29. April 2008
Baumschule.
"Mit pinken Kreppbändern?"
"Och..das muss nicht sein. Ich nehme auch kunterbunte."
"Gut, habe ich mir notiert. Wann möchten sie den haben?"
Kurzes Lachen. "Am 1.Mai. Also...das wäre nett."
"Liefern oder Abholen?"
"Liefern, bitte."
"Ok.An?
"An mich. Mia Niemand."
Einmal im Jahr ist es soweit. Dann steht der erste Mai vor der Tür. Zumindest der steht,treu und regelmäßig vor der Tür.Ansonsten steht da nämlich nichts. Null.
Aber dieses Jahr mache ich es anders. Ich fahre am 30.04. auf einen Geburtstag und komme erst iiiirgendwann wieder. Da wird der erste Mai fast vorbei sein und ein nicht vorhandener Maibaum kann mir überhaupt keine Tränen in die Augen treiben. Hach. Wer will schon einen Maibaum?! Die armen Bäume und überhaupt.
Und wehe, es sagt nun irgendwer wie toll so was sein kann. Und ,ach so,romantisch. Ich will kein Wort hören.
28. April 2008
Schneckendame ging spazieren
Ich stand neben ihr. Nass bis auf die Haut.Die Jeans hatte schon bessere Tage gesehen. Leise tropften Regentropfen von meiner Jacke auf meine schmutzigen Schuhe. Tick. Tock. Pitsch. Pitsch. Tropf. Hunger hatte ich und mein Makeup war bereits seit Stunden verblasst.
Wir standen also so da. Sie und ich. Gemeinsam sahen wir einer kleinen Schnecke beim kriechen zu. Hübsches oranges Häuschen,hatte sie, die kleine Schneckendame.
Es gab nur einen Unterschied. Also, zwischen der Dame und mir. Sie trat angeekelt auf die Schnecke und ich stand nur da.
27. April 2008
Ich trenne mich
Frauen finden es oft seltsam.26. April 2008
Rote Wangen=Nicht gut

22. April 2008
Heinrich der Motterich
Es war einmal eine kleine Motte. Die saß so da. An der Decke. Da es eine kalte Aprilnacht war, brachte es die junge Frau, nennen wir sie mal...hmmmmmm Pia, nicht übers Herz sie rauszuschmeißen. Draufhauen, oder ähnliches wurde sofort ausgeschlossen. So was kann die Mia..äh..Pia nämlich generell nicht. So saß die Motte einfach da. An der Decke und war sehr, sehr froh.
Am nächsten Abend war die Motte wieder da. Sie flatterte eine kleine Runde und setzte sich anschließend still und munter an die Decke. Scheinbar ihr Lieblingsplatz. Heimlich nannte Pia die Motte Heinrich. "Heinrich, heute Abend musst du aber wieder an die frische Luft.."flüsterte Pia leise. Aber das ging nicht mehr. Denn an dem Abend hatte Heinrich ein Date mit Frieda. Die saß neben ihm. Trennen konnte Pia sie nicht. Nein, vielleicht waren sie frisch verliebt, oder so. Morgen..morgen Abend schmeiße ich die Beiden raus, dachte sich Pia und ging ins Bett.
Der nächste Abend kam, allerdings war keine Motte mehr zu sehen. So vergingen ein paar Tage und dann begann das Unglück. Denn nun hat die Pia eine Mottenplage. Jawohl, Plage! Überall schwirren sie rum. Echt wahr. Was soll die Pia denn nur tun?
P.S: Töten kann Pia sie nicht. Fangen ist eher schwer.
20. April 2008
Rauswurf.
Und so gingen wir ,an einem Dienstagabend, zu dem Kurs "Glücklich abnehmen". Eigentlich wollte ich nicht. So gar nicht. Aber ich tat es für meine Kollegin. 10Frauen standen schon im Eingangsbereich. Bei manchen fragte ich mich, was sie hier überhaupt wollen. Frauen im Alter von 18 bis 60..und ich mittendrin. Nach 5 peinlichen,schweigenden Minuten kam die Kursleiterin. Wilde aschblonde Locken, kleine runde Brille und mutige Kleidung. Also, eine orange Leinenhose, eine gemusterte Bluse- darüber eine Art Westenüberwurf und dazu rote Lederschläppchen. Mutig halt.
