Ich sprang weiter. Über den kleinen Feldweg. Er führt zum Friedhof und zu den alleinstehenden Gärten. Im Sommer darf man sich dort mal einen Salat pflücken. Oder mal Himbeeren.Nur erwischt werden, das darf man nicht. Ich steckte meine Hände tief in die Hosentaschen, atmete ein und summte leise unbekannte Melodien. Drei Steine weiter lag ein kleiner Maikäfer. Erschöpft zappelte er mit seinen kleinen Beinchen. " Kommen sie Herr Maikäfer, ich helfe ihnen." Vorsichtig reichte ich ihm meinen Zeigefinger. Zögernd klammerte er sich fest. Dann wurde er mutiger, krabbelte hin und her und verweilte dann auf meiner Hand. Ich nahm ihn mit, ein kleines Stück. Bis, ja bis zur nächsten Buchenhecke. Behutsam setzte ich ihn auf ein großes Blatt. Er schüttelte sich ein wenig und ruhte sich noch kurz aus.
Ich sprang weiter. Über den kleinen Feldweg. Allein war ich. Keine Menschenseele weit und breit. Niemand sah meine schmutzigen Schuhe und niemand schaute auf mein ungeschminktes Gesicht. Leider sah auch niemand die grünen Bäumen, die zarten Blumen und das ganze frische Grün. Man wurde fast damit zugedeckt. Warm und weich. Eine Pfütze weiter strampelte eine große Spinne. Panisch ruderte sie mit ihren beharrten Beinen. " Oh oh Frau Spinne, ihnen kann ich nicht helfen...sie..sie schaffen das schon." Eilig ging ich weiter. Leid tat sie mir schon nach ein paar Metern. Ich ging zurück. Suchte einen langen Ast und legte ihn in die Pfütze. Dann ging ich weiter, schnell ohne mich um zudrehen.
Auf dem Rückweg sah ich sie. Die Pfütze mit Ast. Und Frau Spinne. Regungslos mit zusammengeklappten Beinchen.
Irgendwie tat es mir Leid. Sehr. Sogar.




