aber weniger. Groß war sie. Mehr Knochen als Frau. Mehr durchscheinend als lebendig. Ich hätte ihr gern ein Bonbon angeboten und fand meine Gedanken selbst lächerlich. Irgendwie hätte ich sie auch gern umarmt. Fest. Wahrscheinlich hätte ich sie dann zerdrückt. Ihr sämtliche Knochen gebrochen. Knacks. Sie hielt die Wattepads fest und steuerte die Kasse an. Langsam, schlurfend. Ich schaute ihr noch eine Weile nach, überlegte mir Geschichten zu der Frau, versuchte mir vorzustellen wie sie mal ausgesehen hat, warum sie so abgenommen hat. Was die Gründe waren. Traurig wurde ich. Etwas. Leid tat sie mir. Sehr. Zum Essen einladen. Wie lächerlich. Ein Gespräch anbieten. Noch schlimmer. 
Ich griff nach dem beruhigenden Aloe VeraGel, nach einem Schokoriegel und verließ langsam, andächtig den Laden.

11. Mai 2009

Niemand rettet Mia

Plitsch. "Mia, Miakind...warum bist du denn nur so traurig?" meine Mutter sah mich besorgt an. "Ich weiß es nicht, ehrlich nicht." Pitsch.
Plitsch. " Mia, Mia Niemand.. warum bist du denn so traurig?" meine Grundschullehrerin sah mich fragend an. " Ich weiß nicht. Wirklich nicht." Pitsch. Pitsch.

Plitsch. " Mia, Mia Süße... warum bist du denn so traurig?" mein Bruder sah mich brüderlich an. " Ich weiß nicht recht." Plitsch.

Plitsch. " Mia, Mia mein Schatz..warum bist du denn nur so schrecklich traurig?" mein Freund hielt mich fragend fest. " Ich weiß es doch nicht.Wirklich nicht." Plitsch. Pitsch.Plitsch.


Plitsch. Plitsch. Mia, meine Mia. Warum bist du manchmal nur so schrecklich traurig? Frage ich mich manchmal selbst. Ein "Ich weiß es nicht.." lasse ich dann nicht zu..und ich vermute einfach, dass ich mir zu viele Gedanken mache. Viel zu viele. Sie  verknoten sich,werden enger und enger ,schnüren grinsend mein Herz zu und rauben mir die Luft. Sie setzten sich fest, machen mich klein, klitzeklein und halten mich lachend in der Hand. Das Messer an meiner Kehle. Ich, werde wieder das devote kleine Mialein und traue mich kaum aufzusehen.Herr Selbstzweifel und Fräulein Unsicherheit laden zum Fest. Ne. Eher zur Party. Zur wilden Party. Ja, das war schon immer so. Warum? Ich weiß nicht recht.

10. Mai 2009

Große Mädchen brauchen starke Jungs

Ich musste meiner Oma immer versprechen, dass ich nicht so ein Tussi-Mädchen-Mädchen werde. Ich musste ihr versprechen, dass ich Hosen trage- mit denen man sich auch auf eine Wiese setzen kann. Sie wollte immer, dass ich mich nicht so schnell fürchte und all die Sache mache die Jungs auch so machen. Kochen, weil es mir Freude macht und nicht weil mein Mann oder meine Familie es so will. Dass ich auswendig einen Kuchen backen kann- aber auch einen Nagel in die Wand bekomme. Mein eigenes Geld verdiene und mir möglichst viele tolle Sachen davon kaufe. Ich Bier aus der Flasche trinke und Schnecken von der Straße nehme. Eine Kiste Wasser die Treppe hoch bekomme und viele Blumen und Pflanzen kenne. Ich habe gelernt wie man Feuer macht und wie man Wunden säubert. Zähne zusammen beißen kann ich auch und einen Knopf kann ich auch annähen. Ich kann Geschenke einpacken und nach dem richtigen Weg fragen. Ich kann freundlich sein- aber auch unfreundlich- wenn es sein muss.
Also liebe Oma- es hat alles wunderbar geklappt. 
Nur.. naja.. vor Spinnen habe ich immer noch schreckliche Angst. Aber manchmal brauchen Mädchen halt auch noch starke Jungs.

Neuigkeiten. Geheime. Psssst.

5. Mai 2009

Salami-Möhrenbrot

Es gibt Sachen, die finde ich nicht schön. Ne. Ganz und gar nicht. 
Seitdem ich abgenommen habe, häufen sich ja diverse Gerüchte. Das ich mich einfach nur supergesund und halbwegs dizipliniert ernähre- auf solche babyeinfache Ideen kommt niemand. Das es echt nicht einfach war. Mich Nerven gekostet hat. Ich jede Woche Sport mache und mir viele kleine Sünden einfach verkneife, kann sich wohl niemand vorstellen. Ist aber so. Punkt und Aus. Die Maus.

Es gibt, wie schon gesagt, Sachen, die ich echt doof finde. Wenn mir eine unbekannte Dame ein Butterbrot schenken will(mit Butter und Salami)- dann finde ich das weder lustig noch aufmerksam. Ich finde es einfach nur unhöflich.
Ich meine, ich biete einer fülligen Dame auch keine Möhre an. Das wäre wohl etwas frech. Und so etwas macht man einfach nicht. 

Notiz. Ende.



4. Mai 2009

Herzschmerzstiller

Manchmal, also so manchmal, wenn ich mich ganz klein fühle. Manchmal wenn ich mich dann auch noch allein fühle. Schrecklich allein.Wenn mein Herz schneller schlägt, vermutlich auch viel lauter als sonst. Viel lauter, als jemals zuvor, vielleicht, weil es sich bemerkbar machen will. Manchmal wenn ich in der Nacht so einsam bin und mich niemand vor meinen bösen Träumen bewahrt. Wenn mir niemand liebevolle Dinge zuflüstert und mir übers Haar streicht.Wenn es einfach nicht besser werden will. Wenn sich meine Augen mit zaghaften Tränen füllen und ich nur noch zu dir will. Wenn ich dann nicht bei dir sein kann und mein Herz schmerzt, leicht aber beständig. Poch. Poch. Poch. Herzschmerz. Wenn ich es nicht mehr aushalte und die Sehnsucht mich fast umbringt. Manchmal, also so manchmal. Wenn ich mich nach deiner Nähe sehne und keine Daunendecke der Welt mich wärmen kann, wenn meine Gedanken nur so rasen und haufenweise Unfälle verursachen. Manchmal wenn mich eine Gänsehaut bedeckt und ich es kaum noch aushalten kann, weil ich dich so schrecklich vermisse.
Dann, ja dann schleiche ich mich leise aus dem Bett. Mit verwuselten Haaren. Auf leisen Sohlen. Tapp.Tapp.Tapp. Herzschmerzstiller gesucht. Dann ziehe ich meine Shorts etwas hoch, streiche mir leicht über die frierenden Arme. Dann eile ich zum Schrank und ziehe dein Shirt aus dem Regal. Blau. Weiß. Vertraut. Nähe. Wärme. Dann drücke ich es ganz fest an mich. Sauge die Erinnerungen auf und dann, ja wirklich dann geht es mir ein kleinwenig besser. Immer. Fast.