27. Februar 2009

Fern. Nah. Fern.

Den lieben langen Tag höre ich vielen  Leuten zu. Ich höre dieses und jenes, schmunzle ab und an und rede manchmal sogar mit. Man kann mich naiv nennen. Von mir aus sogar leichtgläubig. Ja, ich glaube, ich bin es sogar. Ich glaube allen Leuten und kann mir nur schwer vorstellen, dass es Menschen gibt die absichtlich lügen und Unwahrheiten verbreiten.Aber bei einer Sache wurde ich dann doch stutzig. Sehr sogar.
Mir wurde nämlich immer etwas völlig falsches erzählt. Das sogar über einen längeren Zeitraum- von unterschiedlichen Leuten. Da musste ich ja hellhörig werden. Fast hätte ich es sogar geglaubt.Fast. Mir wurde gesagt, dass ich eine Fernbeziehung habe.Und bevor ich selbst dran glaube, muss ich das mal richtig stellen. Das stimmt so nämlich nicht. Ich habe keine Fernebeziehung.Ok, uns trennen einige Kilometer- einige viele Kilometer...aber ich stehe dem Liebsten näher als irgend jemanden zuvor. Wie kann man dann behaupten, dass wir eine Fernbeziehung haben? Man müsste es Nahbeziehung nennen. Eine Ganz-ganz-Nahbeziehung - nur einen Herzschlag von einander entfernt.Ja. So sieht es nämlich aus. Das ist die Wahrheit und irgendwie klingt die Wahrheit auch viel hübscher und verliebter.Hach. So.Das wollte ich nur mal erwähnen und was anderes mag ich jetzt auch nicht mehr hören.Also: Merken! Punkt und ♥ daneben- das vergesse ich jetzt nie im Leben. Oder so.

25. Februar 2009

Tatataaataaa Tatataaaataaaa

Hachz. Der Frühling istzwar noch nicht da. Aber dennoch flattern frühlingshafte Nachrichten direkt in meine kleine Dachwohnung. Eine gute Freundin von mir wird heiraten. Ich mag sie- ich mag ihren Freund. Kurzum- die Hochzeit wird toll, ach was schreibe ich, traumhaft.
Ein wenig Hilfe benötige ich dennoch.
1. Hat jemand gute und originelle Ideen was ein Geschenk anbelangt?(Eine gemeinsame Wohnung haben sie noch nicht...außerdem beteiligen sich mehrere Personen am Geschenk)
2. Was zieht man an? Die Hochzeit findet einmal im Juni in Paderborn und einmal in (haltet euch bitte jetzt fest) Istanbul statt.Juhu. Wir werden nach Istanbul reisen. Daher brauche ich ein Kleid. Ein grandioses. Hell, sommerlich- umwerfend...
3. Gibt es irgendwelche netten Traditionen, Bräuche, "Spiele", Gesten..nette kleine Überraschungen halt.

Und wisst ihr, was mich ganz besonders freut? Ich gehe nicht allein hin. Der Liebste begleitet mich. Heissa. Das ist gleich doppelt großartig. Mein Sommer ist gerettet. Und Frühling wird es auch bald. Das verspreche ich euch. Und nun- nun schmiede ich Hochzeitspläne. Also... für meine Freundin. Versteht sich.

24. Februar 2009

Beichte. Öffentliche.

Guten Tag, ich bin Mia Niemand und ich habe ein Problem. So oder so ähnlich könnte meine öffentliche Beichte lauten.
Seitdem ich abgenommen habe und nun dünner bin werde ich nicht mehr so häufig angesprochen. Ältere Damen fragen mich nicht mehr nach dem Weg. Kinder zeigen mir nicht mehr ihre Wellensittiche und die Herren laden mich nicht mehr zum Essen ein. Mädels möchten nicht mehr wissen wo ich meine Shirts gekauft habe und kleine Jungs halten mich nicht mehr für eine Prinzessin. Die Bäckereifachverkäuferin plaudert nicht mehr mit mir über Sahnetorten und über ihre biestige, pummelige Schwiegertochter schon dreimal nicht. Die Verkäuferin im Unterwäscheladen erzählt mir keine errötenden Geschichten von irgendwelchen Liebhabern. Der Eisdielenbesitzer winkt mir nicht mehr zu und ältere Nachbarn erkennen mich einfach nicht mehr wieder. Frauen tuscheln nur noch und sehen mich kritisch an.

