29. April 2008

Baumschule.

"Einen Maibaum,bitte."
"Mit pinken Kreppbändern?"
"Och..das muss nicht sein. Ich nehme auch kunterbunte."
"Gut, habe ich mir notiert. Wann möchten sie den haben?"
Kurzes Lachen. "Am 1.Mai. Also...das wäre nett."
"Liefern oder Abholen?"
"Liefern, bitte."
"Ok.An?
"An mich. Mia Niemand."

Einmal im Jahr ist es soweit. Dann steht der erste Mai vor der Tür. Zumindest der steht,treu und regelmäßig vor der Tür.Ansonsten steht da nämlich nichts. Null.
Aber dieses Jahr mache ich es anders. Ich fahre am 30.04. auf einen Geburtstag und komme erst iiiirgendwann wieder. Da wird der erste Mai fast vorbei sein und ein nicht vorhandener Maibaum kann mir überhaupt keine Tränen in die Augen treiben. Hach. Wer will schon einen Maibaum?! Die armen Bäume und überhaupt.

Und wehe, es sagt nun irgendwer wie toll so was sein kann. Und ,ach so,romantisch. Ich will kein Wort hören.

28. April 2008

Schneckendame ging spazieren

Da stand sie also. Feines schwarzes Kostüm. Weniger dezente Duftwolke. Schwarze Seidenstrümpfe und schwarze Lackhighheels. Da stand sie also so neben mir und schaute ungeduldig auf ihre teure Uhr. Ihr MoulinRouge Nr6 roter Lippenstift glänzte perfekt und ihre Haare schlugen leise Wellen.
Ich stand neben ihr. Nass bis auf die Haut.Die Jeans hatte schon bessere Tage gesehen. Leise tropften Regentropfen von meiner Jacke auf meine schmutzigen Schuhe. Tick. Tock. Pitsch. Pitsch. Tropf. Hunger hatte ich und mein Makeup war bereits seit Stunden verblasst.
Wir standen also so da. Sie und ich. Gemeinsam sahen wir einer kleinen Schnecke beim kriechen zu. Hübsches oranges Häuschen,hatte sie, die kleine Schneckendame.
Es gab nur einen Unterschied. Also, zwischen der Dame und mir. Sie trat angeekelt auf die Schnecke und ich stand nur da.

27. April 2008

Ich trenne mich

Frauen finden es oft seltsam.
Männer finden es eher unsexy.
Meine Mutter findet es schrecklich.

Ich finde es großartig.Aber ich finde auch rosa Geschirr mit weißen Punkten, Handtücher mit bestickten Erdbeeren und Leuchtfiguren großartig. Heute geht es aber um:
Schlafanzugshosen.
Ich liebe sie. Ja. Definitiv. Ich besitze keinen Schlafanzug. Dafür aber haufenweise Herrenschlafanzugshosen. Im Sommer dann eher Shorts. Diese kombiniere ich munter mit weißen Shirts und diversen Tops. Ganz großartig finde ich es. Ehrlich, ich freue mich abends richtig drauf. Kann mich dann kaum entscheiden welche ich tragen soll. Da gibt es nun nur ein Problem.
Seitdem ich keine Kinderriegel esse, rutschen diese großzügig geschnittenen Hosen noch mehr. Heute früh wollte ich vollbepackt mit Altpapier und Flaschen in den Keller laufen. Ich trug meine Lieblingsschlafanzugshose, ein weißes Shirt und darüber ein Top. Mitten auf der Treppe rutschte die verdammte Hosen gefährlich tief. Einen weiteren Schritt und sie würde sich endgültig verabschieden. Wenn man dann noch hört, dass die Familie, die unter mir wohnt, gerade komplett im Hausflur steht...oh..dann ist das echt problematisch.
Meine lieben Hosen. Ich glaube, ich muss mich von euch verabschieden. Ihr bringt mich echt in brenzlige Situationen. Auch wenn es mir schwer fällt und ich euch sehr, sehr liebe. Macht es gut. Bis dann. Oder so.

