26. März 2009

Alt vs Jung

Ich fühle mich zu jung, um zu sehen, wie eine ältere, unscheinbare, Dame einen Binkinizonenrasierer kauft. (Ja, mit dem man auch noch lustige Muster rasieren kann, nein- ich habe mich nicht versehen.)

Ich fühle mich zu alt, um zu sehen, wie drei pubertierende Jungs mir eindeutige Handbewegungen zuwerfen. (Ja, es waren sexuelle Anspielungen, nein- sie wollten nicht winken.)


23. März 2009

Notiz an euch

Ich weiß,ich weiß. Dieses Jahr bin ich früh dran. Nein, ich habe keinen Monat verwechselt.(Auch wenn mein RobbieKalender schon "Mai" zeigt- aber nur, weil das Bild so hübsch ist.) Ich möchte nur schon einmal früh genug daran erinnern. Denn- es ist jedes Jahr das selbe traurige Bild. Ja,ja ich weiß- es sind noch ein paar Wochen bis dahin- aber es kann sich ja schon einmal rum sprechen. Frau Niemand möchte einen Maibaum. Maibaum! Jawohlja.Ich wünsche mir nichts zum Geburtstag, Weihnachten ist mir auch egal, Valentinstag wird eh überbewertet. Ich will keine Schokolade, ich brauche keinen Mann mehr und Diamanten sind mir egal- ich mag einen Baum haben. Einen schnöden Baum mit etwas Kreppband. Ob aus Mitleid, Liebe,Anerkennung, Freundschaft oder einfach nur damit ich endlich ruhig bin- mir völlig egal. Baum ist Baum. Hopp- sucht schon einmal einen aus. Es kann nicht sein, dass alle Mädels einen bekommen, meine 17jährige Nachbarin dämlich grinst und ich immer leer ausgehe. 
Schreibt es schon einmal den Kalender. Danke sehr.

22. März 2009

351 Tage.

Ich war immer gern allein. Ja, immer. Ich war nie so ein Pärchentyp. Beziehungen engten mich schnell ein.Hochzeitsplanungen machten mir Angst und Kinderwünsche machten mir eine Gänsehaut und bevor mein Gegenüber mir Liebesbekundungen zu flüstern konnte war ich längst weg. Die Turnschuhe in der Hand und losgerannt. 

Ich schlief immer gern allein. Ja, immer. Ich war da nie so ein Kuschelmädchen. Arm in Arm einschlafen fand ich schrecklich, raubte mir die Nerven und die noch vorhandene Luft.Bevor mein Gegenüber mir einen Gute-Nacht-Kuss geben konnte war ich längst weg. Die Turnschuhe in der Hand und losgerannt.

Ich spazierte immer gern allein. Ja, immer. Abends noch einen Spaziergang oder durch den Wald schleichen. Hingehen wohin ich wollte. Kein Händchen halten und nervige Stimmungskiller. Keine erzwungenen Gespräche,langatmige Dialoge und komische Fragen. Und bevor man mir ein Herz in einen Baum ritzen konnte war ich längst weg. Die Turnschuhe an den Füßen und losgerannt.

Ich kochte immer gern allein. Ja, immer. Mal scharf, mal zuckersüß. Mal gar nicht, mal viel zu viel. So wie mein Geschmack es verlangte. Bevor mir jemand die Suppe versalzen oder gar wegessen konnte war ich längst weg. Die Turnschuhe in der Hand und losgerannt.

Ich träumte immer gern allein. Ja, immer. Ich träumte von alten Häusern, von Elfen und neuen großartigen Aufgaben. Von einem kleinen Kiosk, einen kleinen Laden, von neuen Berufungen, ein wenig von der Liebe, von großartiger Kleidung und klar- neuen Schuhen. Verstanden wurden die Träume nie. Ne. Eher belächelt und bevor man all meine Träume zum platzen brachte war ich längst weg. Die Turnschuhe in der Hand und losgerannt.