Meine Damen,Herren,Kinder und Eisdielenbesitzer. So geht das nun wirklich nicht. Wie soll ich denn so Geschichten über euch schreiben? Ihr müsst schon mit mir reden. Ich bin doch immer noch Mia. Mia Niemand. Das ist so und wird so bleiben. Punkt. Und wenn ihr das nun verstanden habt- dann liefert mir mal wieder ein paar Geschichten und fragt mal nach dem Weg. Danke.

15. Februar 2009

Plündert die Eisvorräte

Das Fenster ist weit geöffnet. Schneeflocken wehen hinein. Fliegen leise durchs Schlafzimmer und gleiten mucksmäuschenstill auf den Boden. Einige berühren meinen Arm. Meine Schulter. Verweilen kurz und schmilzen leise. Nur ein kleiner Tropfen bleibt zurück. Im Fenster gegenüber huscht Frau Hartwachs vorbei. Schaut kurz in meine Richtung und huscht weiter. Auf ihrem Kopf befinden sich unzählige Lockenwickler. Sicherlich ist ihr der eigene Anblick unangenehm.Mein Fenster ist weit geöffnet. Ein eisiger Wind weht durch meine kurzen Haare. Ich zittere. Leicht. Gänsehaut schwappt über meinen Körper. Eine riesige Welle. Ich zucke leicht zusammen.Ich muss mir auf die Lippen beißen, damit sie nicht zu sehr zittern. Ich stehe da.Kälte zieht durch den Raum. Ich muss kälter werden. Viel, viel kälter. Die Kälte muss mein Herz erreichen. Dann können mich andere Sachen nicht mehr so sehr verletzten. So weh tun. So gemein sein. Wenn ich kälter bin, dann ist alles einfacher.Ich will nicht mehr das devote,kleine Mialein sein. Ich will mir nicht alles zu Herzen nehmen. 
Ich stehe da. In Unterhose. Kalt von Kopf bist Fuß. Selbst meine Wohnung ist eisig kalt. Nur mein Herz. Das wärmt tapfer weiter.
 Wie lange muss ich denn hier stehen, damit mein Herz kalt wird? 

14. Februar 2009

Herztag

"Und..uhuuund? Was hast du bekommen? Einen Ring? Blumen? Schokolade?Eine Kette?Einen Liebesbrief. Oder..neee.. bestimmt einen Kurzurlaub!" Fragend sehe ich meine Bekannte an. "Bekommst du einen Wellnesswochenende? Einen Gutschein? Unterwäsche? Wahnsinnig aufregende Schuhe? Eine Torte in Herzform? Ein Abendessen? Eine Nacht im Romantikhotel? Ein Kleid? Miaaaahaaaaaaa! Hörst du mir überhaupt noch zu?" Nein. Hätte ich fast gesagt. Nein, ich höre dir nicht mehr zu. Habe ich aber nicht gesagt,stattdessen blickte ich meine Bekannte weiter fragend an. "Mia, Valentinstag.Heute ist Valentinstag. Was hast du bekommen?!" 
"Liebe..."murmelte ich. "Ganz viel Liebe. Der Rest interessiert mich auch nicht." "Mia?" "Hm?" "Du bist irgendwie unromantisch."


10. Februar 2009

Das hätte ihr Preis sein können

Eigentlich wollte ich heute Abend schreiben. Über nackte Haut, Körperteile, warmes Wasser und Duschen. Ich wollte sogar ein Foto einstellen. Nur leider- ist es mir viel zu kalt. So bleibe ich im Bett. Ne. Anders. So bleibe ich unsexy dick angezogen im Bett. Schade um die Fotos. Vielleicht beim nächsten Mal.

7. Februar 2009

Liebeserklärung.

Eine Liebeserklärung. Eine kleine Liebeserklärung. Nicht mehr- oder weniger.
Ich schneide meine Haare ab..und was machst du? Du verliebst dich neu in mich.
Ich glaube, dass ist wirklich Liebe. Ja. 



Willst du?

"Und...? Was machst du noch so?"
"Ich sammel jetzt Anträge....7 habe ich schon."
Ja, so ist sie- meine Freundin. Sehr,sehr großartig halt. 

5. Februar 2009

Papierwürste

Männer lesen ab jetzt nicht mehr mit.

Also. Ab jetzt.