26. April 2008

Rote Wangen=Nicht gut


Ich hing am Beckenrand und meine Haare schlängelten sich um den Hals. Müde wischte ich mir den Pony aus dem Gesicht und sah zu zwei Kindern die immer wieder munter ins Wasser sprangen. Meine Wangen fühlten sich rot an- oha- rot steht mir doch gar nicht, also schnell nochmal durchatmen um die letzten Bahnen zu ziehen.Das Wasser war heute kälter als sonst, dafür waren die Badegäste sympathischer.
Bis, ja bis, sie kam. Meine neue Nachbarin. Perfekt sah sie aus. Lange Haare flossen nahezu bis zum Rücken. Der Minibikini stand ihr grandios und ihre leicht gebräunte Haut schimmerte,die Wimperntusche saß perfekt und sie roch nach Vanillekeksen. Verdammt, das hatte mir und meinen roten Wangen gerade noch gefehlt. "Huuuhuuuu Miiiihaaaa..." rief sie bereits aus der Ferne. "Naaa..Liebes..ziehst du ein paar Bahnen? Ach..tut dir ja auch mal gut." Ich lächelte gequält und überlegte wie schnell ich mich hier ertränken konnte. Flink setzte sich sich auf den Beckenrand. "Na...schon Pläne für den ersten Mai?" Die Blicke der männlichen Badegäste klebten an ihr. "Ich bin auf einem Geburtstag eingeladen. Darauf freue ich mich..ein sehr guter Freund feiert." Schrill lachte sie auf."Naja..passt zu dir. Was willst du da auch anderes machen? Einen Maibaum bekommst du eh nicht..tanzen kannst du nicht..einen Freund hast du auch nicht..und heiraten wirst du ja schon dreimal nicht.Ähm- wird es nicht langsam mal Zeit? Naja..musst du ja wissen. "Sie kicherte weiter und ließ sich ins Wasser gleiten. Vorsichtig. Damit ihre Haare nicht nass werden.Dann drehte sie sich nochmal um und flüsterte ganz leise: " Du kannst jetzt schon duschen gehen. Es wird dich eh kein Mann mehr beachten. Hihihihi.Mach dir nichts draus es kann nur eine Heldin geben und die bin nunmal ich. Ohne jeden Zweifel." Und schon schwamm von links der erste Mann zu ihr.


Warum sind Männer so? Und wieviele Jahre bekommt man für minutenlanges unter Wasser drücken?

22. April 2008

Heinrich der Motterich

Ich erzähle euch mal eine kleine Geschichte.
Es war einmal eine kleine Motte. Die saß so da. An der Decke. Da es eine kalte Aprilnacht war, brachte es die junge Frau, nennen wir sie mal...hmmmmmm Pia, nicht übers Herz sie rauszuschmeißen. Draufhauen, oder ähnliches wurde sofort ausgeschlossen. So was kann die Mia..äh..Pia nämlich generell nicht. So saß die Motte einfach da. An der Decke und war sehr, sehr froh.
Am nächsten Abend war die Motte wieder da. Sie flatterte eine kleine Runde und setzte sich anschließend still und munter an die Decke. Scheinbar ihr Lieblingsplatz. Heimlich nannte Pia die Motte Heinrich. "Heinrich, heute Abend musst du aber wieder an die frische Luft.."flüsterte Pia leise. Aber das ging nicht mehr. Denn an dem Abend hatte Heinrich ein Date mit Frieda. Die saß neben ihm. Trennen konnte Pia sie nicht. Nein, vielleicht waren sie frisch verliebt, oder so. Morgen..morgen Abend schmeiße ich die Beiden raus, dachte sich Pia und ging ins Bett.
Der nächste Abend kam, allerdings war keine Motte mehr zu sehen. So vergingen ein paar Tage und dann begann das Unglück. Denn nun hat die Pia eine Mottenplage. Jawohl, Plage! Überall schwirren sie rum. Echt wahr. Was soll die Pia denn nur tun?