Als Begrüßung gab es einen "Vitamincocktail"bestehend aus: Karottensaft, Tomatensaft, Artischockensaft,Kartoffel- und Vitaminsaft.
"Ein Bier wäre mir lieber.."murmelte ich leise und erntete sofort einen bösen Blick. "Was meinten sie?" näselte die Kursleiterin, die sich als Bibi vorstellte. "Der Saft schmeckt nicht so gut..und hübsch ist er auch nicht in diesem braun." Sie zog eine Augenbraue hoch. "Dieser Vitamincocktail muss auch nicht hübsch aussehen..der soll entschlacken. Den trinken sie ab sofort morgens und abends. Der bringt ihnen die nötige Power." Innerlich musste ich mich schütteln und ich stellte mein Glas auf eine kleine Fensterbank.
" So.. nun setzten wir uns alle in den Stuhlkreis und jede stellt sich vor und erzählt warum sie hier ist. Danach stelle ich dann das Programm vor. Fangen sie sich gleich mal an. Sie heißen?" Aufmunternd sah Bibi mich an. " Ich? Oh. Ich heiße Mia. Mia Niemand." Lächelnd nickte sie. "Und warum,liebe Mia, sind sie hier?" "Hmmmm. Eigentlich bin ich nur wegen meiner Kollegin Marina da.Die wollte sich das ansehen und ich begleite sie." Marina stieß mich leicht an und Bibi verzog den Mund.
Ich merkte schnell..Bibi mochte mich nicht und ich mochte Bibi und den hässlichen Vitamincocktail nicht. Ne. Sie erzählte diese und jenes..zeigte Rezepte und bot uns Gemüse an. Sie sprach von ihren eigenen Problemen, wie sie 20kg abgenommen hat, dass sie so ihren Mann gefunden hat und wie großartig nun alles ist. Glücklich und so zufrieden, sei sie. Komplett neuer Mensch. Sie sprach von vielen bösen Lebensmitteln und verteufelte Käse, Brot und all sowas. Die anderen Damen klebten an ihren Lippen und nickten erwartungsvoll. Ich sah aus dem Fenster. Bis ja bis sie folgenden Satz sagte:"Ihr Körper ist ihr Haus. Überlegen sie sich also gut wie sie ihr "Haus" dekorieren und einrichten wollen. Jedes Nahrungsmittel ist ein Art Einrichtung. Wollen sie etwa ein Haus haben, dass nur aus Fett, Zucker und bösen Dingen besteht?" Ehrfürchtig blickten sie alle an und schüttelten den Kopf. "Wir wollen ein Haus, in dem wir uns wohl fühlen. Frisch, rein und gesund." Nachdenklich zog ich eine Augenbraue hoch und biss mir kurz auf die Unterlippe. "Mia, sie sehen so nachdenklich aus. Soll ich es ihnen nochmal erklären? Wir sind in einer Gruppe..und wir sind füreinander da..erzählen sie uns ihr Problem..nur Mut." Alle Frauen sahen mich gespannt an.
" Hm..naja..wissen sie..ich stelle mir gerade mein "Haus" vor. Ich möchte kein braun/grünes Vitaminsaftzimmer. Auch kein matschiges Tomatenzimmer oder gau/weißes Blumenkohlzimmer. Ich hätte lieber ein rosarotes Zuckerwattenzimmer, ein schokobraunes Kinderriegelzimmer..hui..das wird bestimmt verdammt hübsch..ein kunterbuntes Gummibärchenzimmer,ein gelbes Käsezimmer und vielleicht ein verdammt gut riechendes Brotzimmer. Vielleicht noch Biergardinen und Hocker aus Paprikabrötchen..." Die anderen Frauen lachten und nickten..Mehr erzählen konnte ich nicht..denn Bibi war schon ganz nah bei mir und zischte mir zu:" Liebe Mia, ich glaube, dass es besser ist wenn sie gehen. Vielleicht ist mein Programm nicht das richtige für sie. Sie verwirren die anderen Damen nur.. "Die anderen Frauen kicherten und zwinkerten mir zu. So ging ich lächelnd raus und eine Frau flüsterte mir "Danke" zu.
19. April 2008
Ob blond..ob braun..