Ich habe nur auf dich gewartet. Ja, immer. Ich kann mir nicht vorstellen ohne dich zu sein. Mit dir einzuschlafen,dich an meiner Seite zu spüren, mit dir aufzuwachen- das ist einfach wunderbar. Mit dir spazieren gehen. Hand in Hand. Ganz nah. Ab und an stehen bleiben und weiter gehen wann wir es wollen. Das ist großartig. Zusammen in der Küche stehen. Lachen, sich zufällig berühren, zusammen ein tolles Essen zaubern. Das ist wunderschön. Mit dir zusammen träumen. Von anderen Städten, Aufgaben, einer neuen Wohnung, von unserem Urlaub, an den Sommer denken und rosarote Herzchen in die Luft malen. Ich liebe es.
Das alles möchte ich nur mit dir. Ich lasse die Turnschuhe einfach bei dir stehen. Ich muss nicht mehr weiter rennen. Ich bin längst angekommen.


18. März 2009

Nächste Haltestelle- Verderben.

Wenn man so im Bus sitzt, also einfach so,und nebenan eine kleine Gruppe mit pubertierenden Jungs sitzt, dann ja dann sollte man gewisse Sachen einfach lassen. 
Wenn zum Beispiel ein Junge die ganze Zeit hustet- ignoriert es einfach. Dreht euch weg und tut so als wäre nichts. Tut einfach so, als hättet ihr nie etwas gehört. Wenn man ihm nämlich ein Hustenbonbon anbietet, dann ist das für den Jungen enorm peinlich und für den Rest extrem belustigend. Wenn man dann auch noch in der Tasche wühlt (ohne hinzusehen) und dem Jungen kein Bonbon sondern ein Tampon in die Hand drückt- dann äh..ist das nicht so lustig für den Jungen. Könnt ihr mir glauben. Wollte ich auch nicht. Ehrlich nicht. Tut mir Leid, Leon. Ich fahre nie mehr mit der 68. Echt nicht.

16. März 2009

Aus weniger mehr machen

Vor einem Jahr hat es angefangen. Vor 365Tagen. Aus 5kg wurden 10kg. Aus 10 kg wurden 20 kg. Die ersten Blicke folgten. Erstaunt. Begeistert. Verblüfft. Verzückt. Ans aufhören habe ich nicht gedacht. Komplimente folgten und mit ihnen die ersten Neider. Ich habe mich immer gesund ernährt. Sehr gesund sogar. Viel Obst, Gemüse,kaum Fett keine Süßigkeiten. Ab und an mal ein Stück Kuchen. Manchmal habe ich zu wenig gegessen. Kleidung wurde komplett ausgetauscht. Irgendwie ist es mir unangenehm darüber zu reden. Schreiben macht es nicht leichter. Manchmal werde ich deswegen rot. Aus XL wurde M. Vor einem Jahr habe ich nicht daran gedacht, dass ich es jemals schaffen könnte. Es wurden noch einmal 5kg weniger. Zufrieden war ich nie. Selbstkritik wurde ein harter Gegner. Es gibt Tage- da finde ich mich bezaubernd. Es gibt Tage- da finde ich mich schrecklich. Es gibt Tage- da finde ich mich zu dünn und Tage- da finde ich mich viel zu dick. Angst begleitet mich ständig. Angst wieder zu zunehmen. 5kg verschwanden. Die ersten Sorgen begangen. "Du musst mehr essen." Aber- ich kann nicht mehr essen. Wirklich nicht. Vor einem Jahr hat es angefangen. Nun bin ich dünn. Kann meine Beine verknoten und habe Wangenknochen.In Geschäften kann ich alles anprobieren und werde freundlicher behandelt. Männer machen mir Komplimente und Frauen deuten auf meinen kleinen Busen. Ich habe schmale Handgelenke und fast keinen Hintern mehr.Ich träume in der Nacht von Pfannkuchen und esse am Tag Mädchenmüsli mit Magermilch. Sehr unsexy- ich weiß. Ich muss immer noch meinen Bauch einziehen und am liebsten kaufe ich nach wie vor Turnschuhe. 5kg sollen noch weg. Es fällt mir schwer aufzuhören.Die Frau in der Bäckerei sagt, dass ich auf keinen Fall mehr abnehmen soll. Sie will mir dann immer ein Stück Torte verkaufen. Ein Freund wiegt immer noch 5kg weniger als ich- und er ist dabei 10cm größer. "Man kann nie dünn genug sein," sagt er dann und kneift mir in die Seite.
Vor 365Tagen hätte ich noch Pommes Mayo gegessen. Heute nicht mehr. Glücklicher bin ich nicht. Selbstbewusster auch nicht. Und toller schon dreimal nicht. Ich bin immer noch Mia. Mia Niemand.Wie vor einem Jahr - nur manchmal vergesse ich das.