P.S: Töten kann Pia sie nicht. Fangen ist eher schwer.

20. April 2008

Fragen fragen


Rauswurf.

Ich sah mir das Prospekt an. "Glücklich abnehmen." Nachdenklich kratzte ich mich am Kopf. "Bitte Mia. Komm schon. Begleite mich...nur beim ersten Treffen. Ich traue mich nicht allein. Das erste Treffen ist auch kostenlos und völlig unverbindlich. Bitte." Meine Kollegin schaute mich mit großen Augen an. "Bittteeeeee."

Und so gingen wir ,an einem Dienstagabend, zu dem Kurs "Glücklich abnehmen". Eigentlich wollte ich nicht. So gar nicht. Aber ich tat es für meine Kollegin. 10Frauen standen schon im Eingangsbereich. Bei manchen fragte ich mich, was sie hier überhaupt wollen. Frauen im Alter von 18 bis 60..und ich mittendrin. Nach 5 peinlichen,schweigenden Minuten kam die Kursleiterin. Wilde aschblonde Locken, kleine runde Brille und mutige Kleidung. Also, eine orange Leinenhose, eine gemusterte Bluse- darüber eine Art Westenüberwurf und dazu rote Lederschläppchen. Mutig halt.
Als Begrüßung gab es einen "Vitamincocktail"bestehend aus: Karottensaft, Tomatensaft, Artischockensaft,Kartoffel- und Vitaminsaft.
"Ein Bier wäre mir lieber.."murmelte ich leise und erntete sofort einen bösen Blick. "Was meinten sie?" näselte die Kursleiterin, die sich als Bibi vorstellte. "Der Saft schmeckt nicht so gut..und hübsch ist er auch nicht in diesem braun." Sie zog eine Augenbraue hoch. "Dieser Vitamincocktail muss auch nicht hübsch aussehen..der soll entschlacken. Den trinken sie ab sofort morgens und abends. Der bringt ihnen die nötige Power." Innerlich musste ich mich schütteln und ich stellte mein Glas auf eine kleine Fensterbank.
" So.. nun setzten wir uns alle in den Stuhlkreis und jede stellt sich vor und erzählt warum sie hier ist. Danach stelle ich dann das Programm vor. Fangen sie sich gleich mal an. Sie heißen?" Aufmunternd sah Bibi mich an. " Ich? Oh. Ich heiße Mia. Mia Niemand." Lächelnd nickte sie. "Und warum,liebe Mia, sind sie hier?" "Hmmmm. Eigentlich bin ich nur wegen meiner Kollegin Marina da.Die wollte sich das ansehen und ich begleite sie." Marina stieß mich leicht an und Bibi verzog den Mund.
Ich merkte schnell..Bibi mochte mich nicht und ich mochte Bibi und den hässlichen Vitamincocktail nicht. Ne. Sie erzählte diese und jenes..zeigte Rezepte und bot uns Gemüse an. Sie sprach von ihren eigenen Problemen, wie sie 20kg abgenommen hat, dass sie so ihren Mann gefunden hat und wie großartig nun alles ist. Glücklich und so zufrieden, sei sie. Komplett neuer Mensch. Sie sprach von vielen bösen Lebensmitteln und verteufelte Käse, Brot und all sowas. Die anderen Damen klebten an ihren Lippen und nickten erwartungsvoll. Ich sah aus dem Fenster. Bis ja bis sie folgenden Satz sagte:"Ihr Körper ist ihr Haus. Überlegen sie sich also gut wie sie ihr "Haus" dekorieren und einrichten wollen. Jedes Nahrungsmittel ist ein Art Einrichtung. Wollen sie etwa ein Haus haben, dass nur aus Fett, Zucker und bösen Dingen besteht?" Ehrfürchtig blickten sie alle an und schüttelten den Kopf. "Wir wollen ein Haus, in dem wir uns wohl fühlen. Frisch, rein und gesund." Nachdenklich zog ich eine Augenbraue hoch und biss mir kurz auf die Unterlippe. "Mia, sie sehen so nachdenklich aus. Soll ich es ihnen nochmal erklären? Wir sind in einer Gruppe..und wir sind füreinander da..erzählen sie uns ihr Problem..nur Mut." Alle Frauen sahen mich gespannt an.
" Hm..naja..wissen sie..ich stelle mir gerade mein "Haus" vor. Ich möchte kein braun/grünes Vitaminsaftzimmer. Auch kein matschiges Tomatenzimmer oder gau/weißes Blumenkohlzimmer. Ich hätte lieber ein rosarotes Zuckerwattenzimmer, ein schokobraunes Kinderriegelzimmer..hui..das wird bestimmt verdammt hübsch..ein kunterbuntes Gummibärchenzimmer,ein gelbes Käsezimmer und vielleicht ein verdammt gut riechendes Brotzimmer. Vielleicht noch Biergardinen und Hocker aus Paprikabrötchen..." Die anderen Frauen lachten und nickten..Mehr erzählen konnte ich nicht..denn Bibi war schon ganz nah bei mir und zischte mir zu:" Liebe Mia, ich glaube, dass es besser ist wenn sie gehen. Vielleicht ist mein Programm nicht das richtige für sie. Sie verwirren die anderen Damen nur.. "Die anderen Frauen kicherten und zwinkerten mir zu. So ging ich lächelnd raus und eine Frau flüsterte mir "Danke" zu.