Wir Mädels wissen es- auch wir schwitzen ab und an. Also- manchmal- ein kleinwenig.
Es kommt schon einmal vor. Es kommt sogar vor, dass das weltbeste Deo versagt. Ok, ich gebe es zu- mir ist es auch schon passiert.
Stellt euch folgende Situation vor: Ihr habt ein wichtiges Treffen/Date oder einen sehr wichtigen Termin. Ihr habt ein hübsches Blüschen an und sitzt auf einem schicken Ledersessel. Irgendwann ist es dann so weit, ihr sucht den Weg zur Toilette und während man so geht erahnt man schon fast die Schweißflecken unter den Armen. Da heißt es dann, nicht zu viel bewegen, Arme schön nah am Körper lassen und einen Schritt schneller zur Toilette gehen. Da sieht man dann die ganze Katastrophe. Riiiieesige Schweißflecken. Dabei schwitzt man doch sonst nie.Also fast nie. Jedenfalls nicht so.
Nun steht eins fest: So kann man unmöglich zurück gehen.Wirklich un-mööö-glich. Deo hilft nun auch nicht mehr. Der Handtrockner. Ne. Das ist wirklich unter unserer Würde. (Auch wenn man für eine Sekunde darüber nachgedacht hat) Helfen nur Taschentücher oder eine neue Bluse. Wenn man die gerade nicht hat, Papiertücher von der Toilette.
Ich wählte die Papiertücher. (Hatte auch nur die Möglichkeit) Tupfte ein wenig das Elend weg und stopfte mir anschließend zwei graue Papiertücher unter die Arme. Schnell noch Lipgloss auf die Lippen. Die Haare zurecht zupfen und mit erhobenen Kopf zurück. Im Ledersessel noch etwas trinken, etwas belangloses erzählen, etwas lachen und schon hat man den Abend überlebt. Fast überlebt.
Es steht nur noch die Verabschiedung bevor- dann hat man es geschafft. Yeah. Nun kann nichts mehr passieren und die doofe Schwitzbluse fliegt ,zu Hause, sofort in die hinterste Ecke. 
Nur blöd, wenn dann plötzlich eine graue,traurige Papierwurst auf den Boden kullert. Da liegt sie dann. Fast traurig vor den Füßen.Alle starren sie an. Panisch überlegt man dann- wo die zweite,verdammte Papierwurst ist. Man wird es nie heraus finden. Glaubt mir, nie. Und eigentlich will man es auch gar nicht wissen. Man versucht nur schnell zu flüchten. Mit hochrotem Kopf.

Daher mein Tipp: Nehmt einfach den Handtrockner. Oder zieht das Blüschen aus. Peinlicher kann es gar nicht sein. Glaubt mir.

3. Februar 2009

PH + IA = /

Ach...und dann war da heute noch meine Jugendliebe. 
Ich war 13. Vielleicht auch 14. Und ich war verknallt. Toll, sah er aus. Der Stephan. Mit PH. Das war ihm immer sehr wichtig. Seine Frisur war ich auch immer wichtig. Kurze hellblonde Haare hatte er. Einen Igelschnitt. (Ja, das war früher mal modern) Er trug immer hellblaue, verwaschene Jeans,ein Guns `n Roses-Shirt und darüber ein Karohemd.(Ja, auch das war früher mal modern.Echt wahr) Ein smartes Lächeln hatte er. Kurzum ein Mädchenschwarm. Nur leider war ich nicht der Jungenschwarm.Und sein Schwarm war ich schon lange nicht. Ich war kein A-Mädchen. Mit etwas Glück- war ich eins der C-Mädchen. Auf der untersten Stufe waren nur die ganz verrückten Mädels. Kategorie D-F. Danach kam nichts mehr. 
Kurzum ich hatte keine Chance bei ihm. Nicht mal ein klitzekleinwenig. Nicht einmal meinen Namen wusste er. Mia. Mit IA. Konnte er sich einfach nicht merken. Der Stephan. Mit PH.
Einmal habe ich all meinen Mut zusammen genommen. Als kleines Bündel verpackt, in meine Hosentasche gestopft, tief durch geatmet und dann bin ich zu ihm. Ich habe ihn irgendwas Belangsloses gefragt. Dunkelrot- war ich. Ach, was schreibe ich..lila. 
Er hat mich nicht zu Ende reden lassen. Er hat sofort gelacht. Laut. Und seine Freunde mit ihm. Noch lauter. Schallend. Ich sollte mal groß werden. Tollere Sachen tragen, coolere Musik hören und 10kg abnehmen. Geweint habe ich nicht. Nur fast. Und meinen Mut habe ich daraufhin in den nächsten Mülleimer geworfen. Habe ich auch nicht so schnell wieder gefunden. 
Ach..und heute habe ich Stephan wiedergesehen. Beziehungsweise er mich. 
Der smarte Stephan- hat nun einen Glatzenansatz. Seine Füße steckten in glanzlosen Schuhen. Und sein Körper presste sich in eine schwarze Hose und einen Strickpulli. Seine kleine Brille verdeckt die einst himmelblauben Augen. Während er so vor mir stand zog er seinen Strickpulli über seinen Bauchansatz. Ach...10cm kleiner war er auch und er redete von so langweiligen Dingen, dass ich gähnen musste.
Ob wir mal ausgehen wollen? Irgendwann. Mal so. Ein Wasser trinken. Oder eine Cola.Er hätte nun einen guten und sicheren Bürojob. Würde mich auch einladen. Auch abholen. Zur Not auch nach Hause bringen. 

