30. April 2009

Tschüß Frau Spinnenbein

Ich sprang über den kleine Feldweg. Steinig, matschig ab und an der erste zarte Grün. Ein Feldweg halt. Ich zog meinen dünnen Schal etwas höher und ging mit großen Schritten weiter. Leise lächelnd. Gedankenverloren strich ich durch mein Haar, erst da wurde mir wieder bewusst- wie kurz meine Haare eigentlich sind. Insgeheim musste ich lachen und marschierte fröhlich weiter. Ohne Ziel. Zwei Steine weiter saß eine kleine Schnecke. Mühselig zog sie ihr Häuschen durch das steinige Tal. Unüberwindbare Höhen und Tiefen. "Kommen sie Fräulein Schnecke, ich helfe ihnen." Vorsichtig nahm ich Fräulein Schnecke hoch. Zögernd streckte sie mir ihre Fühler entgegen. Hübsch war sie, sehr hübsch sogar. Ich setzte sie ins feuchte Gras und sah ihr noch zu wie sie gemütlich weiter kroch. 
Ich sprang weiter. Über den kleinen Feldweg. Er führt zum Friedhof und zu den alleinstehenden Gärten. Im Sommer darf man sich dort mal einen Salat pflücken. Oder mal Himbeeren.Nur erwischt werden, das darf man nicht. Ich steckte meine Hände tief in die Hosentaschen, atmete ein und summte leise unbekannte Melodien. Drei Steine weiter lag ein kleiner Maikäfer. Erschöpft zappelte er mit seinen kleinen Beinchen. " Kommen sie Herr Maikäfer, ich helfe ihnen." Vorsichtig reichte ich ihm meinen Zeigefinger. Zögernd klammerte er sich fest. Dann wurde er mutiger, krabbelte hin und her und verweilte dann auf meiner Hand. Ich nahm ihn mit, ein kleines Stück. Bis, ja bis zur nächsten Buchenhecke. Behutsam setzte ich ihn auf ein großes Blatt. Er schüttelte sich ein wenig und ruhte sich noch kurz aus.
Ich sprang weiter. Über den kleinen Feldweg. Allein war ich. Keine Menschenseele weit und breit. Niemand sah meine schmutzigen Schuhe und niemand schaute auf mein ungeschminktes Gesicht. Leider sah auch niemand die grünen Bäumen, die zarten Blumen und das ganze frische Grün. Man wurde fast damit zugedeckt. Warm und weich. Eine Pfütze weiter strampelte eine große Spinne. Panisch ruderte sie mit ihren beharrten Beinen. " Oh oh Frau Spinne, ihnen kann ich nicht helfen...sie..sie schaffen das schon." Eilig ging ich weiter. Leid tat sie mir schon nach ein paar Metern. Ich ging zurück. Suchte einen langen Ast und legte ihn in die Pfütze. Dann ging ich weiter, schnell ohne mich um zudrehen.
Auf dem Rückweg sah ich sie. Die Pfütze mit Ast. Und Frau Spinne. Regungslos mit zusammengeklappten Beinchen.
Irgendwie tat es mir Leid. Sehr. Sogar.

23. April 2009

Du bist immer da

Wenn ich morgens an der Haltestelle stehe und die Autos an mir vorbei zischen. Kalt und schnell- dann schließe ich kurz die Augen und schon bist du neben mir.
Wenn ich dann im Bus sitze und ich stehen muss, weil alle Plätze besetzt sind. Voll und laut- dann schließe ich kurz die Augen und schon stehst du ganz nah bei mir.
Wenn ich anschließend zur Arbeit gehe und meine Hände ganz tief in meinen Hosentaschen verschwinden. Halb erforen- dann schließe ich kurz die Augen und schon hälst du meine Hand.
Wenn ich morgens verzweifelt am Tisch sitze und ich nicht weiter weiß. Klein und mutlos- dann schließe ich kurz die Augen und schon streichst du über mein Haar.
Wenn ich mittags in der Küche stehe und nicht weiß was ich essen soll.Schrecklich hungrig- dann schließe ich kurz die Augen und schon umarmst du mich.
Wenn ich nachmittags kraftlos bin und meine letzten Energien langsam schwinden. Müde und ausgesaugt- dann schließe ich kurz die Augen und schon berührst du meine Wange.
Wenn ich abends nach Hause komme und der Tag fast vorbei ist. Dunkel und leise- dann schließe ich meine Augen und schon fängst du mich auf.
Wenn ich nachts im Bett liege und meine Gedanken so dahin fliegen. Leicht und unbeschwert- dann schließe ich meine Augen und schon denke ich an dich. Dann ja dann weiß ich warum ich dich liebe.