19. April 2008

Ob blond..ob braun..

Als Kind war ich hellblond. Hellblonde kurze Haare, blaue Augen, Sommersprossen und meistens seltsame rote oder dunkelblaue Strickmützen auf dem Kopf. Ältere Damen fanden meine Haarfarbe entzückend, ich fand eher die karottenroten Haare von Lisa aufregend. Allerdings musste ich feststellen, dass man sie mit Wasserfarbe nicht hinbekommt.
Als Teenie wechselte meine Haarfarbe ständig. Meine Mutter weinte dabei leise. Wasserstoffblond, Pink, Petrol,Braun. Alles wollte ich sein nur nicht niedlich blond. Ältere Damen rümpften die Nasen und ich schnitt mir die Haare selbst ab.

Mit 20 wuchsen alle Haarfarben heraus, die Haare wurden kürzer und ich färbte sie dunkelblond..meine bislang unauffälligste Zeit. Ältere Damen fanden meine Haarfarbe sehr apart und fragten nach der Färbung. Glücklich wurde ich damit nie.

Bald hatte ich genug vom blond und wurde wieder brünett. Männer achteten weniger auf mich, dafür die Frauen umso mehr. Komplimente gab es. Nachfragen und Einladungen zum Kaffee. "Du hast eine hübsche Haarfarbe. Kastanienbraun ist toll. Magst du meine Freundin werden?" Ältere Damen fanden mich sehr erwachsen und sympathisch.

Lila Haare sollten es sein. Alles nur nicht erwachsen und sympathisch wollte ich wirken. Männer fanden die Haare cool, Frauen fanden sie pubertär oder einfach nur schrecklich. Ältere Damen weinten leise und meine Mutter gleich mit.Richtig glücklich wurde ich damit allerdings auch nicht.

Heute bin ich wieder blond. Hellblond. Männer achten viel mehr auf mich und wollen mich am liebsten beschützen und Frauen sehen mich erst immer ein wenig von der Seite an. Ich mag meine blonden Haare und bin zur Zeit sehr glücklich damit. Nur die älteren Damen fragen mich wann ich sie mal wieder umfärbe.