Als Kind war ich hellblond. Hellblonde kurze Haare, blaue Augen, Sommersprossen und meistens seltsame rote oder dunkelblaue Strickmützen auf dem Kopf. Ältere Damen fanden meine Haarfarbe entzückend, ich fand eher die karottenroten Haare von Lisa aufregend. Allerdings musste ich feststellen, dass man sie mit Wasserfarbe nicht hinbekommt.
16. April 2008
Baum Nr.188
Ein älterer Herr, er trug einen Stock und besaß nur noch wenige Haare. Er lehnte seinen Stock an den Baum und kniete sich mühevoll hin. Einfach so, auf den matschigen Boden. Fast liebevoll strich er über die holprige Erdschicht, wischte sich verstohlen die Augen und zog ein blaues Stofftaschentuch aus der Hosentasche. Ich wollte ihn nicht beobachten..aber ich konnte meinen Blick nicht abwenden. Er zuckte leicht zusammen als er mich bemerkte und räusperte sich kurz. " Guten Tag. Besuchen sie auch jemanden?" Verwundert sah ich ihn an. " Einen schönen guten Tag wünsche ich ihnen. Wenn soll ich denn hier besuchen?" Er stopfte sein Taschentuch wieder in die Hosentasche. " Jeder diesen Ort findet besucht doch jemanden, oder?" "Ich verstehe sie nicht ganz." " Na..wissen sie ..ich besuche hier immer mein Herz. Es liegt dort unten." Er deutete auf den Baum. Ein feines weißes Band schlängelte um ihn. Hübsch sah er aus, der Baum. "Ich verstehe sie nicht recht. Warum liegt ihr Herz hier? Vielleicht können sie mir auch verraten weshalb viele Bäume solche Bändchen tragen." Nun sah er mich verwundert an. " Das wissen sie nicht? Jeder Baum, der ein Bändchen trägt, hat ein Herz an seiner Seite. Ein Herz mit einer Geschichte. Wie gesagt, mein Herz liegt hier. Baum Nr188. Die Zahl mag ich nicht...dafür aber den Baum. Der schönste Baum weit und breit. Finden sie nicht auch?" Ich nickte stumm und versuchte ihm zu folgen. "Mein Herz und ich..also..wir haben uns zusammen für diesen Baum entschieden. Groß gewachsen, kräftig und -schauen sie mal dort hin- da nistet sogar ein Vogel. Hübsch, nicht wahr?" Seine Augen glitzerten, verlegen drehte er sich weg. "Ich vermisse meine Gerti. Sehr sogar. Naja..ich muss gehen. Schönen Tag noch." Er hob kurz die Hand und humpelte eilig davon. Und dann erst sah ich es... das Schild mit den Erklärungen. Friedwald. Eine Art Friedhof im Wald. Morgen werde ich den Baum nochmal suchen und Gerti ein Blümchen bringen.
13. April 2008
Halsweh, frieren,Regen
Mein lieber Frühling.Letztes Jahr um diese Zeit ist dieses Bild entstanden. Es war heiß, ich hatte bereits die ersten Sommersprossen, saß in Shorts oder Kleid auf dem Balkon, hörte Jack Johnson, war die beste Freundin von Fräulein Sonnencreme und die Blumen blühten um die Wette. Ich machte mir Gedanken um Maibäume, Balkonbepflanzung und was man noch so alles ausziehen kann. Ich hatte rote Wangen,Mädchenblumenkränze auf und längst dünne Bettwäsche aufgezogen.Mein Jeansrock war mein fester Partner und FlipFlops lagen im Flur. Zitronen- und Kinderriegeleis versüßten mir den Tag, und kaltes Bier schlummerte im Kühlschrank. Ich konnte draußen Didgeridoo üben und meine Shirts mal wieder ausführen.Am See spazieren gehen war viel romantischer und Marienkäferl krabbelten über meinen Arm.
Mein lieber Frühling..ich möchte dich nur mal dran erinnern, also streng dich mal an.Zack.Zack.
Lieben Gruß ihre Mia Niemand
10. April 2008
Hui, ein Flyer.