21. April 2009

Blitzerinnerung

Bitte weiter gehen....es gibt fast nichts zu sehen...ich möchte nur nochmal schnell dran erinnern, es ist fast Mai. MAI. Ma-ha-ei. ! !!!!

So. Nun gehen wir alle schnell weiter und schauen was noch so in der Welt passiert.

12. April 2009

Fern von einer Beziehung. Oder nah.

Achtung: Zeit mitbringen.
Achtung: Wieder mit dem Liebsten.
Achtung: Ja, ich vermittel gern. Nah- und Fernbeziehungen.


8. April 2009

Doris und ihr Herr Maier

Herr Maier steht immer, pünktlich um 17Uhr, an der kleinen Bushaltestelle vorm Rathaus. Jeden Tag, nach der Arbeit, sehe ich ihn dort. Zufällig habe ich irgendwann dann mitbekommen, dass Herr Maier- Herr Maier heißt. Mit A und I, das ist ihm sehr wichtig. Ich glaube, nur deshalb kann ich es mir merken. Herr Maier wirkt schon sehr alt. Vielleicht ist er schon über 80Jahre alt. Kann auch sein, dass er ein kleinwenig jünger ist. Ich jedenfalls, habe das Gefühl, dass er schon über 80Jahre ist. Er trägt meistens einen alten grauen Anzug. An den Ellbogen ist er etwas abgenutzt. Ein weißes Hemd und eine Krawatte. Dunkelblau. Oder grau. Und einen Hut- den trägt er auch immer.Ob im Sommer- oder Winter. Wenn er jemanden kennt, dann ja dann, hebt er den Hut ein kleinwenig und sagt freundlich: "Guten Tag. Ist es nicht schön heute? Hatten sie einen angenehmen Tag?" Dann reicht er die Hand. Ich würde ihm auch gern mal die Hand geben, aber mich kennt er ja nicht. Ich würde auch mal gern wissen, was Herr Maier den ganzen Tag in der Stadt macht. Warum er immer um 17Uhr den Bus nimmt und wohin er dann fährt. Herr Maier könnte bestimmt viele großartige Geschichten erzählen, da bin ich mir sicher. 
Am Freitag stand er wieder da. Neben ihm stand eine große dunkelblaue Stofftasche. Im vorbei gehen schaute ich flüchtig hinein. Denn, eine Stofftasche hatte er noch nie dabei. Ne. Nie.
Ich erhaschte den Blick auf ein Kuchenpaket. Die Tasche stand im Schatten. Eine ältere,füllige Dame im leichten Frühlingsmantel und Blümchenkleid kam an uns vorbei. "Guten Tag Herr Maier! Schönes Wetter haben sie bestellt." Herr Maier hob kurz seinen Hut. "Guten Tag. Ist es nicht schön heute? Hatten sie einen angenehmen Tag?"  Dann reichte er ihr die Hand. "Ja, danke der Nachfrage, "die Dame beugte sich etwas über seine Tasche. " Torte? Gibt es etwas bei ihnen zu feiern?" Herr Maier blickte etwas betreten zu Boden und ich auch- denn eigentlich wollte ich dem Gespräch nicht lauschen. " Meine Doris", seine Stimme wurde etwas leiser, " meine Doris hat heute Geburtstag. Schwarzwälder konnte sie wie eine Meisterin backen. Die beste Torte in der Stadt. Ich glaube, nach einen Stück Torte habe ich mich damals auch in sie verliebt. Sie trug ein blaues Sommerkleid und hatte geflochtene Zöpfe. Sie war bildhübsch. Das schönste Mädchen der Stadt.Ja, das war meine Doris." Er zog aus seiner Tasche ein gebügeltes Taschentuch heraus und putzte verlegen seine Nase. "Oh, und heute haben sie ihrer Doris und sich ein Stück Torte mitgenommen? Das ist aber lieb von ihnen." Er nickte. "Für mich ein Stück Schwarzwälder und für meine Doris ein Stück Marzipan-Sahne. Liebt sie nämlich sehr." Die füllige Dame reichte ihm die Hand, ihr Bus kam. Sie verabschiedeten sich und schon saß sie im Bus. Nun stand Herr Maier allein da. "Er nahm den Stoffbeutel in die Hand und dann fuhr auch sein Bus vor.Ausnahmsweise einmal vor meiner Linie. Das Kleingeld, für den Fahrschein hatte er passend in der Jackentasche. "Einmal bis zum Friedhof", sagte er leise und legte 1,50 € auf die Ablage. Danach setzte er sich und rauschte an mir vorbei.