16. April 2008

Baum Nr.188

Ich saß auf der kleinen Parkbank im Wald. Sonnenstrahlen kämpften sich durch die Bäume. Dennoch war es kalt. Ich zog den Reißverschluss meiner Jacke etwas höher und steckte meine Hände tief in die Jackentaschen. Meine Jeans war an einigen Stellen sehr alt und abgenutzt und meine Vans hatten schon bessere Tage gesehen. Ich saß also da, so ganz allein und lauschte der Stille. Weit war ich gelaufen. Irgendwie war der Wald hier anders. Ruhiger als sonst, vielleicht auch trauriger und ein wenig fühlte ich mich wie Ronja bei den Graugnomen- nur das kein Nebel aufkam. Vögel hatte ich in der letzten Zeit nicht mehr gehört und scheue Waldtiere ließen sich auch nicht blicken. Nur eine Kellerassel trippelte an mir vorbei, hob kurz ein Beinchen und trippelte weiter. Langsam stand ich auf und ging erneut ein paar Schritte, einige Bäume trugen kleine Bändchen. Fast charmant wirkte es bis ich einen Mann sah.
Ein älterer Herr, er trug einen Stock und besaß nur noch wenige Haare. Er lehnte seinen Stock an den Baum und kniete sich mühevoll hin. Einfach so, auf den matschigen Boden. Fast liebevoll strich er über die holprige Erdschicht, wischte sich verstohlen die Augen und zog ein blaues Stofftaschentuch aus der Hosentasche. Ich wollte ihn nicht beobachten..aber ich konnte meinen Blick nicht abwenden. Er zuckte leicht zusammen als er mich bemerkte und räusperte sich kurz. " Guten Tag. Besuchen sie auch jemanden?" Verwundert sah ich ihn an. " Einen schönen guten Tag wünsche ich ihnen. Wenn soll ich denn hier besuchen?" Er stopfte sein Taschentuch wieder in die Hosentasche. " Jeder diesen Ort findet besucht doch jemanden, oder?" "Ich verstehe sie nicht ganz." " Na..wissen sie ..ich besuche hier immer mein Herz. Es liegt dort unten." Er deutete auf den Baum. Ein feines weißes Band schlängelte um ihn. Hübsch sah er aus, der Baum. "Ich verstehe sie nicht recht. Warum liegt ihr Herz hier? Vielleicht können sie mir auch verraten weshalb viele Bäume solche Bändchen tragen." Nun sah er mich verwundert an. " Das wissen sie nicht? Jeder Baum, der ein Bändchen trägt, hat ein Herz an seiner Seite. Ein Herz mit einer Geschichte. Wie gesagt, mein Herz liegt hier. Baum Nr188. Die Zahl mag ich nicht...dafür aber den Baum. Der schönste Baum weit und breit. Finden sie nicht auch?" Ich nickte stumm und versuchte ihm zu folgen. "Mein Herz und ich..also..wir haben uns zusammen für diesen Baum entschieden. Groß gewachsen, kräftig und -schauen sie mal dort hin- da nistet sogar ein Vogel. Hübsch, nicht wahr?" Seine Augen glitzerten, verlegen drehte er sich weg. "Ich vermisse meine Gerti. Sehr sogar. Naja..ich muss gehen. Schönen Tag noch." Er hob kurz die Hand und humpelte eilig davon. Und dann erst sah ich es... das Schild mit den Erklärungen. Friedwald. Eine Art Friedhof im Wald. Morgen werde ich den Baum nochmal suchen und Gerti ein Blümchen bringen.

13. April 2008

Halsweh, frieren,Regen

Mein lieber Frühling.

Letztes Jahr um diese Zeit ist dieses Bild entstanden. Es war heiß, ich hatte bereits die ersten Sommersprossen, saß in Shorts oder Kleid auf dem Balkon, hörte Jack Johnson, war die beste Freundin von Fräulein Sonnencreme und die Blumen blühten um die Wette. Ich machte mir Gedanken um Maibäume, Balkonbepflanzung und was man noch so alles ausziehen kann. Ich hatte rote Wangen,Mädchenblumenkränze auf und längst dünne Bettwäsche aufgezogen.Mein Jeansrock war mein fester Partner und FlipFlops lagen im Flur. Zitronen- und Kinderriegeleis versüßten mir den Tag, und kaltes Bier schlummerte im Kühlschrank. Ich konnte draußen Didgeridoo üben und meine Shirts mal wieder ausführen.Am See spazieren gehen war viel romantischer und Marienkäferl krabbelten über meinen Arm.