9. April 2008
Stullen am Nachmittag
7. April 2008
5. April 2008
Tränen in der Zentralstation
Ich ging zur Zentralstation. Die Nacht war lau und für einen Herbsttag fast zu schön. Leise summend schlenderte ich die Straße entlang und wollte den Nachtbus nehmen. Drei Becks hatte ich getrunken und noch sehr viel mehr gelacht. Wie schon erwähnt,ein grandioser Abend. Bis, ja bis ich ihn sah. Er lehnte an einer Mauer. Ich erkannte ihn sofort wieder. Lange hatte ich ihn nicht mehr gesegen.Sein markantes Gesicht war unverkennbar. Er grinste, zwinkerte mir zu. "Naaa, wen haben wir denn da? Die Mia. Das ist ja mal eine Überraschung. Mia Niemand, die all meine Anrufe ignoriert, nie mit mir Essen gehen wollte oder mit mir spazieren. Lange haben wir uns nicht mehr gesehen..." Er sah mich an und seine Augen waren fast stechend. "Du schuldest mir noch ein Date. Eine Chance möchte ich..eine nur." Er kam einen Schritt auf mich zu, schnippte seine Zigarette weg und knöpfte seine Hemd etwas zu. "Zier dich nicht Mia Niemand, wie lange soll ich noch auf dich warten? Spielst du gern mit mir? Du weißt wohl, dass Männer darauf stehen." "Lass mich in Ruhe, ich will zum Bus und sonst nichts. Ich werde nicht mit dir ausgehen." Schnell ging ich an ihm vorbei doch er hielt mein Handgelenk fest und zog mich näher zu sich. Ich spürte seinen Atem, roch sein teures Parfüm und sein Griff schmerzte." Du willst mich wohl völlig verrückt machen,meine Süße, nun sei nicht so." "Lass mich sofort los, "zischte ich ihm zu doch sein Griff wurde noch fester. "Ich bring dich nach Hause, mein BMW steht gleich da vorn..eine schöne Fahrt..nur wir zwei. Komm schon." Ich fühlte mich wie ein kleines Kind. Wie mit 5,als die großen Jungen mir meine Mütze geklaut hatten und ich vor ihnen stand und sie anflehte mir sie endlich zurück zu geben. "Lass mich los. Bitte. Mein Bus kommt jetzt." Er lachte auf, zog mich zu sich und sah mir in die Augen, ich spürte seinen Körper und seine Lippen berührten fast meine."Jede Frau würde liebend gerne mit mir zusammensein. Nur du nicht. Was muss ich tun um dich zu bekommen?Ich bin ein erfolgreicher Geschäftsmann, sehe gut aus, habe Geld..und trotzdem gibst du mir keine Chance." "Ich bin nicht käuflich. Das habe ich dir schon letztes Jahr gesagt. Und nun lass mich endlich los! " "Ich kriege dich auch noch. Eines Tages..." Sein Griff lockerte sich und ich riss mich los. Mein Handgelenk war rot und schmerzte, ich rannte los, stolperte, stand auf, rannte weiter.
Dann saß ich da, weinend in der Zentralstation, schwarze Wimperntusche tropfte auf mein Shirt und rotes Blut auf mein Schienenbein.
4. April 2008
Ratlos
sag mal, warum sind so viele Männer auf deiner Seite. Du schreibst doch eher Mädchenkram und dennoch scheint es recht gut anzukommen. Warum??? Ich habe gerade einen neuen Blog eröffnet und kein einziger Mann liest meine Seite.Was kann ich tun?
Bitte antworte mir.
Lieben Gruß
Sunshine.
Diese Mail bekam ich eben. Was soll ich da antworten. Mhm. Keine Ahnung warum Männer meine Seite lesen. Vielleicht mögen sie insgeheim doch rosa Kram und Mädchensachen oder haben eine weibliche Seite..irgendwo..ja so muss es wohl sein.
1. April 2008
Herzschlag mal 4
Oh, bin ich da gerade drüber gestolpert? Das tut mir sehr leid.Wollte ich nun echt nicht. Sorry.
Herje.. Frau Niemand..man lässt auch nicht so einfach und achtlos sein Herz herum liegen. Kein Wunder das man darauf tritt. Ist ja auch nur so klein..das kleine Mauseherz.
Mensch,passen sie halt besser auf ihr Herz auf.Selbst Schuld..und überhaupt.
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