11. März 2009

Germanys next Blogmodel. Oder so.

Bitte weitergehen..es gibt fast nichts zu sehen... ich verweise nur kurz auf die großartige Seite und danke meiner Familie, meinen Freunden, meinen Schuhen,Vroni für das nette Foto und Luca für die Geduld,Nerven und Liebe. Und so. Hachz. 
Das ist genug Grund um weiter Geld in neue Turnschuhe zu stecken. Auf die Freude erstmal einen Kinderriegel.

10. März 2009

Herzklopfen

Herr Schmidt ist vor zwei Monaten gestorben. Einfach so ohne Ankündigung. Zack- war es zu Ende. Er war schon alt, meinten die Leute und Nachbarn. Daher fand es niemand verwunderlich. Nur seine Lissy Schmidt, mit bürgerlichen Namen Elisabeth Kaufmann, die fand es schlimm. So schlimm, dass sie vor einem Monat auch gestorben ist. Vor seinem Bild, sei sie zusammen gebrochen- tuschelten die Leute und Nachbarn. Aber auch sie war schon alt. Daher wunderte es auch hier niemanden. Tragisch- aber so ist das nun einmal. Alte Leute sterben. Das ist so. Punkt. 
Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. Denn in Wirklichkeit ist das so...
Wenn zwei Menschen verliebt sind- also so richtig, richtig verliebt sind,dann tauschen sich irgendwann unbemerkt ihre Herzhälften aus. Schwupp und schon ist es geschehen.Vielleicht merkt man, dass es ab und an mal etwas schneller schlägt, das Herz. Logisch, die Hälften müssen sich ja erst aneinander gewöhnen und einen gemeinsamen Takt finden. Wenn man ab und an also mal Herzklopfen hat, so richtig Herzklopfen, dann spielen die Hälften vielleicht miteinander. Kann ja sein. 
Bei Herrn Schmidt und Lissy war das auch so. Die liebten sich schon sehr- sehr lange. Ihre Herzhälften waren fest zusammen gewachsen. Als nun Herr Schmidt gestorben ist, nun ja, da ist auch seine Herzhälfte in Lissys Brust gestorben. Mit einer Hälfte konnte Lissy gar nicht überleben. Wie auch? Daher ist sie an einem gebrochenen Herz gestorben. Die arme Lissy- hatte keine Chance. 
Das ist das Risiko- beim Herzaustausch. Aber wer einmal Herzklopfen hatte, so richtig,richtig  Herzklopfen, der geht das Risiko ein. 

7. März 2009

Zum Mitnehmen

"Die kleine Mia Niemand möchte bitte, aus dem Spielparadies abgeholt werden. Bitte, holen sie die kleine Mia Niemand aus dem Spielparadies ab."



6. März 2009

1,2,3,4,5 Kackbratzen

Wenn man vor der verhassten Kollegin steht und diese schreit, richtig laut schreit, dass ihr Kopf schon knallrot ist, dann hat man folgende Möglichkeiten. 
1) Anfangen zu weinen. Etwa so...Buääääähhhh.
2) Den Raum verlassen. Etwa so... Einfach gehen. Also raus.
3) Zurück schreien. Etwa so.. Aaaaaaaaaaaaaaaaaaah! !
4) So tun als wäre man nicht gemeint. Etwa so.. ??? Meinst du mich?
5) Ihr sagen, dass sie bescheuert ist Ganz Mutige können auch sagen, dass sie eine Pissnelke/Arschloch/Kackbratze ist. Etwa so ..." Du bist eine bescheuerte Pissnelke/Arschloch/Kackbratze.

Ich habe Möglichkeit 5 gewählt. Ohne Joker. Ohne Publikum.