Mein lieber Frühling..ich möchte dich nur mal dran erinnern, also streng dich mal an.Zack.Zack.

Lieben Gruß ihre Mia Niemand

10. April 2008

Hui, ein Flyer.


Hui. Da habe ich mich aber mal gefreut. Die liebe Oddnina hat mal ein paar Handzettel für mich entworfen.Nun brauche ich nur noch jemanden der sie für mich verteilt. Kann man ja nicht selbst machen, oder? Ne, ich glaube nicht. Bahnhof, Domplatz, Rathausplatz..scheinen mir gute Plätze. Freiwillige vor. Oder so.

9. April 2008

Stullen am Nachmittag

"Is hier noch frei?" Die stark übergewichtige Dame schnauft etwas und deutet auf den freien Platz. Ich nicke leicht und schaue wieder auf die Bahnschienen. Feine Blumen schlängeln sich mutig durch die schwarzen Steine. "Der Zug kommt doch gleich, oder?" Ein hübsches Gesicht hat sie. Feine Haut, schmale Augenbrauen und volle Lippen. Sie schnauft immer noch leise aber bedächtig, faltet ihre Hände und streckt ihre kurzen,stämmigen Beine etwas aus. Braune Locken umschängeln ihr Gesicht. Mit einem leisen Geräusch öffnet sie ihre rehbraune Handtasche und holt ein ,in weißes Butterbrotspapier eingewickeltes, Brot raus. Herzhaft beißt sie hinein und lächelt glücklich. "Bei der frischen Luft schmeckt es doch gleich viel besser...finden se nich auch? Möchten sie auch ein Brot? Ich habe immer welche dabei..irgendwie bekomme ich auf Reisen schnell Hunger. Wollen sie?" Lächelnd lehne ich das Brot ab. Ihre Finger sind leicht geschwollen und die goldenen Ringe können sich kaum bewegen. "Aus Berlin komme ich. Berlin. Da ist die Luft selten so frisch. Hier riecht man ja das Meer." Ein erneuter herzhafter Biss in ihre Stulle. "Welches Meer meinen sie? Hier ist doch gar keins in unmittelbarer Nähe..." "Ha! Da haben wir es. Sie wohnen hier,oder? " Ich nicke leicht und verunsichert. " Tja. Dann ist alles klar. Das riechen sie auch nich mehr. Ne. Ist so als ob man jeden Tag Schokoladenpudding isst. Zum Frühstück,Mittagessen und Abendbrot. Irgendwann schmeckt man keine feinherbe Schokolade mehr und die Cremigkeit geht auch verloren.Dann ist Schokoladenpudding so öde wie eine Stulle. Glauben sie mir. "

5. April 2008

Tränen in der Zentralstation

Es war eine warme Herbstnacht. Ich trug einen Jeansrock, ein weißes Shirt und schwarze BallerinaVans. Die Nacht war lau und meine Haare waren geflochten, ich muss zugeben, nicht gerade sehr ordentlich. Schwarze Wimperntusche tropfte unregelmäßig auf mein Shirt. Rotes Blut tropfte auf mein Schienenbein, mein Knie war aufgeschlagen. Leise weinte ich in der Zentralstation. Eine Frau hielt mir eilig ein Taschentuch hin und lief sogleich weiter. Drei Betrunkene gröhlten hinter mir.