6. April 2009

Kuss und weg.

Es ist ja so. Frauen machen sich ja ständig Gedanken darüber, ob der Liebste sie auch liebt. Also so richtig, richtig liebt. Ständig fragen sie sich selbst,ihre Freundinnen oder gleich den Liebsten. Etwa so: " Liebt er mich?" oder"Ob er mich auch liebt?" oder "Liebling, liebst du mich?"  Antworten gibt es wie Sand am Meer.
"Ja. Nein. Hm. Mhmm. Ist der nicht mit Sarah zusammen? Keine Ahnung. Was für ein Sternzeichen ist er? Doch,irgendwie schon. Die Silke ist auch nicht schlecht. Auf jeden Fall. Ja. Ja und nochmals Ja. Warte mal kurz- äh...was wolltest du wissen?"
Lautet die Antwort "Ja" sind meistens alle Beteiligten hoch zufrieden. Wie gesagt meistens. Denn,so einfach ist es nur relativ selten. Eigentlich nie.Ok, fast nie.
Aber keine Angst,denn ich kann euch hier den ultimativen Tipp geben.Geheimtipp- wenn man so will. Jaha.
Zieht euch einfach möglichst bescheuert an. Ganz,ganz schrecklich. Dicke Socken,Unterwäsche die nicht zusammenpasst und nach Möglichkeit noch niedlich geringelt oder gepunktet ist, graue-zu große Trainingshose, altes lila Unterhemd, verwuschelte Haare, zerknittertes Shirt-farblich absolut unpassend. Fertig. 
Ja,meine Damen so einfach kann es sein. Was ihr nun tun sollt? Einfach dem Liebsten begegnen. Entweder wird er laut schreiend davon laufen oder er wird euch einfach küssen. Tritt Fall 1 "laut schreiend davon laufen" ein- hat es sich erledigt. Kommt die Variante "einfach küssen" zum Zug- dann herzlichen Glückwunsch- er liebt euch. So richtig. Da muss man nicht mehr nachfragen. Nur zurück küssen. 
Und es im Notfall aushalten, dass er sich in Zukunft  vielleicht ähnlich anziehen möchte- aber das ist nun wirklich ein anderes Thema. 

5. April 2009

365 Tage

Vor einem Jahr war es ein Satz. Keiner wollte ihn aussprechen. Angst. Nicht wissen, ob der andere ähnlich denkt. Man konnte die aufflackernden Gefühle nur schwer in Worte packen- ein Herzschlag bis zum Hals. Kichern, gerötete Wangen. Fast hätten wir aufgegeben bevor es überhaupt angefangen hatte.

Vor Monaten waren es 5Worte. Keiner wollte den Anfang machen. Gefühle die fast übersprudelten. Atemnot. Taumelnd. Versuche die Worte in Worte zu fassen- zu schreiben um sie letztendlich leise zu flüstern. Pures Glück. Kaum zu fassen.

Vor ein paar Monaten waren es drei Worte. Ich weiß nicht mehr, wer es zu erst sagte- aber ich erinnere mich an die Wärme, die geschlossenen Augen, die Nähe- diese unbeschreibliche Vertrautheit. Diese Verbundenheit. Du und ich. Wir zwei. 

Heute ist es ein Wort. Ja, wirklich nur ein kleines Wort. Ein Herzschlag, ein Gedanke, eine Verbundenheit, eine Vertrautheit, eine Romantik, ein Lächeln, ein neues Wir. Du und Ich- das ist Liebe. Ja, seit 365 Tagen.