Nein. Wollen wir nicht. Denn Mias mit IA gehen grundsätzlich nicht mit Stephans aus. Und mit kleinlichen,uncoolen PHs schon fünfmal nicht. Ende. Und Tschüß.

2. Februar 2009

Nur ein Montag

Und dann ist er plötzlich da. Der Tag an dem man wieder in den Spiegel sieht und nach neuen Falten sucht. Ach, du Montag..du gehst auch vorbei. Darauf erstmal ein Stück Kuchen.

P.S.: Tausend Dank  für die Karten, Mails, Sms und Einträge. Darüber habe ich mich wirklich gefreut. 

1. Februar 2009

Sprechen sie nach dem Piiiieeep.

Ich hatte mal einen Anrufbeantworter.Ja, hatte. Manche Freunde vermissen ihn sehr. Denn- ich hatte die Angewohnheit regelmäßig einen neuen Text einzusprechen. Manchmal habe ich sogar gesungen. Fanden Freunde sehr lustig und nahm ihnen etwas die Angst aufs Band zu sprechen.
Einmal fand ich es besonders lustig, so zu reden wie die im Fernsehen. Ich meine, also..naja..so zu reden wie die Damen im Fernsehen. Abends. Naja, in der Nacht. Ihr wisst schon was ich meine. Etwas säuseln, etwas langsamer, tiefer sprechen und viel hauchen. Habe ich wunderbar hinbekommen.Und da an dem Wochenende auch gerade eine Pornosternchenparty stattfand- passte es wunderbar. Mein Text lautete ungefähr so:
Hallo und Herzlich Willkommen.Schön, dass du diese Nummer gewählt hast.Hier wird dir jeder Wunsch erfüllt. Was möchtest du nun tun?Willst du mit Mia Niemand live sprechen dann ruf später noch einmal an, willst du Mia Niemand eine Nachricht zukommen lassen dann warte auf das Zeichen. Sie freut sich auf dich.
Ja, so oder so ähnlich. 
Als ich nach Hause kam blinkte mein Anrufbeantworter wie verrückt. Ich drückte auf den Ansageknopf und schmiss meine Tasche in die Ecke.
"Tuuut Tuuuut..." "Tuuuut Tuuuuut..." "Tuuut Tuuuut..." "Mia? Niemand? Äh...Tuuuut..Tuuuut."
Offenbar wollte mich jemand erreichen- wollte dann aber nichts einsprechen.Hm. Ich spulte die Nachrichten etwas weiter. 
"Guten Tag. Arbeitet eine Mia Niemand bei ihnen? Ich..ähm..ich...müsste sie mal dringend sprechen. Also nicht so..sondern ich muss ihr was wichtiges sagen..."
Irgendwie kam mir die Stimme bekannt vor. Eine Frauenstimme. Namen zischten durch meinen Kopf.
"also..wenn sie mal Zeit hat erwarte ich einen Rückruf unter 05251-123456. Danke."
Auch die Telefonnummer kam mir bekannt vor. Angestrengt dachte ich nach und nach.Einen Namen hatte ich nicht im Kopf. Daher rief ich einfach die Nummer an und nach wenigen Sekunden hatte ich auch jemanden am Telefon.
Um ganz genau zu sein...meine Chefin.Eigentlich wollte sie nur wissen, ob ich am Montag eventuell meinen Urlaub verschieben würde. Engpass und so. Daher hat sie mich am Wochenende angerufen. Würde sie ja sonst nie tun.
So musste ich am Montag arbeiten, hatte aber zuvor noch einmal ein klärendes Gespräch unter vier Augen. In ihrem Büro.