Ich ging zur Zentralstation. Die Nacht war lau und für einen Herbsttag fast zu schön. Leise summend schlenderte ich die Straße entlang und wollte den Nachtbus nehmen. Drei Becks hatte ich getrunken und noch sehr viel mehr gelacht. Wie schon erwähnt,ein grandioser Abend. Bis, ja bis ich ihn sah. Er lehnte an einer Mauer. Ich erkannte ihn sofort wieder. Lange hatte ich ihn nicht mehr gesegen.Sein markantes Gesicht war unverkennbar. Er grinste, zwinkerte mir zu. "Naaa, wen haben wir denn da? Die Mia. Das ist ja mal eine Überraschung. Mia Niemand, die all meine Anrufe ignoriert, nie mit mir Essen gehen wollte oder mit mir spazieren. Lange haben wir uns nicht mehr gesehen..." Er sah mich an und seine Augen waren fast stechend. "Du schuldest mir noch ein Date. Eine Chance möchte ich..eine nur." Er kam einen Schritt auf mich zu, schnippte seine Zigarette weg und knöpfte seine Hemd etwas zu. "Zier dich nicht Mia Niemand, wie lange soll ich noch auf dich warten? Spielst du gern mit mir? Du weißt wohl, dass Männer darauf stehen." "Lass mich in Ruhe, ich will zum Bus und sonst nichts. Ich werde nicht mit dir ausgehen." Schnell ging ich an ihm vorbei doch er hielt mein Handgelenk fest und zog mich näher zu sich. Ich spürte seinen Atem, roch sein teures Parfüm und sein Griff schmerzte." Du willst mich wohl völlig verrückt machen,meine Süße, nun sei nicht so." "Lass mich sofort los, "zischte ich ihm zu doch sein Griff wurde noch fester. "Ich bring dich nach Hause, mein BMW steht gleich da vorn..eine schöne Fahrt..nur wir zwei. Komm schon." Ich fühlte mich wie ein kleines Kind. Wie mit 5,als die großen Jungen mir meine Mütze geklaut hatten und ich vor ihnen stand und sie anflehte mir sie endlich zurück zu geben. "Lass mich los. Bitte. Mein Bus kommt jetzt." Er lachte auf, zog mich zu sich und sah mir in die Augen, ich spürte seinen Körper und seine Lippen berührten fast meine."Jede Frau würde liebend gerne mit mir zusammensein. Nur du nicht. Was muss ich tun um dich zu bekommen?Ich bin ein erfolgreicher Geschäftsmann, sehe gut aus, habe Geld..und trotzdem gibst du mir keine Chance." "Ich bin nicht käuflich. Das habe ich dir schon letztes Jahr gesagt. Und nun lass mich endlich los! " "Ich kriege dich auch noch. Eines Tages..." Sein Griff lockerte sich und ich riss mich los. Mein Handgelenk war rot und schmerzte, ich rannte los, stolperte, stand auf, rannte weiter.
Dann saß ich da, weinend in der Zentralstation, schwarze Wimperntusche tropfte auf mein Shirt und rotes Blut auf mein Schienenbein.

4. April 2008

Ratlos

Liebe Mia Niemand,

sag mal, warum sind so viele Männer auf deiner Seite. Du schreibst doch eher Mädchenkram und dennoch scheint es recht gut anzukommen. Warum??? Ich habe gerade einen neuen Blog eröffnet und kein einziger Mann liest meine Seite.Was kann ich tun?

Bitte antworte mir.

Lieben Gruß

Sunshine.

Diese Mail bekam ich eben. Was soll ich da antworten. Mhm. Keine Ahnung warum Männer meine Seite lesen. Vielleicht mögen sie insgeheim doch rosa Kram und Mädchensachen oder haben eine weibliche Seite..irgendwo..ja so muss es wohl sein.

1. April 2008

Herzschlag mal 4

"Oh..hübsches Herz Frau Niemand."Oh, bin ich da gerade drüber gestolpert? Das tut mir sehr leid.Wollte ich nun echt nicht. Sorry.Herje.. Frau Niemand..man lässt auch nicht so einfach und achtlos sein Herz herum liegen. Kein Wunder das man darauf tritt. Ist ja auch nur so klein..das kleine Mauseherz.Mensch,passen sie halt besser auf ihr Herz auf.Selbst Schuld..und überhaupt.
Frau Niemand? Äh..Mia? Ist ihnen nicht gut? Mia? Hallo..?!

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